Auf einem blauen Untergrund liegt ein Glas, aus dem gelb-rote Kapsel fallen (Symbolbild).
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Nahrungsergänzungsmittel zählen zu den Lebensmitteln und werden deshalb von den gesetzlichen Krankenkassen meist nicht übernommen (Symbolbild).

Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente

Nahrungsergänzungsmittel bei Allergien und Unverträglichkeiten: Welche Mittel übernimmt die Krankenkasse?

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Kommt es durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien zu einem Nährstoffmangel, kann der behandelnde Arzt die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlen. Die Kosten müssen Patienten jedoch meist selber tragen.

Düsseldorf – Viele Menschen mit Nahrungsmittelallergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten nehmen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel. Die Gründe dafür liegen nicht immer in einem diagnostizierten Mangel. Vielmehr werden Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente häufig vorsorglich eingenommen, um einem Nährstoffmangel vorzubeugen. Das kann allerdings Risiken bergen. Zudem gelten Nahrungsergänzungsmittel nicht als Medikamente, sondern als Lebensmittel und werden damit von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Es gibt jedoch Ausnahmen.

Nahrungsergänzungsmittel bei Allergien und Unverträglichkeiten: Nach dem Gesetz Lebensmittel

Nahrungsergänzungsmittel enthalten Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die natürlicherweise auch in Lebensmitteln vorkommen. In Nahrungsergänzungsmitteln stecken sie meist in konzentrierter Form und auch in hoher Dosierung. Sie werden in Tabletten-, Kapsel-, Pulverform oder als Flüssigkeit angeboten. Nahrungsergänzungsmittel können bei Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen sinnvoll sein, allerdings nur, wenn tatsächlich ein Mangel medizinisch nachgewiesen wurde. Denn durch die hohe Dosierung besteht das Risiko, dass zu große Mengen des Nährstoffes aufgenommen werden, warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Gerade bei längerer Einnahme könne das der Gesundheit schaden. Studien zeigen zudem, dass die Supplemente ein „ungünstiges Ernährungsverhalten“ nicht ausgleichen können, so die Experten. Auch für eine vorbeugende Wirkung gegen Allergien gibt es bisher kaum wissenschaftliche Hinweise.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass der Gesetzgeber Nahrungsergänzungsmittel als Lebensmittel einstuft, deren Erstattung durch die Krankenkassen im Sozialgesetzbuch V nicht aufgeführt ist. Damit übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht. Das gilt gem. § 34 Abs. 1 SGB V seit 2004 grundsätzlich auch für nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel. Die Ausnahme bilden hier nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel, die zur Behandlung schwerwiegender Erkrankungen ausnahmsweise verordnet werden. Sie werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss in den Arzneimittelrichtlinien festgelegt und können auch Mineralstoffe und Vitamine beinhalten, sofern ein Mangel trotzt „ausreichender Zufuhr über die Nahrung“ besteht.

Nahrungsergänzungsmittel bei Allergien und Unverträglichkeiten: Voraussetzungen für eine Kostenübernahme

Damit die Kosten für Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente erstattet werden, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Es handelt es sich um ein zugelassenes Arzneimittel
  • Der behandelnde Arzt hat das Arzneimittel verordnet. Meist ist dafür ein rosa Kassenrezept nötig
  • Die Verordnung ist notwendig und kann (zum Beispiel durch Laborwerte) belegt werden
  • Bei dem Produkt handelt es sich um ein apothekenpflichtiges Arzneimittel

Sind alle Punkte erfüllt, können bestimmte freiverkäufliche Arzneimittel, die Vitamine oder Mineralstoffe enthalten, bei bestimmten Erkrankungen verordnet und von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Die Einnahme kann auch als Begleittherapie erfolgen. Private Krankenkassen prüfen nach Angaben der Verbraucherzentrale meist durch ärztliche Befunde oder Behandlungsberichte, ob eine medizinische Notwendigkeit besteht. Sofern die Erstattung im Tarif aufgeführt ist, können in Einzelfällen dann auch freiverkäufliche Arzneimittel erstattet werden.

Nahrungsergänzungsmittel bei Allergien und Unverträglichkeiten: Diese können erstattet werden

Nach den Arzneimittelrichtlinien können folgende Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente unter bestimmten Voraussetzungen ärztlich verordnet und von den Krankenkassen übernommen werden: Vitamin K als Monopräparat bei nachgewiesenem, schwerwiegendem Vitaminmangel. Wasserlösliche Vitamine, Benfotiamin (Vitamin B1) und Folsäure (5 mg/Dosiseinheit) als Monopräparate, ebenfalls nur bei nachgewiesenem, schwerwiegendem Vitaminmangel.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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