Ein Mann fährt mit einer Frau auf dem Gepäckträger eine Straße entlang (Symbolbild).
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Damit der Ausflug nicht zur bösen Überraschung wird, sollten Allergiker bei der Planung einiges beachten (Symbolbild).

Alltag mit Allergien

Im Auto, im Urlaub und beim Spaziergang: 5 Tipps, was Allergiker unterwegs beachten sollten

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Bei Allergien können auftretende Beschwerden Ausflüge und Reisen schnell verderben. Eine sorgfältige Planung und Notfallmedikamente sind deshalb das A und O.

Mönchengladbach – Allergien, Asthma und Neurodermitis können Betroffene im Alltag stark einschränken. Damit Aufenthalte im Freien, Urlaube und Autofahrten nicht von lästigen Beschwerden durchkreuzt werden, sollten Betroffene bei der Planung einiges beachten. Bei starken Allergien ist es außerdem wichtig, sich für den Notfall zu wappnen.

1. Unterwegs mit Allergien: Pollenflugvorhersage vor dem Ausflug prüfen

Allergiker sollten vor dem Ausflug mögliche Einflussfaktoren auf die Allergie berücksichtigen. Bei einer Pollenallergie ist es sinnvoll, sich über den aktuellen Pollenflug mit einer Pollen-App zu informieren. Meist schwankt die Pollenbelastung der Außenluft je nach Ort, Uhrzeit und Wetter. Während sie in der Stadt meist abends am stärksten ist, ist die Pollenkonzentration auf dem Land in den Morgenstunden am höchsten. Warmes und trockenes Wetter begünstigt den Pollenflug.

2. Unterwegs mit Allergien: Tipps fürs Autofahren

Wer an einer Pollenallergie leidet, kann bei auftretenden Niesattacken und Verreißen des Steuers die Sicherheit im Straßenverkehr gefährden. Wie der ADAC verweist, können Autofahrer schon bei einer eine Sekunde andauernden Niesattacke mit geschlossenen Augen „blind“ 14 Meter zurücklegen. Auch das Suchen nach Taschentüchern in der Handtasche oder im Handschuhfach kann die Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr ablenken. Ein weiteres Risiko stellen Antihistaminika mit einer sedierenden Wirkung dar, die das Reaktionsvermögen einschränken.

Zum Schutz vor allergischen Reaktionen sollten Pollenallergiker während der Pollensaison die Fenster im Auto besser geschlossen halten und die Klimaanlage einschalten. In den meisten Autos sind Pollenfilter standardmäßig eingebaut, zusätzliche Allergen-Filter lassen sich einbauen und sollten regelmäßig ausgetauscht werden. Eine Sonnenbrille beim Fahren schützt empfindliche Augen vor zusätzlichen Reizungen, Taschentücher sollten griffbereit sein und kontaminierte Straßenkleidung, wie Jacken und Mäntel, im Kofferraum aufbewahrt werden. Den Innenraum des Autos regelmäßig zu saugen und Parken unter Bäumen zu vermeiden, hält das Auto pollenfrei.

3. Unterwegs mit Allergien: Urlaub richtig planen

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) weißt darauf hin, dass die richtige Planung für Allergiker die Voraussetzung für einen beschwerdefreien Urlaub ist. Wer an Allergien, Asthma oder Neurodermitis leidet, sollte Urlaubsziel und Urlaubszeitraum gut überdenken und möglichst mit seinem Arzt besprechen. Jede Allergie ist anders und entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen an den Feuchtigkeitsgehalt der Luft, die Höhenlage, Luftströme, Temperaturen, Staubfreiheit und Sonnenscheindauer des Reiseziels. Abhängig von der Allergie eignen sich vor allem mittlere Höhenlagen zwischen 1.500 bis 2000 Metern, Hochseeinseln und Orte in Meeresnähe, da hier die Belastung durch Allergene wie Pollen, Schimmelpilzsporen, Milben und Feinstaub gering ist. Auch Neurodermitiker-Haut kann von salzhaltiger Meeresluft profitieren.

Einige Hotels und Unterkünfte haben sich zudem auf Allergiker spezialisiert. Meiden sollten Reisende mit Allergien vor allem Raucherzimmer, schlecht durchlüftete Räume (z.B. Badezimmer ohne Fenster), alte Matratzen, Staubfänger wie Vorhänge und volle Regal und - bei einer Tierhaarallergie - Hotels, in denen Haustieren erlaubt sind. Wer eine Nahrungsmittelallergie hat, sollte sich vorab informieren, ob das Hotel allergikergeeignetes Essen serviert.

4. Unterwegs mit Allergien: Tipps für einen beschwerdefreien Spaziergang

Pollenallergiker sollten während der Blühzeit längere Aufenthalte im Freien (vor allem in der Nähe von blühenden Wiesen) vermeiden. Ganz auf frische Luft verzichten müssen sie aber natürlich nicht. Ein Spaziergang bietet sich zum Beispiel nach starken Regenfällen an, wenn die Pollenbelastung der Außenluft gering ist. Vorsicht ist jedoch bei Gewittern geboten, da sie die Pollenbelastung kurzfristig steigern und asthmatische Anfälle auslösen können (sogenanntes Gewitter-Asthma).

Eine Brille bzw. Sonnenbrille kann die Augen vor fliegenden Pollen schützen. Kontaktlinsen beim Spaziergang sind dagegen eher ungeeignet. Nach dem Spaziergang sollte die getragene Kleidung gewaschen oder zumindest abgebürstet werden, damit sich daran haftende Pollen nicht im Haus verteilen. Darüber hinaus sollte Straßenkleidung nicht mit ins Schlafzimmer genommen werden.

Im Herbst können Spaziergänge im Wald Schimmelpilzsporen im Laub aufwirbeln und bei Schimmelpilzallergikern Atemwegsbeschwerden auslösen. Besonders bei windigem und trockenen Wetter sollten Schimmelpilzallergiker Wälder und Parkflächen meiden oder auf Nadelwälder ausweichen. Auch um motorisierte Laubbläser sollten Allergiker einen großen Bogen machen.

5. Unterwegs mit Allergien: Insekten bei Insektengiftallergie meiden

Bei einer bekannten Insektengiftallergie sollten Betroffene immer ein Allergie-Notfallset bei sich tragen. Die darin enthaltenen Medikamente können bei einem anaphylaktischen Schock Blutdruck und Kreislauf stabilisieren. Bestandteile des Notfallsets sind:

Um Stiche zu vermeiden, sollten Insekten wie Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen stets mit Respekt behandelt und nicht unnötig provoziert werden (etwa durch hektische Bewegungen). Reifes Obst, Fallobst und Parfüms ziehen die Insekten an. Bei locker sitzender Kleidung können die Tiere in Ärmel und Hosenbeine krabbeln, schwarzer und geblümter Stoff zieht sie zusätzlich an. Auch Barfußlaufen, offenes Schuhwerk, Mülltonnen und Essen im Freien stellen ein zusätzliches Risiko dar und sollte vermieden werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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