Eine Frau gießt mit einem Gartenschlauch Blumen in ihrem Garten.
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Wer unter Heuschnupfen leidet, muss nicht auf einen Garten verzichten (Symbolbild).

Allergenarmer Garten

Gartentipps für Allergiker: Das sollten Sie beachten

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Gartenliebhaber leiden meist besonders unter einer Allergie. Denn Pollen, Insekten und Co. machen ihnen das Leben schwer. Die besten Tipps für die Gartenarbeit und -gestaltung, erfahren Sie hier.

  • Wer unter einer Allergie leidet, für den kann die Gartenarbeit schnell zur Qual werden.
  • Besonders im Frühjahr fühlen sich viele Menschen eingeschränkt.
  • Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks macht der Aufenthalt im Freien wieder Spaß.

Mönchengladbach – Niesattacken, ständiger Schnupfen und gereizte Augen – mit dem Frühling beginnt für viele Menschen auch eine Zeit der ständigen Beschwerden. So schön diese Jahreszeit auch ist, Allergiker können sie meist kaum genießen. Laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (Eurpean Centre for Allergy Research Foundation, ECARF), gegründet von Jörgen Philip-Sörensen (71, † 2010), leiden rund 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland an einer Allergie, etwa 15 Prozent der Bevölkerung haben Heuschnupfen. Wirbeln die Pollen durch die Luft, wollen viele Betroffene das Haus am liebsten gar nicht verlassen. An einen gemütlichen Tag im Garten, ist meist nicht einmal zu denken.

Allergien im Garten: Die Auslöser sind vielfältig

Verursacht werden die allergischen Symptome bei Heuschnupfen durch den Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Kräutern. Über den Wind verteilen sich die Pollen in der Umgebung und gelangen so an die Schleimhäute Bei Menschen, deren Immunsystem empfindlich reagiert, löst das eine allergische Reaktion aus. Doch nicht nur Pollen gehören zu den Übeltätern, überall im Garten lauern mögliche Allergieauslöser. Damit Sie die Zeit im Freien trotzdem genießen können, haben wir ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt. 

Egal ob englischer Rasen, Blumenwiese oder Spielplatz – der perfekte Garten sieht für jeden Menschen anders aus. Was viele Allergiker nicht wissen: Wer schon bei der Planung und Gestaltung ein paar einfache Regeln befolgt, kann die Allergenbelastung im Garten deutlich reduzieren. Doch wie sieht ein allergenarmer Garten aus? Und welche Pflanzen sind besonders allergiefreundlich?

Gartentipps für Allergiker: Das sollten Sie bei der Gartenplanung beachten

Schon bei der Pflanzenauswahl kann einiges schiefgehen. Wer unter einer Allergie leidet, sollte daher zunächst in Erfahrung bringen, welche Pflanzen die Beschwerden auslösen. Nur dann können allergene Bäume, Blumen und Sträucher aus dem Garten entfernt werden. Denn trotz Allergie haben viele Menschen Pflanzen im Garten, die bei Ihnen allergische Symptome verursachen. Lassen Sie einen Allergietest beim Arzt durchführen, um eine genaue Diagnose zu bekommen. Auch für die Behandlung ist das sehr wichtig!

Generell gilt: Pollenallergiker sollten auf Pflanzen verzichten, die zu den Windblütlern zählen, denn diese verteilen ihren Blütenstaub hauptsächlich über die Luft. So zählen neben Baumpollen beispielsweise auch Gräser- und Wildkräuterpollen zu den typischen Heuschnupfenauslösern. Gelangen die Pollen an die Schleimhäute, verursachen sie unangenehme Beschwerden. Stattdessen sollten Allergiker lieber auf Pflanzen ausweichen, die durch Insekten bestäubt werden. Dabei hilft laut dem Deutschem Allergie- und Asthmabund (DAAB), dessen Vorstandsvorsitzende Elke Heuvens ist, eine einfache Faustregel: Je größer und auffälliger die Blüten, umso wahrscheinlicher handelt es sich um insektenbestäubte Pflanzen. Diese verteilen ihre Pollen hauptsächlich durch umherfliegende Bienen, Wespen und andere Insekten - außerdem produzieren sie meist weniger Blütenstaub.

Gartentipps für Allergiker: Nicht alle Pflanzen sind für Allergiker gefährlich

Diese Pflanzen eignen sich auch für Pollenallergiker:

  • Insektenblütige Bäume und Sträucher: Spitzahorn, Weißdorn und Eberesche
  • Obstbäume und –sträucher wie Apfel, Pflaume und Kirsche
  • Rosensträucher, Hortensien und Berberitze
  • Balkon- und Beetpflanzen: Stiefmütterchen, Hornveilchen, Vergissmeinnicht und Kapuzinerkresse
  • Kletterpflanzen: Kletterrose, Clematis, Geißblatt, Kletterhortensien
  • Stauden: Storchschnabel, Eisenkraut, Garten-Mohn, Lavendel und Frauenmantel
  • Kräuter: Thymian, Pfefferminze, Rosmarin, Schnittlauch und Petersilie

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) bietet Allergikern eine ausführliche Liste aller Pflanzen, die als allergikerfreundlich gelten.

Allergikerfreundlicher Garten: Pflanzen Sie Hecken und schaffen Sie so windberuhigte Ecken

Hecken aus Bäumen und Sträuchern, auf die Sie nicht allergisch sind, können nicht nur als Windfang, sondern auch als Pollenfilter dienen. Ebenfalls schaffen Mauern, Zäune und Sichtschutze windberuhigte Räume. Es gilt: Weniger Wind bedeutet auch weniger Pollenflug

Um zu vermeiden, dass die Pollen auch in das Haus gelangen, können Sie Pollenschutzgitter an Terrassen- oder Balkontür anbringen. Diese halten einen großen Teil der Pollen draußen. Zudem sollten Sie Hecken und Sträucher nur nach einem starken Regen schneiden, dann sitzen die Pollen nicht mehr in Blättern und Ästen fest. Auch mit dem Gartenschlauch können Sie die Pflanzen vor dem Stutzen bewässern, dadurch vermeiden Sie das Aufwirbeln von Pollen und Sporen. 

Gartentipps für Allergiker: Verhindern Sie die Ausbreitung von nicht heimischen Pflanzen

Wildkräuter wie Brennnesseln, Beifuß, Ambrosia, Wegerich und Sauerampfer können ebenfalls Allergien auslösen. Vor allem Ambrosia, auch Traubenkraut genannt, gehört zu den hochallergenen Pflanzen. Sie wurde vor einigen Jahren nach Deutschland eingeschleppt und verdrängt seitdem viele heimische Arten. Da die Samen im Boden bis zu 40 Jahre lang überleben können, sollten Hobbygärtner die Pflanzenteile sorgfältig vernichten. Das Pflanzen von sogenannten immergrünen Bodendeckern, wie die Schaumblüte und der Balkan-Storchschnabel, sorgt dafür, dass ungeliebtes Unkraut sich nicht ansiedeln kann. 

Vor allem Menschen mit einer Gräserpollenallergie sollten mögliche Kreuzreaktionen mit anderen Gräserarten im Auge behalten. So kann es bei einer Allergie auf Graspollen auch dazu kommen, dass sie unter einer Allergie auf Bambus oder Ziergräser wie Pampasgras, Lampenputzer-, Bermuda- oder Pfeifengräseräser leiden.

Allergien im Garten: So gelingt die Gartenarbeit

Nicht nur bei der Planung des Gartens, sondern auch bei der Gartenarbeit sollten Allergiker einige Tipps beachten. So kann schon das Rasenmähen Heuschnupfen auslösen. Der Pflanzensaft des Grases enthält Allergene, die den Pollen sehr ähnlich sind. Aber auch der Blütenstaub anderer Pflanzen, Schimmelpilzsporen und Staub können sich zwischen den Grashalmen verstecken. Fährt man mit dem Rasenmäher über den Grasteppich, wirbelt dieser den Pollencocktail auf, wodurch die Allergieauslöser an die Schleimhäute gelangen. 

Wenn der Rasen sehr kurz ist, beginnt das Gras nicht an zu blühen und damit sinkt auch die Allergenbelastung. Häufiges Mähen kann daher hilfreich sein. Trotzdem sollten Allergiker das Rasenmähen lieber einem anderen, beschwerdefreien Familienmitglied übertragen oder die Arbeit einem Mähroboter überlassen. 

Allergien im Garten: Behalten Sie das Wetter im Blick

Der beste Zeitpunkt für die Gartenarbeit ist, wenn das Wetter nach einem langen Regen wieder besser wird. Dann befinden sich nicht nur weniger Pollen in der Luft, sondern der Blütenstaub ist dann durch die Feuchtigkeit so schwer, dass der Wind ihn nicht mehr so leicht aufwirbeln kann.

Auch fließendes Wasser kann dafür sorgen, dass sich die Pollenkonzentration im Garten verringert. Ein kleiner Gartenteich trägt dazu bei, dass der Blütenstaub im Wasser gebunden wird und weniger Pollen im Garten unterwegs sind.

Gartentipps für Allergiker: Wählen Sie die richtige Jahres- und Tageszeit für die Gartenarbeit

Werfen Sie einen Blick auf den Pollenflugkalender. Der Kalender zeigt nicht nur, wann die Pollenbelastung einer bestimmten Pflanze am höchsten ist, sondern hilft auch bei der Planung der Gartenarbeit. Wer gegen frühblühende Pflanzen allergisch ist, sollte daher vor allem im Frühjahr nicht zu viel Zeit im Garten verbringen.

Auch die Tageszeit spielt eine Rolle bei der Pollenbelastung. Die meisten Pollen sind gegen 15 Uhr unterwegs. Früh aufstehen lohnt sich daher für Allergiker, denn morgens vor 8 Uhr ist die Pollenkonzentration in der Luft niedriger als im Laufe des Tages. Auch am Abend ab 18 Uhr wird es meist angenehmer für Allergiker.

Allergien im Garten: Beugen Sie Kontaktallergien vor

Nicht nur in der Luft, auch in Pflanzenteilen lauern Allergieauslöser. So kann schon der Kontakt mit einem Pflanzenstoff bei manchen Menschen zu einer Immunreaktion führen. Zu den häufigsten Auslösern einer Kontaktallergie gehört die Primel. Schon eine leichte Berührung mit der Blume löst bei empfindlichen Menschen Hautreizungen und Schwellungen hervor.

Auch der Kontakt mit verschiedenen Pflanzensäften, Dornen oder Stacheln kann eine allergische Reaktion verursachen. Um sich vor den Allergenen anderer Pflanzen zu schützen, sollten Betroffene daher auf lange Kleidung, geschlossene Schuhe und gegebenenfalls Handschuhe achten.

Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) sind folgende Blumen und Kräuter unbedenklich: 

  • Fackellilie
  • Frauenmantel
  • Lobelie
  • Löwenmäulchen
  • Salbei
  • Thymian
  • Katzenminze
  • Sonnenblumen
  • Sonnenröschen
  • Stockrose
  • Storchschnabel
  • Tränendes Herz
  • Vergissmeinnicht
  • Wilder Wein

Nach der Gartenarbeit gehört die getragene Kleidung in die Wäsche. Auch sollten Sie sich bei einer ausgiebigen Dusche die Haare waschen. Diese Maßnahmen verhindern, dass Pollen in das Haus oder die Wohnung gelangen und sich dort verteilen.

Gartentipps für Allergiker: Suchen Sie einen geeigneten Platz für Komposthaufen und Biotonne

Komposthaufen und Biotonnen sollten Sie möglichst weit weg vom Fenster oder der Terrasse platzieren. Vor allem bei Menschen mit einer Allergie gegen Schimmelpilze sind Komposter und Mülltonnen problematisch, da sich häufig Pilzsporen in den Behältern entwickeln. Ein geschlossener Komposthaufen und regelmäßiges Säubern der Biotonne können die Schimmelpilzbelastung verringern.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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