Eine Frau gießt im Garten Blumen (Symbolbild).
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Insekten, Pollen und Schimmel - Im Garten sind zahlreiche Allergieauslöser zu finden (Symbolbild).

Leben mit einer Allergie

Allergien im Garten: Das sind die häufigsten Allergieauslöser

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Wer unter einer Allergie leidet, für den ist die Arbeit im eigenen Garten meist kein Vergnügen. Welche Allergieauslöser im Garten lauern und wie Sie sich schützen können.

  • Für Allergiker ist die Gartenarbeit meist kein Spaß.
  • In vielen Gärten lauern Allergieauslöser, die zu unangenehmen Beschwerden führen können.
  • Wer bei der Gartenplanung und Pflanzenauswahl ein paar Dinge beachtet, kann das ganze Jahr von seinem Garten profitieren.

Mönchengladbach – Wird das Wetter besser und steigen die Temperaturen, wächst und gedeiht auch die Natur. Wenn die Nase läuft und die Augen brennen, wird diese Jahreszeit für Allergiker jedoch häufig zur Tortur. Egal ob Pollen-, Insekten- oder Kontaktallergie - gerade in im Frühling lauern besonders viele Allergieauslöser im Garten.

Gemütlich in der Sonne sitzen oder im Beet gärtnern – für Gartenliebhaber mit Allergie ist ein entspannter Aufenthalt im Freien meist kaum möglich. Wer trotz Allergie die Zeit im Garten genießen möchte, sollte sich für die Gartenplanung und Pflanzenauswahl genügend Zeit nehmen. Doch welche Blumen und Sträucher sind für einen allergiearmen Garten geeignet? Und wie können Allergiker den typischen Allergieauslösern aus dem Weg gehen?

Heuschnupfen, Insektenallergie und Co.: Diese Allergieauslöser lauern im Garten

Fakt ist: Einen völlig allergenfreien Garten gibt es nicht. Egal ob Bäume, Sträucher oder Gräser – theoretisch kann jede Pflanze eine Allergie oder Überempfindlichkeit auslösen. Nicht nur Pollen gehören dabei zu den Übeltätern im Garten, auch Insekten, Pflanzenteile und Schimmelpilze können zur Plage werden. Obwohl die meisten Allergiker unter Heuschnupfen leiden, kann auch schon eine kurze Berührung mit bestimmten Pflanzenteilen zu Rötungen und Irritationen der Haut führen.

Was viele nicht wissen: Auch beliebte Zimmer- und Gartenpflanzen, wie Primeln oder Chrysanthemen, können bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen verursachen. Kommt die Haut in Kontakt mit Pflanzensäften oder Dornen, entwickeln sich die Symptome meist in kurzer Zeit. Schützen kann man sich vor der allergischen Reaktion nur durch das Tragen von geschlossenen Schuhen, langen Hosen und T-Shirts. 

Allergien im Garten: Schimmelpilze und Insektengift können allergische Reaktionen verursachen

Wer regelmäßig im Garten arbeitet, kennt es – an jeder Ecke summt und brummt es. Obwohl Insekten und vor allem Bienen zu den gern gesehenen Gästen im Garten gehören, können Sie für manche Menschen sehr gefährlich werden. Wer unter einer Insektengiftallergie leidet, muss besonders bei der Gartenarbeit aufpassen. Schließlich drohen bei einem Stich heftige Beschwerden wie Atemnot und Kreislauf-Kollaps bis hin zu einem anaphylaktischen Schock.

Auch Schimmelpilze gehören zu den häufigen Allergieauslösern im Garten. Schimmelpilzsporen kommen überall in unserer Umwelt natürlich vor. Häufig befinden sie sich beispielsweise im Komposthaufen, der Gartenerde, unter Laub oder in der Biotonne. In der Luft sind Pilzsporen vor allem im Hochsommer und Herbst verbreitet. Häufiges Niesen und tränende Augen können auf eine Allergie gegen Schimmelpilze hinweisen.

Garten trotz Allergie: Das müssen Sie wissen

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem empfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe – im Fall der Pollenallergie ist das der Blütenstaub der Pflanzen. Doch fliegen die Pollen durch die Luft, heißt das nicht, dass Allergiker ab sofort ihre Zeit hinter geschlossenen Fenstern verbringen müssen. Um auch im Frühjahr den eigenen Garten genießen zu können, sollten Sie daher genau wissen, welche Pflanzen für Ihre Symptome verantwortlich sind.

Wann machen sich die Beschwerden bemerkbar? Wo sind sie am stärksten? Und wie lange halten sie an? Treten die Symptome beispielsweise an einer Stelle im Garten oder zu einer bestimmten Jahreszeit auf, kann eine Pollenallergie dahinterstecken. Betroffene sollten zur genauen Diagnose ihren Arzt aufsuchen, der kann mithilfe eines Allergietests feststellen, welche Allergieauslöser die Beschwerden hervorrufen. Sind die Übeltäter bekannt, sollten Allergiker sich über die Blütezeit, die Pflanzenfamilie und eventuelle Kreuzreaktionen informieren.

Allergien im Garten: Kreuzallergien machen Allergikern das Leben schwer

Häufig reagieren Betroffene nicht nur auf eine Pflanze allergisch, sondern gleich auf verschiedene Pollenarten. Vor allem Pollenallergiker leiden häufig unter sogenannten Kreuzreaktionen, bei denen verschiedene Allergieauslöser für die allergischen Symptome verantwortlich sind. Wer beispielsweise allergisch auf Birkenpollen ist, reagiert möglicherweise auch auf den Blütenstaub einer Hasel. Bei der Gartenplanung sollten Allergiker daher auch Pflanzen, die aus der gleichen Familie, wie die Allergieauslöser kommen, vermeiden.

Gartenpflanzen: Diese Pflanzen sollten Allergiker meiden

Ausgelöst wird eine Pollenallergie durch umherfliegenden Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern und Gräsern. Pflanzen, die ihre Pollen über den Wind verbreiten und bei der Bestäubung nicht auf Insekten angewiesen sind, bezeichnen Experten als Windblütler. Dabei gilt: Je unauffälliger die Blüte, umso mehr ist die Pflanze von der Windbestäubung abhängig.

Für die meisten Allergien sind Frühblüher wie Hasel, Erle und Birke verantwortlich. Die Pollen dieser Bäume sind nicht klebrig und haben meist eine glatte Oberfläche. Sie produzieren jedoch sehr viele Pollen. Aber auch Gräser wie Roggen und Kräuter wie Beifuß und Ambrosia lösen Pollenallergien aus. Vor allem die Samen von Birken- und Weidengewächsen, aber auch die der Hasel, Birke und Esche legen über den Wind manchmal einige Kilometer zurück.

Zu den windblütigen Pflanzen, die häufig allergische Reaktionen auslösen gehören:

  • Koniferen (Nadelbäume mit Zapfen) wie beispielsweise Thuja, Zypresse, Zeder, Douglasie, Lärche, Kiefer, Tanne und Fichte
  • Gräser und Sträucher mit Kätzchenblüten wie Birke und Hasel
  • Kräuter wie Beifuß, Wegerich, Brennnessel, Knöterich
  • Zier- und Pfeifengräser wie Bambus, Pampasgras-, Bermuda oder Pfeifengräser

Diese Pflanzen benötigen keine auffälligen Blüten um Insekten anzulocken. Es gibt jedoch auch Pflanzen, die vorwiegend durch Insekten bestäubt werden, aber auch zusätzlich Pollen durch Wind freisetzen, wie die Weide. Sie verteilen vor allem in den Frühlingsmonaten viele Pollen durch die Luft.

Allergien im Garten: Faustregel hilft bei der Pflanzenauswahl

Doch welche Pflanzen sind für Menschen mit Allergien problematisch? Bei der Auswahl hilft eine einfache Faustregel: Je prächtiger die Blüte einer Blume, umso besser ist sie für Allergiker geeignet. Was sich zunächst unlogisch anhört, folgt einem ganz einfachen Prinzip. Pflanzen mit großen Blüten locken Bienen, Wespen und andere Insekten an. Auch produzieren diese Pflanzen nur wenige Pollen, die meist schwer und groß sind. Das heißt, sie sind nicht auf den Wind angewiesen, um sich zu verbreiten. Weniger Pollen in der Luft bedeuten auch weniger Allergieauslöser für Allergiker. Fliegen die Pollen nicht umher, können sie auch nicht auf die Schleimhäute der Betroffenen gelangen und lösen daher keine Beschwerden aus.

Tipp! Kaufen Sie Pflanzen mit dem Etikett „Bienenweide“, diese Pflanzen werden über Insekten bestäubt. Menschen mit einer Allergie gegen Insektengift sollten diese Pflanzen jedoch meiden.

Allergien im Garten: Diese Pflanzen sind auch für Allergiker geeignet

Viele Gartenpflanzen zählen zu den Insektenblütlern und lösen nur selten Allergien aus. Zu den insektenblütigen Pflanzen gehören laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB):

  • Bäume und Sträucher wie Spitzahorn, Weißdorn, Rosensträucher und Hortensien
  • Obstbäume und –sträucher wie Birne, Apfel, Kirsche, Pflaume, Schlehe, Himbeere und Joahnnisbeere
  • Balkonpflanzen wie Vergissmeinnicht, Petunien und Hornveilchen
  • Kletterpflanzen wie Clematis, Kapuzinerkresse und Kletterhortensien
  • Stauden wie Storchschnabel, Rosen, Mohn, Spornblumen und Pfingstrosen
  • Kräuter wie Lavendel, Bronzefenchel und Salbei

Allergien im Garten: Nicht heimische Pflanzen entfernen

Auch viele Pflanzen, die in Deutschland nicht heimisch sind, lösen häufig Allergien aus. Ambrosia, Riesenbärenklau und die japanische Zeder gelten als hochallergen. Meist breiten sich die Pflanzen in rasantem Tempo aus – und das unbemerkt von vielen Gartenbesitzern. So siedelt sich Ambrosia häufig als Unkraut in den Gärten an. Hat die Pflanze sich einmal dort verbreitet, kann sie starke allergische Symptome verursachen. 

Die Ambrosia, auch Traubenkraut genannt, verdrängt auch viele heimische Pflanzen. Sie ist dabei sehr widerstandsfähig, so überleben ihre Samen meist einige Jahrzehnte im Boden. Hat die Pflanze sich in Ihrem Garten angesiedelt, sollten Sie vorsichtig sein. Entfernen Sie alle Pflanzenteile und auch bei der Entsorgung sollten Sie darauf achten, dass die Pflanze nicht in der Biotonne, sondern im Hausmüll landet, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.

Gartenpflanzen: Weniger bekannte Allergieauslöser

Zu den eher unbekannteren Allergieauslösern zählt auch der Olivenbaum. Als Zierpflanze schmückt er so manch eine Terrasse, doch für Allergiker ist er nicht geeignet. Besonders für Menschen, die auf Graspollen reagieren, sind Bambus und Ziergräser wie Pampasgras, Lamenputzer-, Bermuda- oder Pfeifengräser nicht geeignet.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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