Ein Mann wirbelt Laub mit einem Laubbläser auf (Symbolbild).
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Wer allergisch auf Hausstaub, Schimmelpilze oder Pollen reagiert, sollte im Herbst einen großen Bogen um Laubbläser machen (Symbolbild).

Allergie-Auslöser im Herbst

Gefahr für Allergiker: Laubbläser wirbeln Pollen, Staub und Schimmelpilzsporen auf

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Laubbläser wirbeln zahlreiche Mikropartikel wie etwa Staub, Pollen und Pilzsporen auf. Für Allergiker und Menschen mit einer Lungenerkrankung kann das zur ernsthaften Gefahr für die Gesundheit werden.

München – Die Temperaturen sinken und laubbedeckte Straßen läuten die bunte Jahreszeit ein. Um Gärten und Gehwege von heruntergefallenen Blättern zu befreien, greifen viele Hausbesitzer, Hausmeister und Straßenreiniger zu Laubbläsern. Doch die Gartengeräte sind nicht nur laut und riechen unangenehm - sie wirbeln auch zahlreiche potenzielle Allergie-Auslöser wie Pollen, Staub und Schimmelpilzsporen auf. Vor allem Menschen mit Allergien oder Vorerkrankungen der Atemwege sollten die motorisierten Geräte deshalb meiden.

Gefahr für Allergiker durch Laubbläser: Gesundheitsschädigende Auswirkungen

Laubbläser erleichtern die Arbeit im Garten oder auf der Straße ungemein. Trotzdem sollte ihr Gebrauch überdacht werden, denn die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt sind enorm.

Nach Angaben des Lungeninformationsdienstes des Helmholtz Zentrum München befindet sich im Vergleich zum Rechen nach dem Laubblasen etwa die zehnfache Menge an winzigen Partikeln wie Staub, Pollen und Pilzkeimen in der Umgebungsluft. Während viele Pollen im Herbst bereits biologisch abgebaut und dadurch nicht mehr allergieauslösend sind, können Pilzkeime und aufgewirbelter Staub allergische oder entzündliche Reaktionen in den Atemwegen auslösen. Und auch das Gehör kann in Mitleidenschaft gezogen werden: Laut Umweltbundesamt können Laubsauger und -bläser zwischen 90 und 120 Dezibel erreichen und sind damit etwa so laut wie Kettensägen oder Presslufthammer.

Gefahr für Allergiker: So schaden Laubbläser der Natur

Auch die ökologischen Schäden der motorisierten Laubbläser sind nicht zu unterschätzen, wie der NABU verweist. Zum einen sind zusammengerechte Laubhaufen ein wichtiges Winterquartier für Tiere wie Igel, Insekten und Amphibien. Wird das Laub mit Luftgeschwindigkeiten von bis zum 160 km/h aufgewirbelt, können sie sich kaum widersetzen und sterben. Zum anderen stoßen die Verbrennungsmotoren Giftstoffe wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Bleibt Laub liegen, kann es hingegen dem Nährstoffrecycling zugeführt werden.

Gefahr für Allergiker: Besser Rechen als Laubblasen

Um sich vor allergischen Reaktionen zu schützen, sollten Allergiker im Herbst einen großen Bogen um Laubbläser machen. Wer den eigenen Garten von Laub befreien möchte, sollte nach Empfehlung des Umweltbundesamts auf Besen, Rechen und Harke zurückgreifen. So wird die Feinstaub- und Lärmbelastung der Umgebung gering gehalten und die Gartenarbeit obendrein zur gesunden körperlichen Betätigung.

Wer dennoch auf den Laubbläser zurückgreifen möchte, sollte in jedem Fall folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Tragen Sie beim Gebrauch des Laubbläsers unbedingt Atemschutzmaske, Schutzbrille und Gehörschutz
  • Greifen Sie auf Gerätebenzin, kein normales Benzin zurück
  • Viertaktgeräte verursachen weniger Lärm und Abgase als Zweitakter
  • Beschränken Sie den Einsatz auf das Nötigste
  • Bei trockenem Wetter, während des Pollenflugs oder nach Gewitter sollten sie auf den Laubbläser verzichten
  • Meiden Sie den Einsatz an exponierten Stellen

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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