Arzt und Patient befinden sich im Arztgespräch (Symbolbild).
+
Im Arztbrief sind alle Informationen rund um das Behandlungsgeschehen dokumentiert (Symbolbild).

Wichtiges Dokument

Arztbrief: Welche Informationen drin stehen und wofür er nötig ist

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
    schließen

Lange wurde der Arztbrief per Post zugestellt - mittlerweile überbringen Patienten oft selbst das wichtige Dokument. Doch welche Informationen sind im Arztbrief enthalten?

Gotha – Der Arztbrief kommt bei einer Überweisung vom Hausarzt zum Spezialisten oder zwischen Fachärzten zum Einsatz. Auch bei der Kommunikation zwischen Arzt und Krankenhaus ist er hilfreich – dabei dreht sich alles um den Patienten. Doch wirft man als Laie einen Blick in das Dokument, versteht man meist nur wenig. Denn der Befundbericht ist vor allem zur Kommunikation zwischen Medizinern gedacht. Was sich hinter den Formulierungen verbirgt, können Patienten sich jedoch erklären lassen.

Wissenswertes zum Arztbrief: Wofür ist das Dokument gedacht?

Der Arztbrief ist ein wichtiges Dokument, denn er übermittelt an Schnittstellen alle wichtigen Informationen. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, erklärt: „Er soll den weiter- oder mitbehandelnden Arzt auf den aktuellen Stand bringen.“ Doch welche Informationen sind in einem Arztbrief zu finden?

„Der Arztbrief dokumentiert ein Behandlungsgeschehen“, erklärt Eugen Brysch, Vorsitzender des Thüringer Hausärzteverbandes, der mit weiteren Kollegen in einer Landarztpraxis tätig ist. Welche Krankengeschichte liegt vor, was wurde untersucht und was ist dabei herausgekommen? Wie lautet die Diagnose und welche Therapie oder Weiterbehandlung wird vorgeschlagen? All diese Informationen sind im Arztbrief zu finden. Hausärzte müssen sich daher die Informationen herausfiltern, die für sie wichtig sind. Dabei sind natürlich die Diagnose und die empfohlene Therapie am wichtigsten.

Arztbrief: Wieso ist der Patient der Bote?

„Vor 10 bis 15 Jahren ist der Arztbrief oft noch mit der Post gekommen“, erklärt Ulf Zitterbart. „Das hat sich geändert. Es ist üblich geworden, dass der Patient der Bote ist.“ Über den Postweg habe die Zustellung oft mehrere Tage gebraucht. Doch das kann unpraktisch sein, beispielsweise wenn sich innerhalb weniger Tage bereits etwas in der Behandlung oder der Medikamenteneinnahme ändert.

Ein weiterer Grund, warum der Arztbrief mittlerweile häufig über den Patienten vermittelt wird, ist, dass das Dokument aus Datenschutzgründen nicht als normale E-Mail verschickt werden darf. Außerdem werde so deutlich, wer eigentlich Eigentümer des Briefes sei, meint Eugen Brysch. Verloren gehen kann ein Arztbrief nicht: Ein Krankenhaus muss ihn 30 Jahre aufbewahren, ein niedergelassener Arzt zehn Jahre.

Arztbrief: Welche Informationen sind im Arztbrief zu finden?

Meist dauert es seine Zeit, bis der behandelnde Arzt das Dokument verfasst hat. Hausarzt Ulf Zitterbart empfiehlt aber, im Krankenhaus auf jeden Fall auf das Dokument zu warten. „Der Patient war ja nicht ohne Grund da, es geht um eine wichtige Sache.“ Anders sehe es zum Beispiel bei einem regulären jährlichen Herz-Ultraschall beim Kardiologen aus. Da kommt es auf eine Woche nicht an. Denn liegt eine ernsthafte Erkrankung vor, informiert der Facharzt den Hausarzt in der Regel schnellstmöglich.

Arztbrief: Bei Missverständnissen nachfragen

Eigentlich sollte ein Arztbrief so geschrieben sein, dass er für jeden verständlich ist. Bei Unklarheiten sollten Patienten daher direkt beim Verfasser nachfragen. „Aber viele Fachärzte, wie etwa Radiologen, verzichten oft auf ein Nachgespräch“, kritisiert Ulf Zitterbart. Im Krankenhaus wiederum ist womöglich nicht die Zeit da, alles zu besprechen. „Da ist der Hausarzt ein guter und wichtiger Ansprechpartner“, sagt Ulf Zitterbart. (Christina Bachmann mit Material der dpa)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren