Trauriger Junge mit medizinischer Gesichtsmaske hinter einem Fenster während der Ausganssperre (Symbolbild).
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Der Mund-und-Nasenschutz sollte regelmäßig gewechselt werden (Symbolbild).

Mund- und Nasenschutz

Gereizte Atemwege: Warum Sie Gesichtsmasken auf keinen Fall mehrmals tragen sollten

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Mehrfaches Tragen von Einwegmasken führt möglicherweise zu Reizungen der Haut und zu Atemwegsbeschwerden. Wer sich jedoch für die richtige Maske entscheidet, kann den Problemen vorbeugen.

Mainz – Der Mund- und Nasenschutz ist im vergangenen Jahr zum ständigen Begleiter geworden. So gilt in den meisten öffentlichen Bereichen wie Bus und Bahn sowie in Geschäften zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine allgemeine Maskenpflicht*. Doch obwohl man die meisten Gesichtsmasken möglichst nur einmal tragen sollte, greifen viele Menschen immer wieder zur selben Maske, ohne diese zu reinigen oder auszuwechseln. Das ist vor allem bei Einwegmasken ein Problem. Denn das mehrfache Tragen verringert nicht nur den Schutz, sondern kann zudem zu gesundheitlichen Problemen führen.

Gereizte Atemwege: Darum sollten Sie Masken auf keinen Fall mehrmals tragen

Das mehrmalige Tragen einer Einwegmaske kann laut einem Bericht der Ärztezeitung dazu führen, dass sich mit der Zeit Materialfasern freisetzt. Atmet man diese ein, kann das zu gesundheitlichen Problemen führen. „Gealterte Einwegmasken können mehr Fasern freisetzen als neue Masken“, erklärt Robert Landsiedel, stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für Toxikologie (GT).

Die mehrlagigen Einwegmasken bestehen in der Regel aus Kunststoffen wie Polypropylen, das aus Rohöl gewonnen wird. Aber auch in speziellen FFP2-Masken ist Polypropylen zu finden. Kommen die Fasern mit der Haut, den Schleimhäute und den oberen Atemwegen in Kontakt, kann es so zu Reizungen und Atemwegsbeschwerden kommen. Da die Faserstücke relativ groß sind, gelangen diese jedoch nicht direkt in die tieferen Atemwege. Trotzdem sollte man die Auswirkungen nicht unterschätzen. Welche Masken am besten vor einer Infektion mit dem Corona-Virus schützen, hat Stiftung Warentest untersucht.

Gereizte Atemwege: Fasern können Schleimhäute reizen

Bereits im vergangenen Jahr fanden Forscher der Universität Mainz heraus, dass sich Masken-Fasern in den Nasenspüllösung von Betroffenen nachweisen lassen. Die Wissenschaftler um Jan Hagemann untersuchten insgesamt 46 Frauen und Männer. Diese litten - wahrscheinlich ausgelöst durch das Tragen einer Maske - unter Symptomen eines allergischen Schnupfens. Zudem gehen die Forscher davon aus, dass die in den oberen Atemwegen abgelagerten Fasern und Partikel zusammen mit dem Schleim der Atemwege in den Mund gelangen und schließlich verschluckt werden.

Gereizte Atemwege: Beim Kauf auf hochwertige Masken achten

Trotz der Risiken geht von den aus den Masken freigesetzten Fasern nach Einschätzung der Experten nur eine vergleichsweise geringe Gefahr aus. So überwiegt der Nutzen des Mund- und Nasenschutzes die Nachteile bei Weitem. Trotzdem sollten Verbraucher darauf achten, keine minderwertigen Atemmasken zu verwenden.

Kritisch zu sehen sind laut Experten allerdings Produkte, die nicht mit „CE“ gekennzeichnet sind. So erklären die Forscher aus Mainz in ihrer Studie, dass diese eine potenzielle Gefahr für die Sicherheit der Anwender darstellen würden. Die Hypothese sei, dass von bestimmten Nicht-CE-FFP-Masken mehr Polypropylen-Fasern in den eingeatmeten Luftstrom gelangen, was zu einer Anhäufung auf der Nasenschleimhaut und potenziell in den gesamten Atemwegen führen könne. (Mit Material der dpa) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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