Eine Frau überprüft kritisch den Sonnenbrand auf ihrer Schulter (Symbolbild).
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Bei einer Sonnenallergie sollten Erwachsene und Kinder die Haut langsam an die Sonne gewöhnen (Symbolbild).

Rote Quaddeln und juckende Stellen

Sonnenschutz bei Neurodermitis und Sonnenallergie: Welche Sonnencreme Kindern und Erwachsenen hilft

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Auf das Sonnenbad müssen Menschen mit Neurodermitis oder Sonnenallergie oft verzichten. Mit ein paar Tricks sind aber kurze Sonnenaufenthalte möglich. Lesen Sie alles zum richtigen Sonnenschutz bei Hauterkrankungen.

  • Sonnencreme hält UV-A- und UV-B-Strahlen ab, trotzdem sollte Sonnenbaden nur in Maßen genossen werden
  • Menschen mit Neurodermitis und Sonnenallergie müssen im Sommer besonders vorsichtig sein
  • Eltern sollten die empfindliche Haut von Kindern mit Neurodermitis und Sonnenallergie besonders schützen

Mönchengladbach – In der Sonne zu liegen gehört für viele Menschen zum Sommer genauso dazu, wie das Eis oder das Baden im See. Zu lange sollte sich aber niemand ungeschützt den Sonnenstrahlen aussetzen, denn das birgt Gesundheitsrisiken. Hautkrebs und andere Hautirritationen sind nur ein Beispiel. Besonders Menschen, die an Neurodermitis leiden oder zu einer Sonnenallergie (auch „Mallorca-Akne“) neigen, sollten vorsichtig sein. Der richtige Sonnenschutz ist für sie, genau wie für Babys und Kleinkinder, ganz besonders wichtig.

Sonnenschutz bei Neurodermitis und Sonnenallergie: Neurodermitis und Sonnenallergie

Wer an Neurodermitis oder einer sogenannten Sonnenallergie leidet, hat es im Sommer oft nicht leicht. Bei einer Neurodermitis ist die oberste Schutzbarriere der Haut aufgrund verschiedener Ursachen gestört, sodass sie gegenüber Allergenen, Bakterien und Viren nicht mehr ausreichend geschützt ist. Beim Kontakt mit Auslösern kommt es zu einer Entzündungsreaktion und starkem Juckreiz, der sich durch Kratzen meist noch verstärkt und zu Ekzemen führen kann.

Eine Sonnenallergie ist im klassischen Sinne meistens eigentlich keine Allergie. Der Begriff bezeichnet verschiedene Erkrankungen, die als Hautreaktion auf UV-A-Strahlung auftreten können. Sonnen wir uns, setzten wir unsere Haut UV-B- und UV-A-Strahlung aus. Selbst wenn die Sonne hinter Wolken verborgen ist, dringt die UV-A-Strahlung noch in tiefe Hautschichten ein. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) in Mönchengladbach sind diese Strahlungen bei der häufigsten Form der Sonnenallergie, der Polymorphe Lichtdermatose, in Kombination mit lichtsensibilisierenden Stoffen in Schminke oder Medikamenten für die Hautreaktionen verantwortlich. Es kommt zu Rötungen, Knötchen (Papeln) oder Bläschen. Die Polymorphe Lichtdermatose tritt besonders zu Beginn des Jahres auf, wenn die Haut zuvor lange nicht mit starken Sonnenstrahlen in Berührung gekommen ist. Bei einer Mallorca-Akne reagiert die Haut hingegen auf fetthaltige Sonnencremes oder körpereigenen Talk, die in Kombination mit UV-A-Strahlen juckende Pickelchen (Knötchen) verursachen.

Sonnenschutz bei Neurodermitis und Sonnenallergie: So funktioniert Sonnenschutz

Sonnenschutz gibt es in verschiedenen Varianten, zum Beispiel als Creme, Gel oder Spray. Grundsätzlich gibt es zwei Formen des Sonnenschutzes: chemische und physikalische Lichtschutzfilter. Chemische Lichtschutzfilter können aufgrund ihrer organischen Verbindungen UV-Strahlung unschädlich machen, indem sie die Strahlung aufnehmen und in eine andere Form der Energie umwandeln (z.B. Wärme). Auf dem Sonnenschutz ist deklariert, ob UV-B- und UV-A-Strahlung abgewehrt werden. Manche Menschen reagieren auf diese Art des Sonnenschutzes aber allergisch oder sensibel, da die Abbauprodukte in Kombination mit UV-Strahlung ihre Haut reizen. So zum Beispiel bei der Mallorca-Akne.

Dann hilft der Griff zu physikalischen Lichtschutzfiltern. Diese Filter reflektieren die Sonnenstrahlen mithilfe von Pigmenten wie Titandioxid oder Zinkoxid. UV-Strahlung lässt sich so sehr gut abwehren, allerdings bleibt auf der Haut immer eine sichtbare, weiße Spur zurück. Verhindern sollen das Nanopartikel, nur ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend getestet, welche Auswirkung diese Nanopartikel unter der Haut haben. Besonders bei Neurodermitis sollten Allergiker daher mit der Verwendung von physikalischen Lichtschutzfiltern vorsichtig sein.

Sonnenschutz bei Neurodermitis und Sonnenallergie: Sonnenschutz bei Neurodermitis

Aufgrund der gestörten Hautbarriere gelangen UV-A- und UV-B-Strahlung bei Menschen mit Neurodermitis noch leichter in tiefere Hautschichten als bei Menschen mit gesunder Haut. Sonnenbrand, frühzeitige Hautalterung und die Schädigung von Zellen können die Folge sein. Anders als bei Mallorca Akne ist die Haut bei Neurodermitis nämlich dauerhaft geschädigt und wird nicht erst aufgrund von Sonneneinstrahlung und Sonnenmilch gereizt.

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Meine kleine Sonnenallergie und ich sagen Hallo 👋🏼 seit dem Sonnenöl-Unfall bekomm ich diese „Mallorca Akne“ im Gesicht und im Dekolté. Habe wirklich lange nach einer Lösung gesucht, weil ich das Sonnenbad einfach liebe und nicht drauf verzichten will. Meine Rettung: Calcium und Karotin Tabletten, mit einer fettfreien Sonnencreme eincremen und danach mit Aloe Vera oder einer anderen Feuchtigkeitscreme. 🥳 Wichtig ist, dass die Wärme nach dem Sonnenbad aus der Haut weichen kann und die Poren NICHT verschlossen sind.👌🏽 findet ihr alles in eurem Drogeriemarkt um die Ecke. Habt ne schöne Woche! 🥰 #sonnenallergie#mallorcaakne#polymorphelichtdermatose#sunallergy#sos#sunbath#sonnenbad#tanning#tanningtips#tips#curlyhair#fashion#diva#divavarel#only#noisymay#friesland#varel#summer#sunshine#tanningoil#skincare#skincareroutine#summerskincare#skincaretips#

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Ein hoher Sonnenschutz für Erwachsene und Babys ist bei Neurodermitis besonders wichtig. Allgemein sollten sich Betroffene lieber im Schatten aufhalten und lange, leichte Kleidung tragen. Wer aber doch mal in die Sonne möchte, sollte bei Sonnenschutz auf Folgendes achten:

  • Finger weg von Sonnenschutzmittel mit Duft- und Konservierungsstoffen
  • Besser Cremes mit einem hohen Fettanteil und allergenfreien Pflegesubstanzen verwenden

  • Starkes Schwitzen und der Kontakt mit Wasser und Sand können die Haut zusätzlich reizen

Hinweise wie „Für Allergiker geeignet“ oder „sensitiv“ auf Sonnenschutzmitteln sind übrigens keine geschützten Begriffe. Allergiker erkennen geeignete Sonnenschutzmittel aber an dem DAAB-Logo des Deutsche Allergie- und Asthmabunds.

Sonnenschutz bei Neurodermitis und Sonnenallergie: Sonnenschutz bei Sonnenallergie

Bei Sonnenallergie können Betroffene Schutzmaßnahmen schon lange vor dem ersten Sonnenbad einläuten. Besonders UV-A-Strahlung irritiert die Haut und löst Beschwerden aus. Deshalb kann es hilfreich sein, die Haut mit künstlichen UV-A-Strahlen langsam auf die Sonnenstrahlung vorzubereiten – am besten schon im Frühling. Unverzichtbar ist zudem ein Sonnenschutz mit besonders hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50 oder LSF 50+). Ist die Sonnenallergie bereits ausgebrochen, helfen kühle Umschläge und Allergietabletten (Antihistaminika) die Symptome zu lindern.

Bei der Mallorca-Akne ist das Zusammenspiel von UV-A-Sonneneinstrahlung und Sonnenmilch das Problem und führt zu roten Quaddeln und Juckreiz an Armen, im Dekolleté und im Gesicht. Die Einnahme von Antihistaminika kann hier vorbeugend wirken. Zudem sollten Urlauberinnen und Urlauber vor Reiseantritt ihre Kosmetik gegen fett- und emulgatorfreie Produkte austauschen und auf physikalische Mittel zum Sonnenschutz zurückgreifen.

Sonnenschutz bei Neurodermitis und Sonnenallergie: Das ist für Kinder wichtig

Kinder und Babys mit Neurodermitis oder Sonnenallergie reagieren noch stärker auf UV-A- und UV-B-Strahlung und Inhaltsstoffe von Sonnenschutzmitteln als Erwachsene. Daher empfehlen Experten, die jeweilige Sonnencreme zunächst vorsichtig an einer kleinen Stelle der Kinderhaut zu testen, bevor sie großflächig verteilt wird. Kinder unter einem Jahr sollten am besten noch gar nicht in die Sonne. Zudem gibt es Kleidung, die UV-Schutz beinhaltet – gerade Babys und Kinder sollten solche tragen. Leiden Kinder an einer Sonnenallergie, müssen Eltern vorsichtig mit dem vorbeugenden Einsatz von Antihistaminika sein. Dieser sollte immer mit einem Arzt abgestimmt werden. Vorbeugend kann das Kind auch Beta-Carotin und Calium bekommen, allerdings auch nur in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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