Eine Spritze ist vor einem Hintergrund mit der Aufschrift „Impfung“ zu sehen (Symbolbild).
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In der Corona-Pandemie ist die Influenzaimpfung besonders für ältere Menschen und Risikopatienten wichtig (Symbolbild).

Grippe, Erkältung oder Covid-19?

Grippeschutz: Was Sie über die Influenza-Impfung wissen müssen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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In Zeiten der Corona-Pandemie wird noch mehr als sonst über die Grippeschutzimpfung debattiert. Viele Mediziner halten die Impfung für nützlich – auch für Asthmatiker.

Regensburg – Eine Grippe unterscheidet sich deutlich von einer normalen, meist harmlosen Erkältung. Denn eine Influenza-Erkrankung kann schwer verlaufen und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Immerhin gibt es eine Impfung gegen die Krankheit - in Zeiten der Corona-Pandemie steht diese im Fokus wie noch nie zuvor. Doch wer soll sich impfen lassen und wer nicht?

Influenzaschutzimpfung: Wem wird die Grippeschutzimpfung empfohlen?

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) gehören ältere Menschen über 60 und Patienten mit Vorerkrankungen wie Diabetes, HIV und Asthma zur Risikogruppe der vom Coronavirus ausgelösten Erkrankung Covid-19. Diese Gruppen sind laut den Experten ebenfalls gefährdet, an einem schweren Influenza-Verlauf zu erkranken.

Zudem empfiehlt das RKI die Grippeschutzimpfung für medizinisches Personal in Krankenhäusern, Pflege- und Senioreneinrichtungen und im Gesundheitswesen. Auch Schwangere, Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sowie Pflegepersonen von Risikopatienten wird die Impfung angeraten.

Grippeschutzimpfung: Ändert sich durch Corona etwas an den Empfehlungen?

Während Mediziner vor der Corona-Pandemie nur Risikogruppen eine Schutzimpfung gegen Grippe empfahlen, plädieren viele nun dafür, dass sich in diesem Jahr nach Möglichkeit alle Menschen impfen lassen sollten - unter anderem, um die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Grippe möglichst gering zu halten. (Corona und Hauterkrankungen: Allergische Reaktionen durch Mund- und Nasenschutz)

„Jeder, der kann, sollte das machen“, erklärt Bernd Salzberger, Infektiologe aus Regensburg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI). Könne man sich eine schwere Erkältungskrankheit im Winter sparen, sei das sinnvoll, so Bernd Salzberger.

Schutzimpfung gegen Grippe: Nachholbedarf bei Senioren und Risikogruppen

Bei Senioren ist die Impf-Quote seit Jahren sehr niedrig. Nach Einschätzung der Ständigen Impfkommission (Stiko) des RKI könne zum Schutz der Menschen und zur Entlastung des Gesundheitssystems der größte Effekt daher dadurch erzielt werden, wenn Impfquoten vor allem bei den Risikogruppen erheblich gesteigert werden könnten.

Grippeschutzimpfung: Auch Kinder können geimpft werden

Wenn sich auch junge Leute gegen Grippe impfen ließen, könne das zur Entlastung des Gesundheitssystems beitragen, sind einige Experten der Meinung. Dem stimmte auch der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, Johannes Hübner, zu: „Wir wissen, dass Kinder den Influenza-Virus maßgeblich übertragen.“

Aus Sicht von Bernd Salzberger spricht ebenfalls einiges dafür. Im Schulalter litten Kinder zwar nicht so stark unter der Grippe - doch in Schulen oder Kitas grassierten die Grippeviren gerne und mit einer Impfung würden die Kinder indirekt etwa ihre Großeltern schützen. (Erkältung oder Corona? Regelmäßiges Lüften im Winter hilft Infektionen vorzubeugen)

Impfung gegen Grippe: Droht eine Impfstoff-Knappheit?

Es gibt Stimmen, die vor einer Unterversorgung der Risikogruppen mit Grippeimpfstoff warnen, wenn man der ganzen Bevölkerung die Impfung empfiehlt. Gesundheitsexperten im Bundestag rechneten zuletzt aber nicht mit einem Engpass. Auch das Paul-Ehrlich-Institut, das die Impfstoff-Chargen prüft, rechnet zum Start der neuen Grippesaison nicht mit einem Mangel.

Influenzaschutzimpfung: Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Impfung?

Experten empfehlen, die Impfung ab Ende Oktober bis Anfang November durchzuführen. Hintergrund ist: Die optimale Schutzwirkung beginnt rund zwei Wochen nach dem Stich und nimmt nach drei Monaten langsam ab.

Meist beginnen die Grippewellen - also eine erhöhte Aktivität von Influenzaviren - Anfang des Jahres. Sie können danach aber durchaus drei bis vier Monate anhalten. Insofern könnte eine Impfung auch nach November noch sinnvoll sein, wenn bis dahin keine Gelegenheit dafür war.

Grippeschutzimpfung: Welchen Schutz bietet die Impfung?

Ganz sicher schützt die Impfung nicht. Denn wie gut eine Impfung ist, hängt vor allem von der Zusammensetzung ab. „Wenn man einigermaßen richtig geraten hat, welches Virus in der nächsten Saison unterwegs sein wird, ist der Schutz bei 80 Prozent“, erklärt Bernd Salzberger. Wenn man jedoch völlig danebenliege mit der Impfstoff-Komposition, schütze er um einiges schlechter - das sei zum Teil in den vergangenen Jahren auch vorgekommen.

Daher gilt in den kalten Wintermonaten umso mehr: Abstand, Händewaschen, Maske tragen. Denn was gegen die Ausbreitung des Coronavirus schützen soll, dürfte auch die Ausbreitung von Grippeviren eindämmen. (Desinfektionsmittel richtig anwenden: Das sollten Verbraucher bei der Handhygiene beachten) (mit Material der dpa)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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