Gesundes Raumklima

Regelmäßig lüften: So wirkt sich das Raumklima auf das persönliche Wohlbefinden aus

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Fenster auf, frische Luft rein: Seit Beginn der Corona-Pandemie gehört regelmäßiges Lüften in Büros und Schulen zum Alltag. Doch auch unabhängig von Covid-19 lohnt es sich, auf ein gesundes Raumklima zu achten.

Stuttgart – Kommen viele Menschen in einem Raum, steigt mit der Virenlast auch das Infektionsrisiko. Umso wichtiger ist es daher, das Klima in Innenräumen unter die Lupe zu nehmen. Doch nicht erst seit der Corona-Pandemie beschäftigen sich viele Menschen mit dem Raumklima. So gehen Forscher bereits seit längerem der Frage nach, was ein gesundes Klima in der Wohnung ausmacht und wann gesundheitliche Beschwerden drohen.

Regelmäßig lüften: Wie Atemluft und Wohlbefinden zusammenhängen

Reine oder frische Luft ist frei von störenden Partikeln und Stoffen“, erklärt Mario Blei, Präsident der Gesellschaft für Wohnmedizin, Bauhygiene und Innenraumtoxikologie.

Während jedoch die Luft, die wir atmen, draußen beständig in Bewegung ist und sich schnell durchmischt, steht sie in geschlossenen Räumen mehr oder weniger still. Schadstoffe oder eben Viren, die sich an der frischen Luft rasch in der Atmosphäre verteilt hätten, können sich so schneller konzentrieren.

Regelmäßig lüften: Auch ausgeatmetes Kohlendioxid kann problematisch sein

Auch ausgeatmetes Kohlendioxid kann problematisch sein. Kohlendioxid bildet sich bei der Ausatmung. Hier seien bis zu 1000 ppm (parts per million) in der Raumluft in Ordnung, sagt Professor Klaus Fiedler, der seit gut 40 Jahren auf dem Gebiet der Hygiene und Wohnmedizin forscht.

Dieser Wert ist allerdings schnell überschritten, wie Professor Klaus Fiedler an einem Beispiel erklärt: Wenn zwei Personen in einem kleinen Raum mit dicht schließenden Fenstern schliefen, könnten nach einer Nacht über 2000 ppm Kohlendioxid erreicht werden. Mögliche Folgen am Tag danach: Kopfschmerzen, Müdigkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit.

Mehrmals täglich lüften: Luftfilter können frische Luft nicht ersetzen

„Der Mensch merkt oft gar nicht, wann er lüften sollte“, erklärt Professor Klaus Fiedler. „Oft spürt man verbrauchte Luft nur im Kontrast, wenn man gerade aus einem anderen Raum kommt.“ Er rät daher, dreimal über den Tag verteilt die Raumluft durch Lüften komplett auszutauschen.

Wichtig, gerade auch mit Blick auf das Coronavirus, ist außerdem: Luftfilter im Raum können konsequentes Lüften nicht ersetzen*.

Regelmäßig lüften: Luftbefeuchter können helfen

Wer ein gesundes Raumklima haben möchte, sollte nicht nur auf die Konzentration von Kohlendioxid und Ausdünstungen achten, sondern auch auf Feuchtigkeit und Temperatur. Zu trockene Luft kann Schleimhäute austrocknen lassen. „Dadurch kann der Körper dann eingeatmete Staubpartikel, Bakterien und Viren schlechter entfernen“, erklärt Professor Klaus Fiedler. „In der Folge haben es Krankheitserreger leichter, in den Körper einzudringen, und man erkältet sich schneller.“

Ein Wasserschälchen auf der Heizung oder Zimmerpflanzen sollen dazu beitragen, für gute Luft im Raum zu sorgen. Professor Klaus Fiedler rät indes: „Wer Probleme mit zu trockener Luft hat, sollte sich lieber einen guten Raumluftbefeuchter kaufen.“ Beim Einsatz der Luftbefeuchter und auch generell ist zu beachten: Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu hoch sein. Schlägt sich zu feuchte Raumluft an kalten Wänden nieder, entsteht womöglich Schimmel.

Regelmäßig Lüften: Ideale Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent

Gerade für Allergiker, Asthmatiker oder Menschen mit anderen Lungenkrankheiten können Schimmelsporen in der Luft zu einem echten Problem werden. Aber auch für Menschen ohne Vorerkrankungen kann der muffige Geruch belastend sein. Idealerweise liegt die relative Luftfeuchtigkeit im Raum zwischen 40 und 60 Prozent.

In der Regel entsteht Schimmel auf Oberflächen, an denen Raumfeuchtigkeit kondensiert. „Gerade nach dem Kochen oder Duschen ist es deshalb wichtig, stoßzulüften“, sagt Mario Blei.

Gesundes Raumklima: Hilfreiche Tipps

Wer die Fenster einmal weit aufmacht, befördert die Feuchtigkeit am schnellsten nach draußen. Danach durch Heizen wieder eine behagliche Wärme herzustellen, sei aber auch ein wichtiger Parameter für die eigene Gesundheit, so der Experte Mario Blei.

Normalerweise fühlen sich die meisten Menschen bei 20 bis 24 Grad Celsius am wohlsten. Klaus Fiedler merkt aber zurecht an, dass Kälte- oder Wärmeempfinden sehr individuell sei. Auch Zugluft oder kalte Wände können dazu führen, dass man friert und sich unwohl fühlt, obwohl die Raumluft eigentlich warm genug ist. (Mit Material der dpa) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Rainer Berg

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