Eine Frau sitzt am Fenster und schaut nach draußen (Symbolbild).
+
Regelmäßiges Lüften ist nicht nur während der Corona-Pandemie wichtig (Symbolbild).

Starkes Immunsystem

Erkältungen und Corona: Regelmäßiges Lüften im Winter hilft Infektionen vorzubeugen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
    schließen

Wer regelmäßig lüftet, kann die Viruslast in Innenräumen klein halten. Doch wie oft sollte man lüften, wenn es draußen kälter wird und Erkältungen drohen?

Berlin – Erkältungen und Grippe haben es im Winter besonders leicht. Nicht nur ist das Immunsystem vieler Menschen in der dunklen Jahreszeit häufig angeschlagen, auch verbringen die meisten nun sehr viel Zeit in geschlossenen Räumen. Werden diese nur schlecht gelüftet, wird es umso wahrscheinlicher sich bei einer kranken Person anzustecken. Grund dafür ist, dass in Innenräumen die Viruslast höher ist und zudem länger bestehen bleibt. Das gilt nicht nur für eine Erkältung oder Grippe, sondern auch für eine Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2.

Höhere Viruslast in geschlossenen Räumen

Bei der Übertragung von Infektionskrankheiten ist noch nicht einmal Körperkontakt notwendig. Es reicht schon, Luft einzuatmen, in der sich die Viren befinden. Dabei spielt vor allem das Raumklima eine Rolle: In geschlossenen warmen Räumen findet kaum Luftaustausch statt, die Krankheitserreger können sich dort daher lange halten. Stoßlüften bei weit geöffneten Fenstern sorgt für einen schnellen Luftaustausch und hält die Viruskonzentration in der Luft klein. Regelmäßiges Lüften senkt also eher das Infektionsrisiko

Offene Fenster bei kalter Außenluft sorgen für Erkältungen - so der Volksglaube. Diese Sorge ist jedoch unberechtigt. Es gebe keine Hinweise darauf, erklärt HNO-Arzt Bernhard Junge-Hülsing. Zum Schutz vor einer Ansteckung empfehlen Experten daher, auch in den kalten Monaten nicht auf regelmäßiges Lüften zu verzichten. Ohnehin sind Räume mit durchschnittlich rund 23 Grad auf eine viel zu hohe Temperatur gebracht. Der Mensch könne problemlos auch bei 18 oder 19 Grad zurechtkommen. Wenn man nicht die ganze Zeit lüften könne, weil es zu kalt sei, sei stündliches Lüften für mehrere Minuten zu empfehlen, so Experten.

Schulen und Arbeitsplatz: Regelmäßiges Lüften sollte zur Routine werden

Speziell im Hinblick auf die Situation in Klassenzimmern empfehlen auch andere Experten regelmäßiges Lüften in kurzen Abständen. Eine Notwendigkeit für Raumluftfilter sehen sie hingegen nur in Einzelfällen, wie die Kultusministerkonferenz nach einem Gespräch mit Hygienikern, Virologen und Strömungsmechanikern kürzlich mitteilte. Zur Vermeidung von Corona-Infektionen könne aber der Einsatz solcher Geräte in Räumen, die nicht über komplett zu öffnende Fenster verfügen, „flankierend und in Einzelfällen sinnvoll sein“.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) rät in einer kürzlich veröffentlichten Empfehlung ebenfalls zum Lüften, aber auch zum Einsatz von Raumluftfiltern. Dabei sei es jedoch wichtig, den Außenluftanteil der Geräte zu erhöhen und den Umluftanteil zu verringern, damit virenhaltige Aerosole nicht erneut in den Raum gelangten, heißt es darin.

Regelmäßiges Lüften: Auch für Allergiker wichtig

Auch wer an einer Allergie gegen Hausstaubmilben leidet, für den ist das Lüften in geschlossenen Räumen im Herbst und Winter besonders wichtig. Denn warmes Klima in Innenräumen lässt die Milben sterben, wodurch in hohem Maß Allergene freigesetzt werden. Dagegen hilft am Besten regelmäßiges Durchlüften und das mehrmals täglich. Besonders wichtig ist das Öffnen der Fenster im Schlafzimmer. Denn dort halten sich die Milben mit Vorliebe auf. (Mit Material von Taylan Gökalp und dpa)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Das könnte Sie auch interessieren