Betttücher und -wäsche hängt auf einer Wäscheleine (Symbolbild).
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Hygiene im Bett: Wie häufig sollte man seine Bettwäsche wechseln?

Es drohen allergische Reaktionen

Milben, Pilze und Bakterien: So oft sollte man seine Bettwäsche wechseln

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Was auf den ersten Blick sauber und ordentlich aussieht, ist bei näherer Betrachtung ein Paradies für Milben, Bakterien und Pilze. Doch wie oft sollte man die Bettwäsche waschen?

  • Während der Nacht sammeln sich Schweiß, Hautschuppen und Haare in der Bettwäsche.
  • Die Kombination aus Feuchtigkeit und Wärme bildet den perfekten Nährboden für allerlei Krankheitserreger.
  • Um das zu verhindern, sollten Bettwäsche und Kissen regelmäßig gewechselt – und gewaschen werden.

Mönchengladbach – Egal ob schlafend, vor dem Fernseher oder bei einem guten Buch – das Bett wird längst nicht mehr ausschließlich zum Schlafen genutzt. Was viele allerdings nicht wissen: In Kissen und Decke verstecken sich häufig unliebsame Mitbewohner. Nicht selten können diese sogar gesundheitsgefährlich werden. Experten empfehlen daher Bettdecke und Kissen regelmäßig zu waschen.

Bettdecke und Kissen: Ein Paradies für Pilze, Bakterien und Milben

Nachts gibt der Körper, meist unmerklich, Schweiß ab. So verliert jeder Mensch jährlich etwa 98 Liter Schweiß im Bett. Hinzu kommen jede Menge Haare und Hautzellen. In dieser Umgebung fühlen sich Hausstaubmilben besonders wohl, ihnen dienen die abgestorben Hautpartikel als Nahrung. Hausstaubmilben nisten sich mit Vorliebe in Bettdecke, Kissen und Matratze ein, beim Schlafen gelangen sie an die Schleimhäute in Mund, Nase und Augen. Bei Hausstauballergikern löst der Kot der kleinen Spinnentiere Husten, Juckreiz und Niesattacken aus.

Die Kombination aus Wärme und Feuchtigkeit ist zudem ein perfektes Wohlfühlklima für Pilze und Bakterien. In einer wissenschaftlichen Studie fanden Forscher University Hospital of South Manchester heraus, dass sich Pilze, Bakterien und Milben in Federkissen und synthetischen Kissen schnell ausbreiten. Bereits nach 1,5 Jahren lebten im Durchschnitt vier verschiedene Pilzarten in der Bettwäsche - nach 20 Jahren waren es sogar 17 Arten. Doch im Bett lassen sich nicht nur Milben und Pilze nachweisen, auch Tierhaare, Pollen, Dreck, Fäkalien und Essensreste gelangen über die Kleidung oder Haustiere ins Bett. Schon nach kurzer Zeit entsteht so ein wahrer Mikroben-Cocktail.

Milben, Pilze und Bakterien: Auslöser von Allergien und Asthma?

Nach nur einer Woche tummeln sich unzählige Mikroorganismen im Bett. Obwohl die winzigen Mikroben für das menschliche Auge unsichtbar sind, bleiben sie nicht immer unbemerkt. So können Pilze, Bakterien und Milben auch bei gesunden Menschen unangenehme Beschwerden verursachen, die häufig einer allergischen Reaktion ähneln. Doch vor allem für Menschen mit Immunschwächen oder Atemwegserkrankungen wie Asthma können sie zur Gefahr werden. Kommen sie über einen längeren Zeitraum mit den Mikroben in Kontakt, drohen Atemwegsbeschwerden bis hin zum Asthma-Anfall.

Hygiene im Bett: Allergiker sollten Bezüge regelmäßig austauschen

Wer jetzt in Panik gerät, sollte wissen: Ganz beseitigen lassen sich die Mikroben nicht. Denn eine milben- und bakterienfreie Wohnung gibt es nicht. Regelmäßiges Waschen des Bettzeugs kann jedoch verhindern, dass sie die Bakterien, Pilze und Co. zu sehr ausbreiten. Experten raten daher die Bettwäsche alle ein bis zwei Wochen zu wechseln.

Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) ist besonders für Allergiker die Sanierung des Betts ein wichtiges Thema. So sollten Hausstaballergiker ihre Bettwäsche einmal wöchentlich bei 60 Grad waschen und zusätzlich mit allergendichten Zwischenbezügen versehen. Auch schützen spezielle Matratzenüberzüge (Encasings) vor Kontakt mit den Milben und helfen so die allergischen Beschwerden zu verringern.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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