Frau lehnt an einem Pier, während sie im kalten Wasser schwimmt (Symbolbild).
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Eisbaden für Psyche und Gesundheit: Winterschwimmen erfordert einiges an Überwindung (Symbolbild).

Wie gesund ist der Trend?

Eisbaden: Worauf Sie beim winterlichen Schwimmen im See oder Fluss achten sollten

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Winterliches Eisbaden soll die Psyche und das Immunsystem stärken. Ganz ungefährlich ist das Winterschwimmen allerdings nicht. Worauf man beim Bad im eiskalten Wasser unbedingt achten sollte.

St. Gallen – Ein Bad im kalten Wasser ist gesund. Davon gehen zumindest all diejenigen aus, die regelmäßig bei winterlichen Temperaturen in Seen und Bäche springen. Was unter Skandinaviern schon lange als alte Weisheit gilt, ist nun auch in Deutschland zum Trend geworden. Wie gesund das Winterbaden wirklich ist und welche Regeln es zu beachten gilt.

Eisbaden: Darauf müssen Sie beim Sprung ins Kalte Wasser achten

Beim Winter- oder Eisbaden taucht man - meist bis zur Brust - für einige Sekunden bis wenige Minuten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ins Wasser ein. Durch die plötzliche Kälte ziehen sich die Hautgefäße zusammen. Um seine Körpertemperatur zu halten, zentralisiert sich das Blut im Körperkern.

Verlässt man das kalte Wasser wieder, weiten sich die Gefäße und das Blut beginnt schneller zu zirkulieren. Die verstärkte Durchblutung sorgt für ein wohlige Wärme. Beim Bad im eisigen Wasser werden zudem Hormone freigesetzt, welche für ein euphorisches Glücksgefühl sorgen.

Eisbaden: Wie gesund ist das kalte Bad im Wasser für Körper und Geist?

Begeisterte Anhänger schwören auf die positiven gesundheitlichen Effekte eines Eisbades. Gestützt werden die individuellen Erfahrungen dabei von wissenschaftlichen Untersuchungen. So soll Winterschwimmen das allgemeine Wohlbefinden verbessern, den Kreislauf in Schwung bringen und das Immunsystem stärken*, wie auch merkur.de berichtet.

Im Rahmen einer finnischen Studie haben Forscher die Effekte des Winterbadens auf Gesundheit und Psyche untersucht. Dazu verglichen sie eine Gruppe von 49 Winterschwimmern mit 33 Nichtschwimmern. Das Ergebnis zeigt: Schwimmer, die auch im Winter regelmäßig ins kalte Wasser stiegen, fühlten sich nach vier Monaten weniger angespannt und müde, dafür aber energiegeladener und aktiver als die Kontrollgruppe. Auch gab ein Großteil der Winterschwimmer, die an Krankheiten wie Rheuma, Fibromyalgie oder Asthma litten, an, dass die Beschwerden nachgelassen hatten.

Obwohl die Studie aufgrund ihrer kleinen Teilnehmerzahl kaum repräsentativ ist, deuten die Ergebnisse anderer Untersuchungen auf eine ähnlich positive Wirkung hin. So scheint das Schwimmen im kalten Wasser gesundheitsfördernde Effekte auf Hormone, das Immunsystem, Herz-Kreislauf sowie die Psyche zu haben.

Eisbaden: Vorsicht bei Vorerkrankungen

Vor dem ersten Eisbad sollte man ein paar Dinge beachten. Denn neben der Überwindung, ins eisige Wasser zu steigen, braucht es auch einen gesunden Kreislauf. Besonders Menschen, die unter Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf- oder Atemwegsbeschwerden leiden, müssen daher vorsichtig sein - oder sogar ganz verzichten. So kann die Kälte bei Durchblutungsstörungen am Herzen eine lebensgefährliche Gefäßverengung auslösen, wie der NDR berichtet.

Eisbaden: Die besten Tipps zum Winterbaden

Um seine Gesundheit nicht zu riskieren, sollte man sich beim Eisbaden an folgende Tipps halten:

  • Wer keine Erfahrungen mit dem Winterschwimmen hat, sollte seinen Kreislauf zunächst in der heimischen Dusche trainieren und an das kalte Wasser gewöhnen.
  • Einsteiger sollten keinesfalls in den Fluss oder See springen. Besser ist es, langsam hineinzusteigen.
  • Mutige Schwimmer sollten nicht zu lange im Wasser verweilen. Maximal fünf Minuten darf das eisige Bad dauern, sonst droht der Körper zu unterkühlen.
  • Wichtig ist: Niemals allein schwimmen gehen. Da immer die Gefahr besteht, einen Kälteschock zu erleiden.

*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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