Eine Frau liegt von Schaum bedeckt in einer Badewanne (Symbolbild).
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Duftende Erkältungsbäder wirken in der kalten Jahreszeit entspannend - können aber, je nach Inhaltsstoffen, Haut und Atemwege reizen (Symbolbild).

Zusätze mit Allergen-Potenzial

Nadelhölzer, Kampfer und Menthol: In vielen Erkältungsbädern stecken Allergieauslöser

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Warme Erkältungsbäder können in Herbst und Winter eine Wohltat sein. Aber Vorsicht: Einige Badezusätze enthalten Allergieauslöser. Bei Säuglingen und Kindern droht sogar Vergiftungsgefahr.

Mönchengladbach – Erkältungsbäder zählen zu den klassischen Hausmitteln bei beginnenden Erkältungsbeschwerden. Dabei sollen Wärme und ätherische Pflanzenöle schleimlösend wirken und zur Muskelentspannung beitragen. Einige Inhaltsstoffe handelsüblicher Badezusätze gelten aber als starke Allergieauslöser und können der Gesundheit mehr schaden als nutzen. Empfindliche Menschen und Kinder sollten beim Baden deshalb besser auf hochwertige und Pflanzenöle zurückgreifen.

Allergieauslöser im Erkältungsbad: Hautreizungen durch Kampfer, Kiefer und Fichte

Erkältungsbäder können besonders in der kalten Jahreszeit angenehm sein. Ihre „wohltuende“ und „befreiende“ Wirkung beruht meist jedoch mehr auf subjektivem Empfinden, als auf wissenschaftlichen Belegen. Zudem enthalten nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) viele Erkältungsbäder Zusätze mit potenziell allergieauslösender Wirkung, wie:

  • Fichten- und Kiefernadelöl
  • Rosmarin- und Eukalyptusöl
  • Menthol
  • Kampfer

Besonders das natürlicherweise in Nadelhölzern wie Fichte und Kiefer vorkommende Delta-3-Caren ist für sein starkes Allergenpotenzial bekannt. Auch Kampfer, der durchblutungsfördernd und schmerzlindernd wirkt, gilt als stark irritierend und allergenisierend für die Haut und kann Ekzeme auslösen.

Allergieauslöser im Erkältungsbad: Ätherische Öle besonders für Kinder gefährlich

Besonders gefährlich ist Kampfer, der früher aus dem Kampferbaum gewonnen wurde und heute meist synthetisch hergestellt wird, für Babys und Kleinkinder. So kann laut Bundesinstitut für Risikobewertung die unbeabsichtigte Einnahme weniger Tropfen Kampfer im Badezusatz zu Krampfanfällen, Nervenschäden und Koma führen. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Atemstillstand. Ähnlich gefährlich sind für Kinder ätherische Öle wie Eukalyptus-, Thymian- und Pfefferminzöl. Zudem können sie Haut- und Schleimhäute stark reizen.

Allergieauslöser im Erkältungsbad: Vorsicht bei Duftstoffallergie

Öko-Test weist außerdem daraufhin, dass einige handelsübliche Erkältungsbäder PEG (Polyethylenglykole) enthalten, die als Emulgator Wasser und Öle vermischen. PEG stehen im Verdacht, erbgutschädigend, fruchtschädigend und krebserregend zu sein. Auch verwenden einige Hersteller deklarationspflichtige künstliche Duftstoffe wie Lilial, die Dufstoffallergien auslösen können.

Allergieauslöser im Erkältungsbad: Besser auf verträgliche Badeöle zurückgreifen

Um allergischen Reaktionen vorzubeugen, empfiehlt der DAAB, statt gängigen Erkältunsbadezusätzen besser ein verträgliches Pflanzenöl mit einem Schuss verdünnten ätherischen Öl wie Eukalyptusöl, Rosmarinöl oder Thymianöl zu mischen und als Badezusatz zu nutzen. Bei Säuglingen und Kindern sollte Eltern ganz auf ätherische Öle im Badewasser verzichten. Ein wenig Pflanzenöl als Badezusatz reicht in diesem Fall. Auch Menschen mit Hauterkrankungen, Asthmatiker und Schwangere sollten besser auf ätherische Öle verzichten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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