Eine Frau streicht eine Wand (Symbolbild).
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Beim Renovieren kommt es auf die richtigen Materialien an - sonst drohen Allergikern unangenehme Beschwerden (Symbolbild).

Die richtigen Materialien bei der Renovierung

Allergene in Farbe, Lack und Möbeln: Was Allergiker beim Renovieren beachten sollten

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Schadstoffe in Wandfarbe, Lacken und Baumaterialien können allergische Reaktionen hervorrufen. Wie Sie bedenkliche Allergieauslöser erkennen und meiden.

München – Kontaktallergene in Möbeln, Formaldehyd in Lacken und giftige Weichmacher in Teppichen – beim Renovieren der eigenen vier Wände können eine Vielzahl an Schadstoffen die Atemwege und Haut reizen. Wer seine Wohnung verschönern möchte, sollte sich daher schon vorher ausreichend informieren. Das gilt vor allem für Menschen mit bereits bekannten Allergien.

Schadstoffe in der Wohnung: Kontaktallergene in Farben, Lacken und Co.

Kontaktallergien zählen zu den häufigsten allergischen Reaktionen beim Renovieren. Kommt der Organismus über die Haut oder die Luft mit Allergenen in Berührung, kann sich bei allergieanfälligen Menschen - auch Tage später noch - ein juckender Hautausschlag bilden. Doch für Allergiker bergen neben Ausdünstungen von Farben und Möbeln auch Staub oder Schimmelpilzsporen gesundheitliche Risiken. Welche Produkte für wen bedenklich sind und was Allergiker beim Renovieren beachten müssen.

1. Allergieauslöser beim Renovieren: Wandfarben und Lacke

Farben und Lacke können zahlreiche gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. So sind in viele Wandfarben Substanzen wie Aldehyde, Ammoniak, Anilin, Benzol, Blei, Butanole, Cadmium, Citrusterpene, Methanol, Phenol, Phthalsäure, Polyurethane, Styrol, Terpene, Toluol und Xylol zu finden. Diese Schadstoffe sind laut der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA) besonders bedenklich für die Gesundheit. Den meisten Wandfarben sind zudem Konservierungsmittel zugesetzt. Diese sogenannten Biozide sorgen dafür, dass die Farbe nicht schimmelt. Allerdings spalten Biozide Formaldehyd ab, welches laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz-Zentrum Münchens zu den 20 häufigsten Auslösern einer Kontaktallergie zählt. (Kritische Inhaltsstoffe in Kindergeschirr: Produkte aus Melamin und Bambus oft schadstoffbelastet)

Experten empfehlen bei einer Atemwegsallergie oder sensibler Haut daher spezielle Wandfarben. Besonders geeignet sind laut der Europäischen Allergiestiftung (ECARF) Naturfarben, Wachse, Öle und schadstoffarme Anstriche. Auch Silikat- und Kalkfarben sind eine Option. Diese sind zwar weniger wischfest und deckend als herkömmliche Wandfarbe, gelten jedoch als gesundheitsschonender. Trotzdem sollten Allergiker vor dem Kauf immer einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Denn auch in Natur- und Biofarben können Substanzen enthalten sein, die zu Reizungen der Schleimhäute oder Kopfschmerzen führen können.

2. Allergene in Materialien: Holzwerkstoffe

Auch auf chemisch behandelte Baumaterialien sollte in Innenräumen verzichtet werden. Viele Holzwerkstoffe enthalten Formaldehyd, welches als Bindematerial verwendet wird. Zudem sind in den Klebern Epoxidharze zu finden, die als genverändernd und allergieauslösend eingestuft sind.

Grundsätzlich sollte zudem der Einsatz von Holzschutzmittel, die Pilz- und Insektengift beinhalten, vermeiden werden. Besser sind Naturfarben oder schadstoffarme Anstriche, Wachse und Öle. (Allergien durch gesundes Raumklima vorbeugen: So lüften Sie richtig)

3. Auswahl von Teppichen und Möbeln

Teppich- oder Hartboden? Welcher Bodenbelag für Allergiker geeignet ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Fakt ist: Bei glatten Bodenbelägen aus Holz oder Laminat ist die Feinstaubbelastung in der Luft höher als in Räumen mit Teppich, da mehr Staub aufgewirbelt wird. Wer sich trotzdem für einen Teppichboden entscheidet, sollte möglichst auf unbehandelte Produkte zurückzugreifen. Denn auch wenn Teppiche mittlerweile kaum Formaldehyd oder Insektengifte enthalten, lassen sich in vielen Wollteppichen allergene Substanzen nachweisen.

Auch beim Möbelkauf sollten Menschen mit Allergien einiges beachten. Wer sich neue Möbel wünscht, sollte diese vor Gebrauch etwa zwei bis vier Wochen ausdünsten lassen. So können flüchtige organische Verbindungen wie Terpene, die in vielen Holzarten natürlich vorkommen, entweichen. Diese sind zwar nicht giftig, können bei empfindlichen Menschen jedoch schnell reizend wirken. (Allergie gegen Zimmerpflanzen: Diese Gewächse können allergische Reaktionen auslösen)

Allergien beim Renovieren: Unbedingt geeignete Schutzausrüstung verwenden

Nicht nur bei der Wahl der Materialien, auch bei der Schutzausrüstung sollten Allergiker nicht sparen. So ist es ratsam, bei einer bereits bekannten Allergie in geeignete Schutzkleidung zu investieren, um Haut und Schleimhäute vor möglichen Allergenen zu bewahren. Arbeitskleidung schützt die Haut vor Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen. Zusätzlich bieten sich Arbeitshandschuhe, Schutzbrillen und eine Kopfbedeckung an. Wer unter Atemwegsbeschwerden oder Asthma leidet, kann zudem zum Schutz vor Staub und Schimmel eine Atemschutz-Maske tragen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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