Ein Mann hustet mit vorgehaltener Hand und greift sich dabei mit der anderen Hand an die Brust (Symbolbild).
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Husten ist ein physiologischer Reflex zum Schutz der Atemwege - die richtige Technik ist wichtig, um die Bronchien zu schonen (Symbolbild).

Schonende Hustentechnik

Sanfte Hustentechnik: Richtiges Husten schont gereizte Atemwege

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Husten ist ein physiologischer Reflex zum Schutz der Atemwege. Starkes Husten kann diese aber auch belasten. Die richtige Technik hilft, schonend und sanft abzuhusten.

Mönchengladbach – Grundsätzlich handelt es sich bei Husten um einen wichtigen Schutzmechanismus des Körpers, der Fremdkörper, Staub und Schleim aus den Atemwegen herausbefördern soll. Starkes und falsches Husten ist aber nicht nur für die Mitmenschen unangenehm, es kann auch für Betroffene selbst zum Problem werden. Denn starker Husten kann die Atemwege weiter reizen. Die richtige Technik hilft, schonend und effektiv abzuhusten.

Richtig Husten: Das passiert bei Hustenreiz in der Lunge

Ärzte unterscheiden zwischen produktivem und unproduktivem Husten. Der produktive Husten wirkt schleimlösend und ist durchaus erwünscht, wie die Deutsche Lungenstiftung erläutert. Er sollte deshalb auch nicht mit Hustendämpfern behandelt werden. Der unproduktive Husten ist dagegen trocken und quälend. Er sollte möglichst schonend und „zärtlich“ ausgeführt werden. Denn sind die Atemwegsschleimhäute gereizt, können laut den Experten feine Wunden (Risse) entstehen. Diese sorgen dafür, dass bereits kleinste Reize den Hustenreflex auslösen. Wird dem Hustenreiz unkontrolliert nachgegeben, prallen die Schleimhäute aufeinander und die Wunden reißen erneut auf. Man spricht auch von einem „selbstunterhaltenden Husten“. (Husten, Schnupfen, Niesreiz: Kann Herbstlaub Allergien auslösen?)

Richtig Husten: Die richtige Husten-Technik für sanftes Abhusten

Für einen sanften und schonenden Husten, sollten Betroffenen nach Empfehlung des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) und der Deutschen Lungenstiftung folgendermaßen vorgehen:

  • Bei einem einsetzenden Hustenreiz kann es helfen, durch die Nase zu atmen, da Mundatmung die Reizung weiter verstärkt
  • Durch die Nasenatmung wird die Luft vorgewärmt und durch die Nasenhaare gefiltert
  • Bei trockenem Husten: Mit der Hand eine Faust bilden und sanft in diese hineinhusten. Dabei die Wangen aufplustern. Die dabei entstehende kleine Luftbarriere sorgt dafür, dass die Bronchialwände und ihre feinen Verästelungen während des Hustens nicht so stark erschüttert werden 
  • Beim schleimlösenden Husten: Damit sich der Schleim in den großen Bronchien lockert und abtransportiert werden kann, ist es sinnvoll, wiederholt zu husten

Bei trockenem Reizhusten sollte das Husten wenn möglich hinausgezögert werden und sehr sanft verlaufen. Auch bei produktivem Husten sollten Betroffene nicht zu stark, sondern eher gebremst und vorsichtig husten. Zudem kann es helfen, den Brustkorb abzuklopfen.

Richtig Husten: Das beruhigt die Atemwege zusätzlich

Ergänzend zur richtigen Hustentechnik empfiehlt der DAAB, warme Getränke in kleinen Schlucken zu trinken. Aber Vorsicht: zu heiße Getränke wirken reizend auf die Atemwege. Auch Hustenbonbons und langsames Sprechen können helfen.

Außerdem ist es wichtig, bekannte Husten-Auslöser zu meiden. Husten kann beispielsweise eine Reaktion des Körpers auf kalte Luft, (Zigaretten)Rauch, Gerüche, Düfte, Zugluft, Anstrengung und Stress sein. Hält der Husten länger als acht Wochen an, spricht man von einem chronischen Husten, den ein Arzt untersuchen sollte. Möglicherweise stecken eine Allergie oder Erkrankungen der Atemwege wie Asthma oder eine Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (COPD) dahinter. In diesem Fall wir der Arzt Ursache und Trigger (Verstärkungsfaktoren) des Hustens ermitteln und eine entsprechende Therapie einleiten. Betroffene können dann beispielsweise lernen, mit Atemübungen die Atmung zu kontrollieren und bei einem akuten Asthmaanfall einer Verengung der Atemwege entgegenzuwirken. (Asthma bronchiale: Lindern Atemübungen die Beschwerden?)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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