Ein Kind wäscht sich die Hände mit einem Stück Seife (Symbolbild).
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Regelmäßiges Hände waschen gehört zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen in der Corona-Pandemie (Symbolbild).

Corona-Pandemie

Sind Seifenstücke Keimschleudern? Warum es sinnvoll ist, zu fester Seife zu greifen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Im Vergleich zu Flüssigseife gilt feste Seife als ergiebiger und umweltschonender. Doch sind Seifenstücke auch genauso hygienisch? 

Freiburg – Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist Hygiene besonders wichtig. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen gehört neben dem Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes daher zu den wirkungsvollsten Präventionsmaßnahmen. Feste Seifenstücke gelten als sparsamere und umweltschonendere Variante, verglichen mit Flüssigseife. Schließlich spart man mit einem Seifenstück jede Menge Plastik- und Verpackungsmüll. Doch ist feste Seife auch so hygienisch wie Seife aus dem Spender?

Keimschleuder feste Seife? Darum sollten Sie trotzdem zum Seifenstück greifen

Feste Seifen gelten als wahre Keimschleudern. So fasst man das Seifenstück nicht nur mit schmutzigen Händen an, auch ihre feuchte Oberfläche bietet ausreichend Platz für Keime. Doch anders als viele denken, ist ein Seifenstück keinesfalls unhygienischer als ein Seifenspender.

Wie das Deutsche Beratungszentrum für Hygiene (BZH) in Freiburg berichtet, befinden sich an der feuchten Oberfläche der Seife zwar Keime. Im für sie ungünstigen Milieu auf dem Seifenstück können sie allerdings nicht lange überleben. „Eine Seife ist ein alkalisches Medium und als solches ein Nährmedium, das Bakterien und Viren – bis auf ein paar wenige exotische Keime – überhaupt nicht mögen“, erklärt Ernst Tabori, Direktor des Deutsche Beratungszentrums für Hygiene (BZH).

Keimschleuder feste Seife? Bakterien schnell wieder loswerden

Überraschend ist dagegen, dass in der Flüssigseife sogar deutlich mehr Bakterien zu finden sind. Diese können sich laut Ernst Tabori bei Seifenspendern auf dem Pumpmechanismus der Flasche ansammeln.

Auch das ist jedoch kein Grund zur Sorge. Denn sowohl die Bakterien auf dem Seifenstück als auch die Keime auf dem Seifenspender wird man schnell wieder los: Dazu nach dem Einseifen die Hände gründlich reiben und unter fließendem Wasser abspülen. So werden die Keime umgehend wieder abgewaschen.

Keimschleuder feste Seife? Hände richtig waschen

Egal ob mit fester oder flüssiger Seife, entscheidend ist das regelmäßige und vor allem gründliche Händewaschen. Dazu die Hände mindestens 20 Sekunden einseifen und anschließend mit einem sauberen Handtuch abtrocknen. Die Verwendung eines zusätzlichen Desinfektionsmittels ist oder antimikrobieller Zusätze in Seifen ist laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) dagegen nicht notwendig. In verschiedenen sozialen Medien wird zudem die Einnahme von Desinfektionsmitteln zum Schutz gegen das Virus empfohlen*. Das ist jedoch nicht nur falsch, sondern auch gefährlich, wie merkur.de berichtet.

Häufiges Händewaschen mit Seife strapaziert die Haut jedoch enorm. Bei häufigem Händewaschen kann die Haut trocken und rissig werden. Zudem können entzündliche Veränderungen wie Handekzeme die Folge sein. Nach jedem Desinfizieren und nach jeder Handwäsche sollte die Haut daher mit einem Pflegepräparat eingecremt werden, um die Regeneration der Hautbarriere zu unterstützen.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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