Eine blonde Frau streicht sich mit einem Abschminktuch über die rechte Wange (Symbolbild).
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Mit Abschminktüchern geht das Abschminken schnell und bequem, gesund für die Haut ist das Kosmetikprodukt allerdings meist nicht (Symbolbild).

Bedenkliche Inhaltsstoffe

Hautirritationen durch Abschminktücher: Deshalb schaden sie der Haut

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Abschminktücher sind zwar praktisch, dabei meist aber nicht besonders verträglich für Haut und Umwelt. Vor allem wer eine zu Allergien neigende Haut hat, sollte deshalb auf Alternativen setzen.

Frankfurt am Main – Abschminktücher sollen das Abschminken nach einem langen Tag erleichtern. Gesund für die Haut sind die Kosmetikartikel meist allerdings nicht. Zum einen ist ihr Reinigungseffekt umstritten, zum anderen stecken in ihnen oft bedenkliche Inhaltsstoffe, warnen Verbraucherschützer. Als Einmalprodukt sind sie außerdem nicht besonders umweltfreundlich. Welche Produkte verträglicher sind und dabei auch noch eine bessere Öko-Bilanz haben.

Abschminktücher: Umstrittener Reinigungseffekt und Hautirritationen

Abschminktücher sollen die Haut schnell und unkompliziert von Make-Up, Schmutz und überschüssigem Fett befreien, so das Versprechen vieler Hersteller. Werden sie ohne mit Wasser nachzuspülen genutzt, können dabei allerdings Schmink- und Schmutzrückstände auf der Haut bleiben, warnt das Verbrauchermagazin Öko-Test. Das kann zu verstopften Poren und Hautunreinheiten führen. Verklebte Wimpern können zudem leichter ausreißen oder abbrechen. Auch das anschließende Auftragen von Pflegeprodukten hat dann nicht den gewünschten Effekt, da sie nicht richtig einziehen können und die Hautregeneration gestört wird. Im Bereich der Augen können Make-up-Rückstände sogar zu behandlungsbedürftigen Augenentzündungen führen.

Ein weiteres Problem bei Abschminktüchern: Um hartnäckige Make-Up-Reste zu entfernen, müssen Verbraucher stark reiben und rubbeln. Dabei kann es zu Hautirritationen kommen. Besonders bei empfindlicher Haut, die zu Akne, Rosazea oder Neurodermitis neigt, können die Hautbeschwerden durch die Anwendung von Abschminktüchern schlimmer werden.

Abschminktücher: Vorsicht, bedenkliche Inhaltsstoffe

Wie viele andere Kosmetikprodukte, können Abschminktücher außerdem bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten, wie:

Einige Duft- und Konservierungsstoffe können über die Haut in den Organismus gelangen und dort Unverträglichkeitsreaktionen oder sogar Kontaktallergien auslösen. Nach Angaben des Allergieinformationsdienstes des Helmholtz Zentrum München gehören sie, zusammen mit Nickel, zu den häufigsten Kontaktallergenen.

Bestimmte PEG-Derivate sind dafür bekannt, die Haut durchlässiger für Fremdstoffe zu machen. In Kosmetik kommen sie als Emulgatoren zum Einsatz, um wässrige und ölige Inhaltsstoffe miteinander zu verbinden. Das Problem: sie binden dabei auch das natürliche Fett der Haut. Können Reizstoffe leichter eindringen, steigt auch das Risiko für Hautreizungen und Allergien. Viele PEGs sind zudem erdölbasiert und damit nicht besonders umweltverträglich. Einige stehen außerdem im Verdacht, hormonell zu wirken, warnen die Öko-Tester. Viele Abschminktücher enthalten außerdem Alkohol, der die Haut austrocknen und reizen kann. Wer eine empfindliche Haut hat, sollte auf Abschminktücher ohne Alkohol achten oder noch besser: ganz auf das Einwegprodukt verzichten.

Ein weiterer Kritikpunkt: Abschminktücher bestehen in der Regel aus Kunststofffasern, die nicht biologisch abbaubar sind und damit große Mengen Müll produzieren. Auch die Plastikverpackung der Tücher ist alles andere als umweltfreundlich.

Abschminktücher: Verträgliche und umweltfreundliche Alternativen

Wer seine Haut und die Umwelt schonen möchte, sollte sein Gesicht besser mit verträglichen Waschgels oder Reinigungsmilch säubern. Hartnäckiges (wasserfestes) Augen-Make-up kann vorher gründlich mit Wattepads statt Abschminktüchern entfernt werden. Mittlerweile sind in den meisten Drogerien auch waschbare Wattepads, zum Beispiel aus Baumwolle, erhältlich, die sich bei 60 Grad in der Waschmaschine waschen lassen und anschließend wiederverwendet werden können.

Wer eine empfindliche oder zu Allergien neigende Haut hat, sollte bei der Wahl von Reinigungsmilch und Waschgel möglichst auf konservierungsmittel- und duftstofffreie Produkte achten. Unterstützung bieten dabei Allergiker-Siegel wie das DAAB-Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB), das ECARF-Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung oder das DHA-Siegel der Deutschen Haut- und Allergiehilfe.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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