Eine junge Frau mit dunklen Haaren trägt einen nude-farbenen Lippenstift auf (Symbolbild).
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Lippenstift kann verschiedene Substanzen enthalten, die bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen können (Symbolbild).

Problematische Inhaltsstoffe

Lippenstift-Allergie: Kann das Kosmetik-Produkt eine allergische Reaktion auslösen?

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Wenn die Lippen nach dem Auftragen von Lippenstift anschwellen und jucken, kann eine Kontaktallergie auf Inhaltsstoffe der Kosmetik dahinterstecken. Welche Substanzen im Lippenstift Verbraucher meiden sollten.

Frankfurt am Main – Die wenigsten Menschen hinterfragen bei dem Gebrauch von Lippenstift, was sie sich da eigentlich auf die Lippen schmieren. Dabei geht es nicht nur um die empfindlich-dünne Haut der Lippen – wenn wir essen, sprechen, küssen oder in Gedanken versunken mit der Zunge über die Lippen fahren, kommen Rückstände des Lippenstifts unbemerkt in den Mund werden verschluckt. Verbraucher sollten die Inhaltsstoffe der farbigen Kosmetik deshalb besonders genau unter die Lupe nehmen. Denn Lippenstift kann gesundheitsbedenkliche Substanzen enthalten, die auch das Potenzial haben Allergien auszulösen.

Lippenstift-Allergie: Welche Stoffe im Lippenstift können der Gesundheit schaden?

Dass Lippenstift mit Vorsicht zu genießen ist, zeigt eine Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test aus dem Jahr 2018.* Die Untersuchung von 22 Lippenstiften im Labor ergab, dass viele von ihnen zu einem Großteil aus erdölbasierten Fetten (Paraffinen) bestehen, die wiederum krebserregende Stoffe enthalten können. Das gilt übrigens auch für farblose Lippenpflegestifte, die Öko-Test im September 2020 untersuchte. Durch das Auftragen auf die Lippen landen Erdölbestandteile im Körper, wo sie sich in menschlichen Organen anreichern können. Noch bedenklicher sind aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), zu denen auch krebserregende Verbindungen gehören, die bereits in kleinsten Mengen gesundheitsschädlich wirken. Verbraucher erkennen erdölbasierte Bestandteile an den Bezeichnungen „Paraffin, Paraffinum Liquidum, Petrolatum“ und „Cera Microcristallina“.

Lippenstift-Allergie: Welche Inhaltsstoffe können Allergien auslösen?

Neben erdölbasierten Fetten gibt es weitere Inhaltsstoffe in Lippenstift, um die vor allem Verbraucher mit einer Neigung zu Allergien einen Bogen machen sollten:

  • Konservierungsstoffe: sind in fast allen Kosmetika und Lippenstiften enthalten. Da im Bereich des Mundes viele Keime zu finden sind, ist ihr Einsatz nachvollziehbar. Sie können aber auch die Ursache für allergische Reaktionen sein
  • Duftstoffe: sind ebenfalls häufig in Lippenstiften enthalten und können Kontaktallergien auslösen
  • Farbstoffe: halogenorganische Farbstoffe in Lippenstiften stehen im Verdacht, ebenfalls Allergien auslösen zu können
  • Metalle: über Farbpigmente kann es zu Verunreinigungen mit Schwermetallen kommen, die zu den potenziellen Allergenen zählen

Lippenstift-Allergie: Diese Farbstoffe sollten Sie besser meiden

In konventionellen Lippenstifte der Farbe Rot kommen beispielsweise die Farbstoffe Tartazin ( CI 19140), der Azorfarbstoff Gelborange S (CI 15985) oder Allurarot AC (CI 16035) zum Einsatz, die Hautreizungen und allergischen Reaktionen hervorrufen können. Die Verbraucherschützer weisen außerdem auf den halogenorganischen Farbstoff CI 45410 hin. Zwar darf er in der EU in Kosmetik und in Haarfärbemitteln verwendet werden, über sein allergenes Potenzial herrscht allerdings noch Unklarheit. Weitere bedenkliche Farbstoffe, die oft in Lippenstiften stecken, sind etwa CI 17200, CI 15985 oder CI 15850.

Über die Farbpigmente können auch Schwermetalle in den Lippenstift gelangen, zum Beispiel Blei, das schon in geringen Mengen für den Menschen giftig und eigentlich in Kosmetik verboten ist. Eine Ausnahme bilden jedoch Verunreinigungen, die „technisch unvermeidbar“ sind.

Lippenstift-Allergie: Bedenkliche Konservierungsmittel und Duftstoffe

Wer einen Lippenstift kauft, wünscht sich natürlich auch, dass er eine Weile haltbar ist. Bei häufigem Kontakt mit dem Mund wäre das ohne Konservierungsstoffe aber nicht möglich. Schließlich kann es durch verdorbene Kosmetik zu Reizungen und Infektionen kommen. Öko-Test konnte in der Vergangenheit in verschiedenen Lippenstiften das stark umstrittene Propylparaben nachweisen, das fruchtbarkeitsschädigend und hormonverändernd wirken kann.

Einige Kosmetik-Hersteller setzen auch auf natürliche Alternativen wie Alkohol, Poly­alkohole, Glykole, organische Säuren wie Anissäure oder ätherische Öle. Auch Pflanzen­extrakte, etwa aus Eukalyptus, Efeu, Teebaum und Rosmarin können konservierend wirken. Nach Angaben der Stiftung Warentest könne jedoch auch diese natürlichen Substanzen Allergien auslösen. Gleiches gilt für synthetische und einige natürliche Duftstoffe. Kontaktallergiker sollten besser auf duftstofffreie Alternativen zurückgreifen.

Lippenstift-Allergie: Diese Symptome sprechen für eine allergische Reaktion

Bei einer „Lippenstift-Allergie“ handelt es sich um eine Kontaktallergie auf bestimmte Inhaltsstoffe des Lippenstifts, die sich durch Juckreiz an den Lippen oder der umliegenden Haut und/oder Bläschen und Pusteln bemerkbar macht. Auch Schwellungen der Lippen und Irritationen im Rachenraum sowie trockene Hautstellen (Lippen-Ekzeme) sind möglich.

Wer den Verdacht hat, auf einen Lippenstift allergisch zu reagieren, sollte einen Arzt aufsuchen und den Lippenstift mitbringen. Ein Allergietest kann Klarheit bringen, ob es sich bei den Beschwerden tatsächlich um eine Allergie handelt. Ist der Allergieauslöser bekannt, sollten Betroffene den Inhaltsstoff künftig meiden.

Lippenstift-Allergie: So erkennen Verbraucher verträgliche Kosmetik

Wer auf einen Lippenstift allergisch reagiert, muss in Zukunft nicht zwangsläufig auf farbige Lippen verzichten. Einige Hersteller haben auf die Nachfrage reagiert und Allergiker-freundliche Produkte auf den Markt gebracht. Sie enthalten keine oder kaum Konservierungsstoffe und Farbpigmente, die nicht allergen wirken. Viele Naturkosmetikprodukte werden zudem auf pflanzlicher statt mineralölbasierter Grundlage hergestellt und sind deutlich verträglicher. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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