Eine Mutter cremt ihrem Kind das Gesicht ein (Symbolbild).
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Gut riechende Duftstoffe befinden sich in fast jedem Kosmetikartikel (Symbolbild).

Schlecht für die Gesundheit

Gefährliche Inhaltsstoffe in Kosmetik: Diese Produkte enthalten gesundheitsschädliche Substanzen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Kritische Stoffe in Kosmetik: Die Auswahl an Kosmetikprodukten ist scheinbar endlos. Doch Zahnpasta, Shampoo und Schminke enthalten oft gesundheitsgefährdende Duft- und Inhaltsstoffe.

Berlin – Egal ob Zahnpasta, Tagescreme, Deo oder Shampoo - tagtäglich verwendet jeder Mensch zahlreiche Pflegeprodukte. Doch nicht immer sind die Inhaltsstoffe in Kosmetika unbedenklich. In vielen Kosmetikartikeln verstecken sich Substanzen, die möglicherweise bedenklich für die Gesundheit sind. Auch Produkte, die bereits seit Jahren verwendet werden, können plötzlich und unerwartet zu einer Unverträglichkeit führen. So gehören kosmetische Pflegeprodukte neben Nickel zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien.

Laut der Verbraucherzentrale kann ein Kosmetikprodukt mehr als 20.000 Substanzen enthalten, welche davon für Gesundheit oder Umwelt kritisch sind, erfahren Sie hier:

1. Allergieauslösende Duftstoffe in Shampoo und Lotionen

Lavendel, Vanille oder Zitrone? Kaum ein Kosmetikartikel kommt ohne Duftstoff aus. Auf der Verpackung sind Duftstoffe unter Bezeichnungen wie „Parfum“ oder „Aroma" zu finden. Doch viele Produkte enthalten allergene Zusatzstoffe wie Moschusverbindungen (Civet/Zibet). Denn allergieauslösende Duftstoffe gehören neben Nickel zu den häufigsten Auslösern einer Kontaktallergie. Auch tierische Duftstoffe wie Moschus oder Ambra lösen bei vielen Menschen allergische Reaktionen aus. Doch damit nicht genug: Wie Tierversuche gezeigt haben, scheinen diese Verbindungen zudem krebserregende und erbgutverändernde Eigenschaften zu haben.

Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) gibt es insgesamt 26 natürliche und synthetische Duftstoffe auf dem europäischen Markt. Sieben Duftstoffe schätzen die Experten als potente Allergene ein, die allergische Reaktionen wie Juckreiz und Schwellungen hervorrufen können. Dazu zählen Citral, Farnesol und Linalool. Diese müssen laut der Europäischen Kosmetikverordnung auf der Verpackung gekennzeichnet werden, sobald sie die festgelegten Grenzwerte überschreiten.

2. Parabene als Konservierungsstoffe

Von Shampoo über Lotionen bis zu Zahnpasta sind Parabene als Konservierungsstoffe überall zu finden. Sie verhindern, dass sich Bakterien in Kosmetikprodukten ansiedeln. Doch immer häufiger stehen Parabene in der Kritik. Grund dafür ist, dass sie verdächtigt werden, hormonell wirksam zu sein. Denn gelangen sie über die Haut in den Organismus, wirken sie wie ein Hormon und können sich im Körper ablagern. Sie sind daher möglicherweise für Schwangere, Kleinkinder und Jugendliche gefährlich. Doch wer jetzt einen Schreck bekommt, kann erst mal aufatmen: Laut dem wissenschaftlichen Komitee der Europäischen Union sind Parabene bis zu einer bestimmten Konzentration unbedenklich.

3. Aluminiumsalze in Deo

Aluminiumsalze (Aluminium Chloride) dienen in Kosmetikprodukten in erster Linie als Antitranspirant. Daher sind die porenverschließenden Aluminiumsalze vor allem in Deodorants zu finden. Doch auch in Zahnpasta oder Lippenstift sind die Eigenschaften der Salze erwünscht. Problematisch ist jedoch, dass Aluminiumverbindungen immer häufiger als gefährlich eingestuft werden. So bringen verschiedene Studien Aluminiumsalze mit der Entwicklung von Alzheimer und der Entstehung von Krebs in Zusammenhang.

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind Aluminiumsalze bis zu einer Menge von einem Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht pro Woche unbedenklich. Wer aus Angst vor den Aluminiumsalzen zu aluminiumfreien Deos greift, muss auch bei diesen Produkten aufpassen. So können sich auch in aluminiumfreien Deodorants gesundheitsbedenkliche Stoffe befinden.

4. Lichtschutzfilter in der Sonnencreme

Um die Haut vor der Sonne zu schützen enthalten Sonnencremes einen Lichtschutzfilter (UV-Filter). Diese halten die schädlichen UV-Strahlen von der Haut ab. was viele nicht wissen: Auch in Kosmetika wie Make-up sind häufig UV-Absorber enthalten. Diese schützen nicht nur die Haut, sondern auch das Produkt selbst vor den Sonnenstrahlen.

Doch die UV-Filter sind alles andere als unbedenklich, denn sie werden verdächtigt sich auf den Hormonaushalt auszuwirken. Substanzen wie Benzophenone stehen nicht nur im Verdacht hormonell zu wirken, sondern scheinen auch allergieauslösend und krebserregend zu sein. Verschiedene Studien konnten nachweisen, dass die Filter über die Haut in den Körper eindringen und Schäden an Leber, Niere und Haut verursachen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte daher auf synthetische Lichtschutzfilter verzichten. Dazu zählen:

  • Benzophenone-3
  • Benzophenone-4
  • Benzophenone-5
  • Ethylhexylmethoxycinnamat
  • Butyl Methoxydibenzolmenthane
  • 4-Methylbenzylidene Camphor
  •  Homosalate
  • Octocrylene
  • Isoamyl Methoxycinnamate
  • Octyl Methoxycinnamate
  • OctocryleneIsoamyl Methoxycinnamate

5. Tenside/Emulgatoren im Shampoo

Tenside, auch als Emulgatoren bezeichnet, werden in Shampoo, Zahnpasta und Haarfestiger verwendet. Die wasserlöslichen Substanzen wirken im Shampoo schäumend. Auf der Haut haben sie jedoch den Nachteil, dass sie die Hautbarriere durchlässiger machen. Sie verliert dadurch nicht nur ihre natürliche Schutzfunktion, sondern Schadstoffe können so auch leichter in den Körper eindringen. Ist die Haut bereits geschädigt, wirken sie so potentiell allergieauslösend. Da Tenside zudem häufig aus umweltschädlichen Erdölen hergestellt werden, gelten sie als möglicherweise krebserregend. So konnte Stiftung Warentest 2015 krebserregende Substanzen in Produkten mit Mineralöl feststellen. Erdöl ist in Kosmetika unter folgenden Bezeichnungen zu finden:

  • Petrolatum
  • Mineral Oil
  • (Microcrystalline) Wax
  • Isoparaffin
  • Paraffinum Liquidum
  • Vaseline
  • Cera Microcristallina
  • Ceresin
  • Ozokerite

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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