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Gesundheitsrisiko durch Motten: Kot und Gespinste der Schädlinge können Allergien auslösen

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Von: Jasmina Deshmeh

Sind Lebensmittel von Motten befallen ist das nicht nur unhygienisch, sondern auch ein Risiko für die Gesundheit. Denn Kot und Gespinste der Schädlinge enthalten potenziell Allergie-auslösende Substanzen. Zudem drohen Verunreinigungen mit Milben, Schimmelpilzen und Bakterien.

Dessau-Roßlau – Lebensmittelmotten und ihre Larven sind lästige Mitbewohner, die sich von Getreide, Gewürzen, Trockenobst und Schokolade ernähren. Meist gelangen die Schädlinge über verunreinigte Lebensmittel in die Wohnung, wo sie sich in Essensvorräten innerhalb von 30 bis 74 Tagen vom Ei über die Stadien Larve und Puppe zum erwachsenen Falter entwickeln. Oft fällt ein Mottenbefall erst auf, wenn ausgewachsene Falter bei Öffnen der Schränke umherflattern. Lebensmittel sollten in diesem Fall immer entsorgt werden, denn Motten sind nicht nur unhygienisch und unappetitlich, sie können auch der Gesundheit schaden.

Allergien durch Lebensmittelmotten: Wie Sie einen Mottenbefall erkennen

Prinzipiell können Lebensmittelmotten alle trockenen pflanzlichen Nahrungsmittel befallen. Unter den Begriff Lebensmittelmotte fallen die Dörrobstmotte, die Mehlmotte und die Speichermotte, die sich in ihrem Aussehen geringfügig unterscheiden. Die Dörrobstmotte ist kupferrot gefärbt und besitzt eine Flügelspannweite von 20 Millimetern. Ihre Larven sind gelblich-rötlich oder gründlich gefärbt und zwischen 15 und 17 Millimeter lang. Die Mehlmotte ist kleiner und mit ihren silber-grauen Flügel deutlich unscheinbarer. Die gelblich-weißen Larven der Mehlmotte werden zwischen 12 und 18 Millimeter lang und erinnern von in ihrem Aussehen an Schmetterlingsraupen. Die Speichermotte ist grau-braun und mit 15 bis 20 Millimetern ähnlich klein wie die Mehlmotte.

Die Falter sind nachaktiv und fliegen auf der Suche nach Eiablageplätzen in der Wohnung umher.* Sie leben nur etwa zwei Wochen und benötigen in dieser Zeit keine Nahrung. Der eigentliche Schaden entsteht durch den Larvenfraß. Ein Mottenbefall lässt sich an fadenartigen, weißen Gespinsten im Lebensmittel erkennen. Oft sind auch die Larven oder leere, leicht transparente Kokons sichtbar. Ein weiteres Indiz sind verklumpte Lebensmittel, da beim Stoffwechsel der Schädlinge Wasser freigesetzt wird. Um die Ausmaße des Mottenbefalls nachzuweisen eignen sich Pheromon-Klebefallen, deren Lockstoffe männliche Tiere anziehen.

Allergien durch Lebensmittelmotten: Gesundheitsgefahren für den Menschen

Lebensmittelmotten pflanzen sich schnell fort und können zu einer echten Plage werden. Die Larven fressen sich durch Lebensmittel und ihre Verpackungen und hinterlassen dabei Kot, Feuchtigkeit und Gespinste, was diese ungenießbar macht. Anders als Nagetiere und Schaben gelten Motten nach Angaben des Umweltbundesamtes zwar nicht als Krankheitsüberträger, trotzdem können die Vorratsschädlinge der menschlichen Gesundheit schaden. Denn der Verzehr kontaminierter Lebensmittel kann zu Verdauungsbeschwerden, Hautkrankheiten und in Einzelfällen sogar zu Allergien führen. Grund dafür sind bestimmte Enzyme in den Ausscheidungen der Larven.

Gelangt der feine, pulverartige Kot in die Atemwege, reagieren empfindliche Menschen zudem mit einer verstopften Nase, Fließschnupfen, Niesreiz oder allergischen Bindehautentzündungen. Kommt es wiederholt zum Kontakt mit den Allergenen, droht sogar ein Etagenwechsel in die unteren Atemwege. Man spricht vom sogenannten „Bäckerasthma“.

Darüber hinaus geben die Larven Feuchtigkeit ab. In Verbindung mit organischem Material wie Mehl oder anderen Lebensmitteln und Wärme (Zimmertemperatur), bildet sie einen idealen Nährboden für Milben, Bakterien und Schimmelpilze.

Allergien durch Lebensmittelmotten: So bekämpfen Sie die Schädlinge

Haben sich Motten im Mehl oder einem anderen Nährsubstrat eingenistet, sollten man sie schnellstmöglich entfernen. Dazu ist es ratsam, alle Schränke gründlich mit Essigwasser zu reinigen. Das gilt auch für sämtliche Ritzen und Fugen. Unzugängliche Stellen empfiehlt das Umweltbundesamt mit einem Fön zu erhitzen. Darüber hinaus sind verschiedene chemische und natürliche Biozide auf dem Markt, die die Schädlinge abtöten sollen. Da sie auch Mensch und Umwelt belasten können, sollten sie jedoch nur bei einem schweren Befall zum Einsatz kommen.

Besonders Menschen mit einem erhöhten Allergierisiko sollten vor der Anwendung testen, ob sie stark riechende Anti-Motten-Mittel (z.B. mit ätherischen Ölen) vertragen. Eine neue und umweltverträglichere Alternative sind Schlupfwespen. Sie sind natürliche Feinde der Motten und für den Menschen ungefährlich.

Allergien durch Lebensmittelmotten: Künftigem Befall vorbeugen

Ein Befall mit Lebensmittelmotten hat meist nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Folgende Empfehlungen des Umweltbundesamts können dazu beitragen, einem erneuten Befall vorzubeugen:

*24garten.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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