Gläser mit Hafer-, Soja- und Reismilch stehen auf einem Tisch mit Getreidekörner (Symbolbild).
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Hafer-, Soja- oder Reisdrink? Welche Milchalternative ist die beste bei Milchallergie und Laktoseintoleranz? (Symbolbild)

Milchallergie und Laktoseintoleranz

Milchersatz: Mandelmilch, Hafermilch oder doch Hanfmilch? Welcher Ersatz für Müsli und Kaffee geeignet ist

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Menschen mit Milchallergie oder einer Laktoseintoleranz haben mittlerweile im Supermarkt die Qual der Wahl. Um den richtigen Milchersatz zu finden, ist ein Überblick über das Angebot wichtig. Lesen Sie alles zu den gängigsten Milchersatzprodukten.

  • Bei Kuhmilchallergie und Laktoseintoleranz können Milchersatzprodukte den Alltag erleichtern.
  • Mandelmilch, Hafermilch oder doch Milch aus Erbsen? Die Auswahl an Milchersatz ist groß.
  • Babys reagieren häufig allergisch auf Milcheiweiße. Aber auch hier gibt es gesunde Alternativen.

Berlin – Müsli mit Milch zum Frühstück, ein Joghurt mit Obst als Nachtisch und abends noch ein Brot mit Käse. Was für viele nach Genuss klingt, kann bei Menschen mit Milchallergie oder Laktoseintoleranz unangenehme Durchfalle, Blähungen oder andere Beschwerden auslösen. Pflanzliche Milchersatzprodukte wie Soja-, Reis- oder Hafermilch können in vielen Fällen Kuhmilch ersetzen und Betroffenen einen beschwerdefreien Alltag ermöglichen. Lesen Sie, welche Milchalternative für wen geeignet ist.

Milchallergie: Der Unterschied zur Laktoseintoleranz

Bei einer Laktoseintoleranz fehlt dem Körper das Enzym Laktase. Dieses spaltet normalerweise den Milchzucker bei der Verdauung. Die Intoleranz, die Blähungen und Durchfall auslösen kann, ist folglich keine Allergie. Bei einer Milchallergie reagiert der Körper auf ein oder mehrere Eiweiße in der Milch mit einer überempfindlichen Immunreaktion. Das Immunsystem stuft die eigentlich harmlosen Eiweiße als „feindlich" ein und bildet Antikörper gegen diese Allergene. Bei erneutem Kontakt kommt es zu den allergischen Symptomen.

Am häufigsten sind laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) in Berlin Reaktionen auf die sogenannten Kaseine und die Molkeeiweiße β-Lactoglobulin und α-Lactalbumin. Kasein ist hitzestabil, β-Lactoglobulin und α-Lactalbumin hingegen sind hitzeempfindlich – Kochen zerstört sie. Patientinnen und Patienten, die nur auf Lactalbumin reagieren, können teilweise gekochte Milchspeisen problemlos verzehren.

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. Mandelmilch (Nussmilch) einfach selbst herstellen ganz ohne Zusatz- und Konservierungstoffe . Mandelmilch (Nussmilch): . 200 g Mandeln (oder z. B. Cashewkerne) 1 l (gefiltertes) Wasser 1 TL Vanilleextrakt (optional) 1 TL Honig oder 2-3 eingeweichte Datteln (optional) 1 Prise Salz . Die Mandeln in einem Sieb unter fließendem Wasser gut abspülen. Anschließend in eine große Schüssel geben und mindestens 1 Liter Wasser hinzugeben (gefiltert, wenn das Leitungswasser sehr hart ist). . Mit einem Küchentuch oder Deckel abdecken und für 12 Stunden einweichen lassen . Die eingeweichten Mandeln anschließend wieder in einem Sieb abspülen und abtropfen lassen. Gemeinsam mit ca. 1 Liter (gefiltert) frischem Wasser in den Standmixer oder die Küchenmaschine geben. Für den Geschmack (optional) 1 Prise Salz, 1 TL Vanilleextrakt, 1 TL Honig oder die für kurze Zeit eingeweichten Datteln hinzugeben. Auf höchster Geschwindigkeit pürieren. . Die Mandelmilch mit den Nussresten durch einen Nussbeutel oder sehr feines Sieb in eine große Flasche oder Karaffe abgießen. Die Nussreste auspressen, so dass auch der letzte Rest Flüssigkeit genutzt wird. . Die Mandelmilch sofort verzehren oder in einem luftdicht verschlossen Gefäß bis zu 4 Tage im Kühlschrank aufbewahren. . Die Nussreste könnt Ihr für Euer Müsli oder auch zum Backen verwenden . Lasst es Euch schmecken 💚 . #mandelmilch #nussmilch #veganerezepte #veganeernährung #veganfood #frühstücksideen

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Wichtig ist auch zu beachten, dass Milch von anderen Tieren ebenfalls allergische Reaktionen auslöst. Hintergrund ist, dass sich die Eiweiße sehr ähneln. Auch Muttermilch kann problematisch sein. Isst die Mutter bestimmte milcheiweißhaltige Nahrungsmittel, führt sie diese dem Kind über die Muttermilch zu. Bei einer Milchallergie können Kinder dann allergisch reagieren. Sobald die Mutter auf bestimmte Lebensmittel verzichtet, geht es auch dem Kind meist wieder gut.

Milchallergie: Zu diesem Milchersatz können Allergiker greifen

Das Angebot an Milchersatzprodukten im Supermarkt ist mittlerweile groß. Milchallergiker müssen Acht geben, dass sie nicht zu laktosefreier Milch oder laktosefreiem Joghurt oder Quark greifen. In diesen Produkten ist lediglich der Milchzucker bereits gespalten, die Milcheiweiße sind nach wie vor enthalten und führen bei Milchallergie zu Problemen. Anders sieht es bei Menschen mit Laktoseintoleranz aus. Sie müssen nach dem Verzehr dieser Produkte keine Beschwerden wie Durchfall oder Blähungen fürchten.

Für Milchallergiker sind nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) entsprechende Alternativen wie zum Beispiel Pflanzenmilch und Nussmilch verfügbar. Mögliche Alternativen sind:

  • Hafermilch
  • Dinkelmilch
  • Reismilch
  • Sojadrinks
  • Lupinendrinks
  • Mandelmilch
  • Haselnussmilch
  • Kokosmilch
  • Hanfmilch

Nicht alle Milchalternativen sind für jeden Menschen mit Laktoseintoleranz oder Milchallergie geeignet. Bei der Wahl der Pflanzen- bzw. Nussmilch gilt es einiges zu beachten.

Milchersatz: Das können Hafermilch und Mandelmilch

Hafermilch ist vor allem aus ökologischer Sicht eine gute Wahl, da das Getreide in Europa wächst und so die Transportwege kürzer sind als bei anderen Milchalternativen. Zudem enthält sie im Vergleich zu Kuhmilch keine tierischen Eiweiße, was Milchallergikern entgegenkommt. Um einen besseren Geschmack zu erhalten, finden sich in der Hafermilch häufig zugesetzte Enzyme. Diese wandeln die vorhandene Stärke in Zucker um, weswegen der Zuckergehalt in Hafermilch höher ist als in Kuhmilch. In Bezug auf Kalorien enthält Hafermilch etwa so viel wie Kuhmilch mit 1,5 Prozent Fettanteil. Da in Hafermilch kein Kalzium enthalten ist, müssen sich Allergiker eine andere Kalziumquelle suchen. Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit sollten beim Kauf auf die glutenfreie Variante zurückgreifen. Der Vorteil von Hafermilch: Sie schmeckt in Kaffee und lässt sich prima aufschäumen, zum Beispiel für einen leckeren Cappuccino.

In der ungesüßten Version lässt sich auch Mandelmilch gut aufschäumen. Aufgrund ihres nussigen Geschmacks eignet sie sich zudem gut zum Backen von Kuchen. Allerdings ist sie relativ nährstoffarm. Da die Nüsse zu wenig Fett enthalten, um ausgepresst zu werden, wird die Mandelmilch meist aus fein geriebenen Mandeln und Wasser hergestellt. Durch die Verarbeitung gehen vielen Nährstoffe verloren. Dafür ist die glutenfreie Milchalternative auch für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit geeignet.

Milchersatz: Das steckt hinter Sojadrink und Hanfdrink

Etwas in Verruf gekommen ist in den vergangenen Jahren der Sojadrink. Dabei ist er besser als sein Ruf: Er ist der einzige Milchersatz, der etwa so viel Protein enthält wie Kuhmilch. Die enthaltenen Fette sind überwiegend ungesättigte Fettsäuren, welche gut für das Herz-Kreislauf-System sind. Der World Cancer Research Fund fand sogar heraus, dass sich der Konsum von Soja in Kombination mit einem gesunden Lebensstil positiv auf die Brustkrebserkrankung von Frauen auswirken kann. 

In Bezug auf den Einfluss, den Soja auf den Hormonhaushalt haben könnte, ist sich die Wissenschaft weiterhin uneinig. Die in Soja enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, auch Phytoöstrogene genannt, sollen den Hormonhaushalt des Menschen beeinflussen. Es gibt sowohl Studien, die diese Hypothese belegen, als auch solche, die das Gegenteil besagen. Menschen mit einer Pollenallergie sollten beim Verzehr von Soja vorsichtig sein, da Soja aufgrund von Kreuzallergien allergische Reaktionen auslösen kann. Ebenso ungeeignet ist Sojamilch für Menschen, die auch an einer Sojaallergie leiden.

Der weniger bekannte Hanfdrink ist zwar meist recht teuer, enthält aber viele gesunde Omega-3-Fettsäuren. Hanfdrinks sind relativ fettreich, aber auch gluten- und cholesterinfrei. Zudem wird Hanf meist in Mischkulturen in Europa angebaut, sodass aus ökologischer Sicht keine Einwände bestehen. Auch für Menschen mit Laktoseintoleranz ist dieses Getränk geeignet und löst keinen Durchfall oder Blähungen aus. Getränke aus Erbsen sind bisher noch wenig verbreitet.

Milchersatz: Was Babys mit Milchallergie trinken können

Vor allem Säuglinge und Kleinkinder sind häufig von einer Milchallergie betroffen. Zunächst muss medizinisch geklärt werden, ob es sich bei der Reaktion nicht um eine Laktoseintoleranz handelt. Bei Babys mit einer diagnostizierten Milchallergie sollten Eltern auf eine extensiv hydrolysierte Nahrung umstellen. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund sind die in diesen Nahrungsmitteln enthaltenen Eiweiße unschädlich, da sie bereits stark aufgespalten wurden.

Eltern sollten nur in Absprache mit einem Kinderarzt eine entsprechende Nahrungsumstellung durchführen, um sicherzugehen, dass es zu keiner Mangelernährung kommt. Milchalternativen wie Getreidedrinks (zum Beispiel Hafermilch) oder Milch von anderen Tieren, wie Ziegenmilch, sind als Ersatzprodukt im ersten Lebensjahr eines Kindes nicht geeignet.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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