Ein Mann geht mit einem Einkaufswagen durch den Supermarkt (Symbolbild).
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Die Kennzeichnung von 14 Nahrungsmittelallergenen ist für Hersteller verpflichtend (Symbolbild).

Kennzeichnung von Nahrungsmitteln

Mehr Sicherheit für Nahrungsmittelallergiker: Dieses Logo schützt vor Allergenen in Lebensmitteln

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Nahrungsmittel-Hersteller müssen im Zutatenverzeichnis angeben, ob Allergene enthalten sind oder nicht. Die Hinweise sind aber nur selten vollständig. Ein neues Logo des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) für Lebensmittel soll dies nun ändern. 

Mönchengladbach – Welche Inhaltsstoffe in einem Lebensmittel enthalten sind, müssen Hersteller von Nahrungsmitteln im Zutatenverzeichnis angeben. Die 14 häufigsten Nahrungsmittelallergene müssen zudem deutlich hervorgehoben werden. Das gilt auch, wenn nur eine kleine Menge der kritischen Nahrungsmittel als Zutat verwendet wurde. Die Kennzeichnung von „Spuren“ ist jedoch gesetzlich nicht verpflichtend. Eine fehlende einheitliche Kennzeichnungspflicht ist jedoch vor allem für Menschen mit schweren Nahrungsmittelallergien problematisch.

Schon kleine Mengen der Allergene können bei Allergikern zu schweren allergischen Reaktionen bis hin zum allergischen Schock führen. Um mehr Sicherheit in den Einkauf zu bringen, hat der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) nun gemeinsam mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ein Logo für besseres Allergiemanagement entwickelt. Dies soll Allergiker in Zukunft besser vor Nahrungsmittelverunreingungen und unvollständigen Zutatenlisten schützen.

Mehr Sicherheit für Nahrungsmittelallergiker: Neues Logo warnt vor möglichen Allergenen

Bisher sind Hersteller von Lebensmitteln laut EU-Verordnung lediglich dazu verpflichtet, die 14 häufigsten Nahrungsmittelallergene auf Produkten zu kennzeichnen. Allerdings nur, wenn diese auch als Zutat verwendet werden. „Spuren“ einzelner Nahrungsmittel müssen Lebensmittelproduzenten dagegen nicht angeben. So gilt der Hinweis „Kann Spuren enthalten“ als freiwillig.

Zu den häufigsten Allergieauslösern, die auf der Verpackung gekennzeichnet werden müssen, gehören:

  • Glutenhaltige Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
  • Krebstiere
  • Eier
  • Fisch
  • Erdnüsse
  • Soja
  • Milch (Laktose)
  • Schalenfrüchte wie Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamia
  • Sellerie
  • Weichtiere wie Schnecken, Tintenfische, Muscheln und Austern
  • Süßlupinen
  • Schwefeldioxid und Sulfite

Mehr Sicherheit für Nahrungsmittelallergiker: Lücke der gesetzlichen Regelung schließen

Obwohl der freiwillige Spuren-Hinweis dazu dienen sollte, Spuren von Allergieauslösern zu kennzeichnen, scheinen Hersteller den Warnhinweis häufig auch ohne Notwendigkeit zu verwenden. So wollen sich viele Produzenten mit dem Hinweis rechtlich absichern. Auch der Hinweis „laktosefrei“ ist nicht immer sinnvoll.

Das erschwert jedoch den Einkauf für Allergiker laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) zusätzlich. So können allergische Verbraucher nur noch schwer erkennen, welche tatsächliche Relevanz der Hinweis habe. Eine inflationäre Verwendung des Begriffs schränke daher die Lebensmittelauswahl und damit auch die Lebensqualität allergischer Menschen deutlich ein.

Mehr Sicherheit für Nahrungsmittelallergiker: Gutes Allergemanagement erkennen

Das neue Logo des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) soll genau diese gesetzliche Lücke schließen. So haben die beiden Verbraucher-Organisationen gemeinsam ein Label entwickelt, mit dem sie Unternehmen mit einem guten Allergenmanagement auszeichnen.

Das Label „DLG-DAAB–geprüftes Allergen-Managementdürfen nur Lebensmittelhersteller tragen, die über ein nachweislich funktionierendes Allergenmanagement verfügen. Dieses muss eine umfassende Risikobewertung für unbeabsichtigte Allergeneinträge, hohe Anforderungen über dem gesetzlichen Standard sowie regelmäßige Kontrollen der Produktionsstandorte und –Prozesse verfügen. So informiert das Logo darüber, dass ein Produkt ohne Hinweis auf unbeabsichtigte Allergeneinträge („Spuren“-Hinweise), auch kein Risiko für Betroffene darstellt. Auch Verbraucher ohne Allergien oder Unverträglichkeiten sollen mehr Durchblick bekommen, ob Fertifprodukte günstig für eine ausgewogene Ernährung sind - oder eben nicht*, wie merkur.de berichtet.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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