Seit einigen Jahren breitet sich er Eichenprozessionsspinner in Deutschland immer weiter aus (Symbolbild).
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Seit einigen Jahren breitet sich er Eichenprozessionsspinner in Deutschland immer weiter aus (Symbolbild).

Gefährliche Raupen

Eichenprozessionsspinner: Wie Sie die Raupen erkennen und allergische Reaktionen vermeiden

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Eichenprozessionsspinner: Auch in Deutschland breiten sich die gefährlichen Raupen immer weiter aus. Woran Eichenprozessionsspinner zu erkennen sind und wie man sich vor dem gefährlichen Hautausschlag schützen kann.

Berlin – Die giftigen Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können bei Kontakt mit der Haut zu allergieähnlichen Symptomen bis hin zum anaphylaktischen Schock führen. Auch wenn die Hauptgefahr des Eichenprozessionsspinners vor allem im Frühling in den Wäldern lauert, verteilen die Raupen ihre giftigen Brennhaare bis in den Herbst hinein über den Wind. Was viele allerdings nicht wissen: Die Gifthaare behalten über mehrere Jahre ihre Wirkung. Allergische Reaktionen sind daher auch außerhalb „Saison“ möglich.

Eichenprozessionsspinner: So erkennen Sie die gefährlichen Raupen

Der Eichenprozessionsspinner gehört zu der Gattung der Nachtfalter. Doch obwohl die Insekten warme, trockene Regionen bevorzugen, kommen sie immer häufiger auch in deutschen Wäldern vor. Dort macht der Nachtfalter es sich mit Vorliebe an Eichen gemütlich. Seit 1995 steigt die Population, der früher eher seltenen Schmetterlingsart, kontinuierlich an. Mittlerweile sind vor allem Gebiete in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen besonders stark betroffen. Schuld daran sind vermutlich steigende Temperaturen und der Klimawandel.

Zwischen Anfang Juli und Ende September legt der Eichenprozessionsspinner seine Eier in die Bäume. Im Frühling, meist im April oder Mai, schlüpfen die Raupen in großen Gruppen. Dann krabbeln die bis zu fünf Zentimeter großen Raupen auf der Suche nach Futter in den Bäumen umher. Erst Ende Juni entwickeln sich aus den Raupen die ausgewachsenen Falter.

Eichenprozessionsspinner: Wie gefährlich sind die Raupen?

Die ausgewachsenen Falter sind eher unscheinbar, grau und etwa drei Zentimeter groß. Doch während die Nachtfalter völlig harmlos sind, sind ihre Raupen umso gefährlicher. Schuld daran ist das in den weißen Brennhaaren enthaltene Gift. Die Gefahr des Eichenprozessionsspinners geht vor allem von seinen feinen Brennhaaren aus. Bereits ab dem dritten Larvenstadium sind die Härchen für den Menschen gesundheitsschädlich. Laut der Bayrischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) bleiben die Haare bis die Raupe sich in einen Falter verwandelt, gefährlich. Brechen die Gifthaare ab, verteilen sie sich über den Wind im Wald und gelangen so auf die Haut und an die Schleimhäute.

Eichenprozessionsspinner: So lindern Sie die allergischen Symptome

Wer mit den feinen Härchen des Eichenprozessionsspinners in Kontakt kommt, sollte schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Denn das Gift des Eichenprozessionsspinners kann laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) starke allergische Reaktionen auslösen. Die feinen Brennhaare enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, dass bei Hautkontakt zu Nesselsucht (Hautausschlag), Juckreiz und Schwellungen führen kann. Gelangt das Gift des Eichenprozessionsspinners an die Schleimhäute in Augen, Nase oder Mund, können auch Reizungen, Schwindel und Fieber die Folge sein. Seltener sind laut dem Ärzteblatt Atemwegsbeschwerden wie Husten, Atemnot und Asthma. Reagieren Betroffene besonders stark auf das Gift, kann es zudem zu einem allergischen Schock kommen.

Bisher gibt es kein Medikament, das gegen das Gift des Eichenprozessionsspinners hilft. Der behandelnde Arzt kann lediglich die allergische Reaktion mit einer kortisonhaltigen Salbe und antiallergischen Medikamenten (Antihistaminika) gegen die Allergie-Symptome behandeln. Zudem helfen kühlende Salben bei leichten Rötungen und Juckreiz. Doch wie kann man sich vor dem Gift der Raupen schützen?

Wer sich an folgende Maßnahmen hält, braucht keine Angst vor einer allergischen Reaktion zu haben:

  • Viele Forstämter warnen mit örtlichen Hinweisen vor den Eichenprozessionsspinnern.
  • Lange Hosen und langärmlige Oberteile schützen die Haut vor Kontakt mit den Brennhaaren.
  • Lässt sich der Kontakt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht vermeiden, sollte die Kleidung schnellstmöglich wechseln und bei 60 Grad heiß waschen.
  • Bei direktem Kontakt mit den Haaren sollte die betroffene Stelle mit Wasser ausgewaschen werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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