Zwei blonde Frauen und ein dunkelhaariger Mann sitzen in weiße Handtüchern gewickelt in der Sauna (Symbolbild).
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Stress kann die Beschwerden bei Asthma, COPD, Neurodermitis, Urtikaria und Allergien verstärken - der Gang in die Sauna kann Betroffenen helfen, zu entspannen (Symbolbild).

Unterstützende Therapie

Saunabesuch mit Neurodermitis: Welche Regeln Betroffene beachten sollten

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Ein regelmäßiger Besuch in der Sauna kann sich bei Erkrankungen wie Neurodermitis positiv auf die Haut auswirken. Patienten sollten dabei aber einiges beachten.

Bonn - Studien belegen, dass Stress die Beschwerden bei Neurodermitis verstärken kann. Wer von der Hauterkrankung betroffen ist, sollte deshalb regelmäßige körperliche und seelische Entspannung in seinen Alltag integrieren. Besonders in der kalten Jahreszeit eignen sich dazu warme Saunagänge. Um trockene und gereizte Haut nicht zu sehr zu belasten, sollten dabei aber einige Punkte beachtet werden.

Mit Neurodermitis in die Sauna: Warum Saunieren der Haut gut tut

Nach Angaben der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA) ist Saunieren nicht nur für die Seele eine Wohltat, sondern auch für die Haut. Denn Wärme fördert die Durchblutung und Schwitzen hat einen reinigenden Effekt: Durch das feucht-warme Klima in der Sauna öffnen sich die Poren und die oberste Hautschicht quillt auf. Dabei lösen sich Verunreinigungen und abgestorbene Hautschüppchen, die anschließend beim Duschen von der Haut gespült werden. Untersuchungen belegen sogar, dass sich bei regelmäßigen Saunagängen der pH-Wert der Haut reduziert, der Säureschutzmantel also stärker ausgeprägt ist als bei Nicht-Saunagängern. Zudem fördert Saunieren die Fähigkeit der Haut Feuchtigkeit zu speichern und stabilisiert langfristig ihren Fettgehalt.

Mit Neurodermitis in die Sauna: Auf eine Extraportion Pflege achten

Auch trockene Haut kann vom Saunieren profitieren. Sie sollte nach dem Schwitzen aber mit einer Extraportion Pflege versorgt werden. Dazu eignen sich milde und verträgliche Produkte, zum Beispiel mit dem DAAB-Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes oder Babypflegeserien. Diese werden am besten direkt nach dem Saunagang auf die noch warme Haut aufgetragen und helfen, die natürliche Schutzfunktion der Haut aufrecht zu erhalten. (Allergien auf Naturkosmetik: Warum natürlich nicht unbedingt verträglicher ist)

Um trockene oder von Neurodermitis betroffene Haut nicht unnötig zu reizen, sollten Sie auf Kosmetik mit folgenden Inhaltsstoffen verzichten:

  • Farbstoffe
  • ätherische Öle
  • Konservierungsmittel (z.B. Parabene)
  • PEG-Emulgatoren

Mit Neurodermitis in die Sauna: Vorsicht bei Aufgüssen mit Duftstoffen

Auch Neurodermitiker müssen nicht auf Saunagänge verzichten. Sie sollten sich beim Schwitzen allerdings auf schubfreie Phasen beschränken, in denen der Hautzustand stabil ist. Einige Patienten vertragen Saunieren und das damit verbundene starke Schwitzen auch in beschwerdefreien Phasen nicht. Hitze und Schweiß können bei ihnen sogar einen Krankheitsschub auslösen.

Probleme können auch duftende Aufgüsse bereiten. Die darin enthaltenen Duftstoffe können bei empfindlichen Personen sogar allergische Reaktionen verursachen, die die DHA warnt. Eine sanfte Alternative können Niedrigtemperatur-Saunen ohne Aufgüsse oder Soleverdampfungssaunen sein. Grundsätzlich sollten Saunabesuche aber immer mit dem behandelnden Hautarzt abgeklärt werden. (Nadelhölzer, Kampfer und Menthol: In vielen Erkältungsbädern stecken Allergieauslöser)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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