Eine Frau mit blonden Haare und blauen Augen führt ein Wattepad ans Augen (Symbolbild)
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Die Haut im Bereich der Augen ist besonders dünn, weshalb Augen-Make-up-Entferner in jedem Fall frei von kritischen Inhaltsstoffen sein sollten (Symbolbild).

Die meisten Produkte punkten

Augen-Make-up-Entferner im Öko-Test: Diese Produkte sind für Duftstoff-Allergiker problematisch

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Die Haut im Bereich der Augen ist sehr sensibel und sollte nur mit verträglicher Kosmetik gereinigt werden. Öko-Test hat 20 Augen-Make-up-Entferner getestet, die meisten konnten überzeugen. Einige können Allergikern jedoch Probleme bereiten.

Frankfurt am Main – Die Haut um die Augen herum ist bis zu acht mal dünner als die übrige Gesichtshaut und besitzt kein Unterhautfettgewebe, was sie besonders empfindlich und durchlässig für Problemstoffe macht. Augen-Make-up-Entferner sollten deshalb eine besonders verträgliche Rezeptur haben. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 20 verschiedene Produkte auf ihre Inhaltsstoffe überprüft. Das erfreuliche Urteil der Tester: 18 der getesteten Augen-Make-up-Entferner schneiden mit mindestens „gut“ ab und sind zu empfehlen. Nur zwei Produkte enthalten kritische Inhaltsstoffe und sollten in jedem Fall gemieden werden. Vier weitere können bei Duftstoffallergien Probleme bereiten.

Öko-Test prüft Augen-Make-up-Entferner: So wurde getestet

Für die Untersuchung kauften die Tester 20 handelsübliche Augen-Make-up-Entferner verschiedener Hersteller, darunter acht zertifizierte Naturkosmetik-Produkte und Eigenmarken von Drogerien, Supermärkten und Discountern sowie Marken bekannter Kosmetik-Hersteller. Die Preisspanne lag zwischen 94 Cent und 26 Euro pro 100 Milliliter. Bei den meisten Augen-Make-up-Entfernern handelte es sich um zweiphasige Produkte mit einem wässrigen und einem öligen Anteil, die vor der Anwendung durch kräftiges Schütteln vermischt werden und auch wasserfestes Make-up lösen sollen. Im Labor untersuchten die Tester die Produkte auf mögliche ungesunde Inhaltsstoffe, wie:

  • Silikone (schaden der Umwelt)
  • Synthetische Polymere (Mikroplastik, reichern sich in der Umwelt an)
  • Erdölbasierte Paraffine (potenziell krebserregend)
  • PEG/PEG-Derivate (machen die Haut durchlässiger für Reiz- und Giftstoffe)
  • Formaldehyd/-abspalter (krebserregend, schleimhautreizend, allergisierend)
  • Problematische Duftstoffe (können Kontaktallergien auslösen)
  • halogenorganische Verbindungen (potenziell allergieauslösend, krebserregend)

Öko-Test prüft Augen-Make-up-Entferner: Die meisten Produkte schneiden gut ab

Das Ergebnis: Die meisten der getesteten Produkte schneiden mit der Endnote „sehr gut“ oder „gut“ ab und sind damit zu empfehlen. Unter den Testsiegern: Alle acht Naturkosmetika, darunter die Naturkosmetik-Eigenmarken von Rossmann (Alterra), dm (Alverde) und Müller Drogeriemarkt (Terra Naturi) sowie Produkte von Cattier, Wala (Dr. Hauschka), Laverana (Lavera), Logocos (Logona und Sante) und die Eigenmarken von dm (Balea) und Müller (CV).

Punktabzug gab es dagegen für Paraffine und/oder Silikone in der Rezeptur von Augen-Make-up-Entfernern der Hersteller Johnson & Johnson (Bebe), Lidl (Cien), Edeka (Elkos), Garnier (Garnier), Rossmann (Isana), Maybelline (Maybelline Jade), Beiersdorf (Nivea) und Rewe/Penny (Today). Paraffine und Silikonöle werden den Produkten beigemischt, um wasserfeste Schminke leichter zu lösen. Sie sind günstiger als Pflanzenöle, fügen sich aber auch nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut ein. Silikonöle zählen zudem zu den synthetischen Polymeren, die sich schlecht in der Umwelt abbauen.

Öko-Test prüft Augen-Make-up-Entferner: Zwei Produkte fallen im Test durch

Für zwei Augen-Make-up-Entferner reicht es allerdings nur für die Noten „ausreichend“ und „ungenügend“. Denn sie enthalten neben Paraffinen und Silikonen auch PEG-Derivate (L‘Oréal Make-up Entferner, „ausreichend“) und Formaldeyhd/-abspalter (Essence Express Eye Make-up Remover, „ungenügend“).

PEG-Derivate können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen, nach Ansicht der Tester ein No-Go im Bereich der Augen, wo die Haut ohnehin dünn und empfindlich ist. Absolut abzuraten ist zudem vom Make-up-Entferner von Essence, in dem das beauftragte Labor Formaldehyd/-abspalter nachweisen konnte. Formaldeyhd ist aufgrund seiner krebserregenden und schleimhautreizenden Eigenschaften in Kosmetik verboten. Außerdem kann die Substanz bei empfindlichen Menschen Kontaktallergien auslösen. Abspalter, wie das auf der Verpackung deklarierte Konservierungsmittel DMDM Hydantoin, sind jedoch nach wie vor erlaubt. Im Bereich der Augen ist dieser Inhaltsstoff nicht tolerierbar, so die Ansicht der Verbraucherschützer.

Öko-Test prüft Augen-Make-up-Entferner: Duftstoffallergiker sollten parfümfreie Produkte nutzen

Stark allergiesierende Duftstoffe konnten die Tester erfreulicherweise in keinem der Augen-Make-up-Entferner finden. Lediglich Duftstoffe mit schwach allergenem Potenzial, wie Geraniol und Farnesol, und zwar in den Make-up-Entfernern der Naturkosmetikmarken Alverde, Dr. Hauschka, Lavera und Terra Nuri.

Verbraucher, die allergisch auf Duftstoffe reagieren, sollten besser auf parfümfreie Alternativen zurückgreifen. Sie erkennen sie zum Beispiel am DAAB-Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB), am ECARF-Siegel der Europäischen Stiftung für Allergieforschung oder dem DHA-Siegel der Deutschen Haut- und Allergiehilfe.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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