Kokosblütenzucker in Schale und Kokosnuss vor einem dunklen Hintergrund (Symbolbild).
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Viele Hersteller werben damit, dass Kokosblütenzucker gesünder ist - doch stimmt das? (Symbolbild)

Alternative Süßungsmittel

Öko-Test prüft Kokosblütenzucker: Warum die Zuckeralternative nicht unbedingt gesünder ist

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Kokosblütenzucker soll laut Werbeversprechen gesünder sein als herkömmlicher Haushaltszucker. Doch nicht immer ist auch Kokosblütenzucker drin, wo Kokosblütenzucker draufsteht, wie eine Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test zeigt.

Frankfurt am Main – Kokosblütenzucker gilt als gesündere Alternative zu herkömmlichen Haushaltszucker. Das verspricht zumindest die Werbung. Doch das „pflanzliche“ Süßungsmittel ist nicht nur deutlich teurer, auch die gesundheitlichen Vorteile sind eher fraglich. Das Verbrauchermagazins Öko-Test hat nun 20 verschiedene Kokosblütenzucker untersucht. Darunter Produkte aus Bio-Läden, Online-Shops und Supermärkten. Neun Marken können Verbraucher bedenkenlos verzehren. Aber: Von fast jedem zweiten Kokosblütenzucker raten die Experten ab.

Kokosblütenzucker im Öko-Test: Darum ist die Zuckeralternative nicht unbedingt gesünder

19 der getesteten Kokosblütenzucker stammen aus dem Bio-Anbau, zumeist aus Ländern wie Indonesien oder den Philippinen. Dort wird das Naturprodukt mit langer Tradition von Kleinbauern angebaut. In aufwendiger Handarbeit wird der Kokosblütennektar so lange aufbereitet, bis sich die wertvollen Zuckerkristalle bilden. Anschließend wird der Zucker vermahlen, gesiebt, getrocknet, verpackt und schließlich nach Deutschland transportiert.

Ein solch aufwendiges Verfahren hat auch seinen Preis. Während selbst der günstigste Kokosblütenzucker im Öko-Test immerhin 8 Euro kostet, müssen Verbraucher für den teuersten sogar ganze 32,92 Euro zahlen. Laut den Experten des Verbrauchermagazins sind rund 44 Mal mehr als für ein Kilo normalen Haushaltszucker. Wer so viel Geld ausgibt, der erwartet laut Öko-Test zu Recht, dass auch nichts anderes als reiner Kokosblütenzucker drin sein sollte. Doch was sagt der Test?

Kokosblütenzucker im Öko-Test: Die Testverlierer

Hauptkritikpunkt der Tester: Einige der Kokosblütenzucker enthalten mehr als nur Spuren von Fremdzucker. Denn obwohl bei allen Produkten Kokosblütenzucker auf der Verpackung als einzige Zutat angegeben wurde, zeigt die Laboranalyse ein anderes Bild. Mithilfe einer Isotopenanalysen konnten die Tester feststellen, woher der Kokosblütenzucker stammt. Das Ergebnis: Vielen Produkten wurde Fremdzucker wie Rohrzucker zugesetzt.

Während das Labor Fremdzuckeranteile bis 15 Prozent als gering einstufte, bewerteten die Experten Anteile von 20 bis 30 Prozent als „deutlich“. Darunter der „Bio Primo Kokosblütenzucker“ von Müller Drogeriemarkt („befriedigend“), „Bio Zentrale Zucker Kokosblüte, Fairtrade“ von Bio-Zentrale („befriedigend“), „Dr. Oetker Natürlich Kokosblütenzucker“ von Dr. Oetker („befriedigend“), „Big Tree Farms Kokosblütenzucker, Control Union Fair Choice“ von Goodmoodfood(„befriedigend“), „Davert Kokosblütenzucker“ von Midsona („mangelhaft“) und „Morgenland Kokosblütenzucker“ von Egesun („mangelhaft“).

Ähnliche Qualitäts-Unterschiede hat Öko-Test bei Zahnpasta festgestellt.

Kokosblütenzucker im Öko-Test: Darum ist die Zuckeralternative so beliebt

Wie genau es zu Vermischungen mit anderen Zuckerarten kommen kann, bleibt unklar. Da die Beschaffung des Kokosblütenzuckers jedoch besonders kleinteilig ist und immer mehrere Lieferungen zusammen kommen, könnte es laut Anbietern zu seltenen Verunreinigungen kommen. Zudem sei es für die Bauern aufgrund der aufwendigen Herstellung wirtschaftlich reizvoll, billigeren Zucker unterzumischen.

Wer sich trotzdem für den Kokosblütenzucker entscheidet, sollte vorher einen Blick auf die Nährwerte werfen. Denn so gesund wie sein Ruf ist die Zuckeralternative nicht unbedingt. Ähnlich wie Haushaltszucker hat Kokosblütenzucker nicht wenige Kalorien*, wie auch ruhr24.de berichtet. Da er den Blutzuckerspiegel jedoch nur sehr langsam ansteigen lässt, verstoffwechselt der Körper weniger Insulin - man verspürt daher seltener Heißhungerattacken. *ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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