Giftstoffe im Frühstück

Kritische Inhaltsstoffe in Haferflocken: Drei bekannte Marken fallen bei Öko-Test durch

  • Laura Knops
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Öko-Test hat 24 Haferflocken verschiedener Hersteller auf Schadstoffe untersucht – drei bekannte Marken sind wegen bedenklicher Inhaltsstoffe durchgefallen.

Mönchengladbach – Egal, ob im Porridge, Müsli oder Pfannkuchen – Haferflocken sind nicht nur vielseitig einsetzbar, sondern auch sehr gesund. Die Frühstücksflocken enthalten viele Nährstoffe und eignen sich ideal für ein gesundes Frühstück. Auch bei einer glutenfreien Ernährung sind Haferflocken erlaubt, daher sind sie auch für Menschen mit Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie eine Alternative.

Öko-Test hat nun 24 Produkte getestet, drei von ihnen sind durchgefallen - darunter nicht nur Haferflocken aus dem Discounter, sondern auch Marken aus dem Biosegment. Die Experten haben die Produkte vor allem auf bedenkliche Inhaltsstoffe untersucht. Als kritisch bewertete Öko-Test Stoffe wie Nickel, Schimmelpilzgifte und Verunreinigungen mit Mineralöl.

Haferflocken im Öko-Test: Kritische Inhaltsstoffe bei Test festgestellt

Die gute Nachricht: In mehr als der Hälfte der Haferflocken konnten die Tester keine oder nur geringe Spuren der kritischen Stoffe nachweisen. Zehn Marken bekamen die Note „sehr gut“, vier wurden als „gut“ bewertet. Dabei schnitten Haferflocken aus dem Discounter zum Preis von 0,47 Cent pro 500 Gramm genauso gut ab wie Bioprodukte für 2,40 Euro pro 500 Gramm.

„Sehr gut“ schnitten unter anderem die Haferflocken „Alnatura Haferflocken extra zart“ von Alnatura, „EnerBio Haferflocken Feinblatt“ von Rossmann, „Bio Haferflocken zart“ von Kölln und „Crownfield Haferflocken Zart“ von Lidl ab. Als „gut“ bewertet wurden „Ja! Zarte Haferflocken„ von Rewe und „Bio Haferflocken Feinblatt“ von dm.

Haferflocken im Öko-Test: Ein Viertel der Produkte mit Nickel und Schimmelpilzgift belastet

Doch nicht alle Produkte konnten die Experten von Öko-Test überzeugen. So erhielten sechs Haferflocken die Note „befriedigend“, drei Marken wurden lediglich als „ungenügend“ bewertet. Darunter auch ein Produkt aus dem Biosegment, wie heidelberg24 ebenfalls berichtet.*

Besonders erschreckend: Bei einigen Produkten konnten die Tester hohe Mengen Nickel nachweisen. Nickel kommt natürlich im Boden und Gestein vor, doch auch durch Altlasten aus der metallverarbeitenden Industrie, in der Nähe von Müllverbrennungsanlagen oder Kraftwerken kann es Böden verunreinigen. In Lebensmitteln ist Nickel jedoch gesundheitsschädlich.

So konnten Tierstudien zeigen, dass Nickel die Fortpflanzung und Entwicklung von Nachkommen stört. Zudem gilt das Metall als häufigster Auslöser von Kontaktallergien. Theoretisch kann daher auch Nickel in der Nahrung allergische Reaktionen bei betroffenen Personen auslösen. Eine Allergie auf Nickel in Nahrungsmitteln ist zwar laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) eher selten, trotzdem sollten Allergiker vorsichtig sein.

Haferflocken im Öko-Test: Tester finden Schadstoffe in Produkten von Netto und Edeka

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat deshalb im Jahr 2018 eine tolerierbare Aufnahmemenge pro Tag festgelegt. Zwei der untersuchten Produkte waren sogar so stark verunreinigt, dass ein Erwachsener mit 60 Kilogramm Körpergewicht den derzeit gültigen Wert schon mit 50-Gramm-Portion Haferflocken überschreitet. Dazu gehören die „Kornmühle Extra Zarte Haferflocken“ von Netto und die „Gut & Günstig Haferflocken Extra Zart“ von Edeka. Beide erhielten die Note „ungenügend“. Bei beiden Produkten bewertet Öko-Test» den Gehalt von Schimmelpilzgiften zudem als „stark erhöht“. Die gefundenen Stoffe sind zellgiftig und können das Immunsystem schwächen. *heidelberg24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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