Eine blonde Frau trägt vor einem Spiegel Concealer unter ihren Augen auf (Symbolbild).
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Ein Concealer soll Augenringe kaschieren, leider enthalten viele konventionelle Produkte bedenkliche Inhaltsstoffe, darunter auch Allergieauslöser (Symbolbild).

Kontaktallergene in Schminke

Öko-Test untersucht Concealer: Mehr als die Hälfte fällt wegen kritischer Inhaltsstoffe durch

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Concealer werden auf die empfindliche Augenpartie aufgetragen und sollten besonders verträglich sein. In einigen konventionellen Produkten stecken jedoch gleich mehrere gesundheitsgefährdende Stoffe, wie eine Analyse von Öko-Test zeigt.

Berlin – Concealer sollen kleine Hautunebenheiten, Unreinheiten und Augenringe kaschieren. Dazu wird die cremige Textur mit einem kleinen Applikator oder den Fingern auf die untere Augenpartie aufgetragen und leicht verwischt. Ihre deckende Wirkung verdanken die Produkte vor allem Pigmenten wie Eisenoxid und Titanoxid. Doch Concealer enthalten noch viele weitere Substanzen, darunter häufig auch bedenkliche Stoffe, wie eine Untersuchung des Test-Magazins Öko-Test zeigt.

Concealer im Öko-Test: Vor allem konventionelle Kosmetik enthält häufig gesundheitsgefährdende Stoffe

Für die Untersuchung haben die Tester 20 flüssige Concealer aus Parfümerien, Drogerien und Bio-Märkten gekauft. Der Preis reichte von 1,36 Euro bis 31 Euro. Anschließend wurden die Concealer im Labor auf gesundheitsgefährdende Stoffe wie Formaldehyd/-abspalter, aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe, hormonell wirksame UV-Filter und PEG-Verbindungen sowie Schwermetalle untersucht. Da Hersteller aufgrund der kleinen Verpackung nicht alle Inhaltsstoffe angeben müssen, baten die Verbraucherschützer außerdem um detaillierte Rezeptur-Listen. (Allergene im Alltag: Kann Nagellack allergische Reaktionen auslösen?)

Zunächst das erfreuliche Ergebnis: Sieben der getesteten Concealer sind zu empfehlen, darunter sechs mit der Bestnote „sehr gut“, einer mit der Note „gut“. Unter ihnen:

  • Alterra Concealer 03 Bright Eyes (sehr gut)
  • Alverde Sensitive Concealer, 01 Ivory (sehr gut)
  • Benecos Natural Concealer, light (sehr gut)
  • Lavera Natural Concealer Q10, Ivory 01 (sehr gut)
  • Sante Mineral Wake-up Concealer, 01 Natural Ivoy (sehr gut)
  • Terra Naturi Concealer, 01 Light Natural (sehr gut)
  • Dr. Hauschka Concealer, 01 Macadamia (gut)

Concealer im Öko-Test: Krebserregendes Arsen in bekanntem Marken-Produkt

Die weniger erfreuliche Nachricht: Ein Großteil der Testprodukte wies im Labor jedoch problematische Substanzen auf – zwölf von ihnen gleich mehrere, weshalb sie im Test durchfielen. Immerhin „befriedigend“ gab es für den Concealer der Marke Rival de Loop (Rossmann). Mit „ausreichend“ schnitten die Produkte der bekannten Marken Artdeco, Catrice, L‘Oréal und Trend it up (DM) ab. (Reinigungsmilch im Öko-Test: Kritische Stoffe in drei bekannten Marken – darunter ein Apotheken-Produkt)

Unter den Testverlieren: Der „MAC Studio Waterweight Concealer“. In ihm fanden die Tester giftiges Arsen, das krebserregend wirkt. Es kann durch Verunreinigungen der mineralischen Pigmente in die Kosmetik gelangen, da diese natürlicherweise auch im Boden und der Erdkruste vorkommen. Nach der EU-Kosmetikverordnung sind Schwermetalle wie Arsen in Kosmetik verboten. Ausnahmen bilden laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Verunreinigungen, die bei guter Herstellungspraxis „technisch nicht zu vermeiden“ und für die menschliche Gesundheit „dennoch sicher“ sind. Für die Gesundheit unbedenkliche Konzentrationen werden bei diesem Produkt jedoch überschritten, kritisiert Öko-Test.

Concealer im Öko-Test: Konservierungsmittel können Hautreizungen und Allergien auslösen

Im Concealer der Marke Nyx fanden die Tester außerdem das Konservierungsmittel Formaldehyd/-abspalter. Es gilt als Kontaktallergen, das zu Sensibilisierungen führen kann und bei erneutem Kontakt allergische Kontaktekzeme auslöst. In einer Stellungnahme aus dem Jahr 2006 stufte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Formaldehyd in höherer Konzentration außerdem als krebsauslösend ein. Die Tester kritisieren den Konservierungsstoff im Concealer besonders deshalb, weil das Produkt im Bereich der Augen zum Einsatz kommt, wo es Augenschäden und -reizungen verursachen kann.

In zwei weiteren Produkten von Manhattan und Yves Rocher wies das Labor außerdem halogenorganische Verbindungen nach. Auf der Verpackung waren sie als Chlorphenesin deklariert. Auch dieser Stoff kann zu Allergien und Hautreizungen führen. Ein Concealer von Maybelline enthielt zudem Butylparaben (greift in den Hormonhaushalt ein) und aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), von denen einige krebserregend wirken.

Desweiteren kritisieren die Tester PEG-Verbindungen, die in gleich neun der getesteten Concealer steckten. Sie machen die Haut durchlässiger für Fremdstoffe. In dreizehn Produkten stecken außerdem Paraffine, Erdölprodukte und Silikone, die die natürliche Hautbarriere stören können. (Gefährliche Inhaltsstoffe in Kosmetik: Diese Produkte enthalten gesundheitsschädliche Substanzen)

Concealer im Öko-Test: Konservierung von Kosmetik durch verträglichere Stoffe möglich

Da Kosmetik immer wieder mit der Haut und der Luft in Berührung kommt, ist der Einsatz von Konservierungsmitteln in vielen Fällen unverzichtbar. Das sehen auch die Tester ein. So kommt auch zertifizierte Naturkosmetik meist nicht ganz ohne Konservierungsstoffe aus. Die Verbraucherschützer weisen aber auf deutlich verträglichere Stoffe wie Benzylalkohol oder Sorbinsäure hin. Auch mit der Verpackung können Hersteller die Haltbarkeit von Kosmetik ohne Chemie beeinflussen. So sind Spender beispielsweise deutlich hygienischer als Cremetiegel und Tuben.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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