Ein Mann kippt sich mit einer Verschlusskappe Mundspülung in den Mund (Symbolbild)
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Mundspülungen können die Zahnhygiene unterstützen (Symbolbild)

Nebenwirkungen möglich

Öko-Test untersucht Mundspülungen: Einige bekannte Marken fallen durch

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Mundspülungen unterstützen die Mundhygiene. Da sie mit empfindlichen Schleimhäuten in Kontakt kommen, sollten sie frei von bedenklichen Inhaltsstoffen sein.

Frankfurt am Main – Mundspülungen: Braucht man so etwas überhaupt? Kommt darauf an, sagt die Wissenschaft. Zumindest für Menschen mit einem erhöhten Kariesrisiko, wie Zahnspangen-Träger oder Personen, die sich durch körperliche Einschränkungen nicht so gut die Zähne putzen können, sind sie sinnvoll. Allerdings überzeugen ihre Wirkstoffe nicht immer, wie eine Untersuchung von Öko-Test jetzt zeigt.

Öko-Test prüft Mundspülungen: Hilfe bei der Mundhygiene aber kein Muss

Mundspülungen kommen zum Einsatz, wenn Zahnbürste und Zahnseide ihren Dienst geleistet haben. Sie sollen helfen, Zahnfleischentzündungen zu verhindern, die wiederum zu Parodontitis führen können. Bei dieser bakteriellen Erkrankung entzündet sich der Zahnhalteapparat. Bleibt Parodontitis längere Zeit unerkannt, kann sie zum Verlust der Zähne führen.

Studien zeigen, dass fluoridhaltige Mundspülungen auch vor Karies schützen können. Darüber hinaus festigt Fluorid den Zahnschmelz, was ihn widerstandsfähiger macht. Auf der Verpackung sind die Wirkstoffe als Natriumfluorid, Olaflur (Aminfluorid) oder Zinnfluorid deklariert.

Auch der Biofilm aus Bakterien auf den Zähnen (Plaque) soll durch Mundspülungen besser entfernt werden, heißt es in der medizinischen Leitlinie „Biofilm und Zahnfleischentzündungen“. Eine Wirkung ist vor allem für bestimmte ätherische Öle und die Wirkstoffe Cetylpyridiniumchlorid, Zinkgluconat, Zinklactat und Zinkchlorid bekannt.

Öko-Test prüft Mundspülungen: So wurde getestet

Wer Mundspülungen nutzt, sollte aber wissen, dass sie zu Verfärbungen, Mundbrennen und vermehrter Zahnsteinbildung führen können. Hinzu kommt, dass nicht alle Wirkstoffe unbedenklich sind. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat deshalb 21 kosmetische Mundspülungen aus Drogerien, Supermärkten und Discountern im Labor auf folgende Inhaltsstoffe getestet:

  • Alkohol: Kann für alkoholkranke Menschen problematisch sein
  • Natriumlaurylsulfat: Ist ein aggressives Tensid, das nach Ansicht der Verbraucherschützer nicht mit der empfindlichen Mundschleimhaut in Kontakt kommen sollte
  • Das Antioxidans BHT und das Konservierungsmittel Propylparaben: Sie stehen im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken
  • PEG-Verbindungen: Können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen

Öko-Test prüft Mundspülungen: Von diesen Produkten raten die Tester ab

Immerhin neun Mundspülungen schneiden im Test mit „sehr gut“ ab, viele von ihnen sind Produkte von günstigen Eigenmarken. Fünf Mundspülungen fallen dagegen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Darunter auffällig viele Markenprodukte:

  • Listerine Zahn- und Zahnfleischschutz Tägliche Mundspülung (Johnson & Johnson) „mangelhaft“
  • Merdiol Mundspülung (CP Gaba) „mangelhaft“
  • Odol-Med 3 All in One Schutz Mundspülung (GlaxoSmithKline Consumer Healthcare) „mangelhaft“
  • Oral-B Zahnfleisch & -Schmelz Mundspülung frische Minze (Procter & Gamble) „mangelhaft“
  • Parodontax Tägliche Zahnfleischpflege Frische Minze (GlaxoSmithKline Consumer Healthcare) „ungenügend“

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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