Eine Frau mit blonden Haaren und blauen Augen in Nahaufnahme reinigt ihr Gesicht mit einem Wattepad (Symbolbild).
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Reinigungsmilch verspricht eine schonende Gesichtsreinigung. Einige Marken enthalten aber potenziell allergieauslösende Stoffe, wie eine Untersuchung von Öko-Test zeigt (Symbolbild).

Allergieauslöser in Kosmetik

Reinigungsmilch im Öko-Test: Kritische Stoffe in drei bekannten Marken – darunter ein Apotheken-Produkt

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Reinigungsmilch soll die Gesichtshaut besonders schonend reinigen. Einige Marken erfüllen dieses Versprechen aber nicht, unter ihnen auch ein Apotheken-Produkt. Das zeigen die Ergebnisse einer Öko-Test-Untersuchung.

Berlin – Über den Tag verteilt sammelt sich eine Menge Schmutz und Kosmetik auf unserer Gesichtshaut: angefangen von Tagescreme, Sonnenschutz und Make-up, über Talg, Schweiß und Schmutzpartikel aus der Luft. Umso wichtiger ist es, die Haut am Abend zu reinigen, damit sie über Nacht atmen kann. Bei der Reinigung geht jedoch auch ein Teil des hauteigenen Schutzmantels verloren. Vielen Menschen greifen deshalb zu „milder“ Reinigungsmilch, die eine besonders schonende Hautreinigung verspricht. Nicht alle Produkte halten aber, was sie versprechen. Drei bekannte Marken, die für „trockene und empfindliche Haut“ geeignet sein sollen, enthalten sogar bedenkliche und potenziell allergieauslösende Inhaltsstoffe, wie eine Untersuchung von Öko-Test zeigt.

Reinigungsmilch im Öko-Test: Darum soll sie besonders schonend sein

Da Reinigungsmilch, anders als Waschgel und Waschschaum, keine oder nur wenig schäumenden Tenside enthält, gilt sie als besonders schonend für die sensible Gesichtshaut. Tenside sind waschaktive Substanzen, die teils sehr aggressiv und stark entfettend wirken.

Bei Reinigungsmilch handelt es sich um Emulsionen, die Wasser und Öle enthalten, welche sich dank Emulgatoren vermischen. Diese Öle „umschließen“ fetthaltigen Schmutz wie Talg und Cremerückstände, der anschließend mit Wasser abgespült werden kann. Auf diese Weise lassen sich auch ölige Make-up- und Puderreste entfernen, ohne dass der Schutzmantel der Haut allzu stark angegriffen wird. Allerdings wird empfindliche Gleichgewicht der Haut aus Hautfetten, Aminosäuren und Salzen auch durch Reinigungsmilch belastet.

Reinigungsmilch im Öko-Test: Viele Produkte sind empfehlenswert

Viele Hersteller von Reinigungsmilch werben damit, dass die Produkte besonders hautschonend seien. Häufig empfehlen sie Reinigungsmilch auch für trockene, reife oder besonders empfindliche Haut. Öko-Test ist diesen Versprechen auf den Grund gegangen und hat die Inhaltsstoffe von 38 handelsüblichen Produkten auf ihre Verträglichkeit überprüft.

Das erfreuliche Ergebnis: 29 der Reinigungsmilch-Produkte werden von den Testern mit der Bestnote bewertet. Drei weitere Produkte erhalten das Testurteil „gut“. Damit sind Dreiviertel der getesteten Emulsionen zu empfehlen, darunter viele günstige Eigenmarken von Drogerien und Supermärkten wie Balea, Alterra, Alverde, Cien, Isana, Elkos und Today.

Reinigungsmilch im Öko-Test: Drei bekannte Marken fallen im Test durch

Bei drei Produkten sollten Anwenderinnen und Anwender allerdings vorsichtig sein. So disqualifizieren sich die Reinigungsmilche dreier bekannter Marken aufgrund kritischer Inhaltsstoffe und bekomme nur die Note „mangelhaft“. Zwei weitere Produkte schneiden mit dem Ergebnis „befriedigend“ und eines mit „ausreichend“ ab.

Diese sind:

  • Diadermine Purely Essential Mizellen Reinigungsmilch von Schwarkopf & Henkel (befriedigend)
  • Vichy Minéral Mizellen Reinigungsmilch von Vichy (befriedigend)
  • Nivea Sanfte Reinigungsmilch von Beiersdorf (ausreichend)
  • Eau Thermale Avène Milde Reinigungsmilch von Pierre Fabre (mangelhaft)
  • L‘Occitane Cleansing Milk von L‘Occitane (mangelhaft)
  • L‘Oréal Reinigungsmilch Kostbare Blüten von L‘Oréal (mangelhaft)

Reinigungsmilch im Öko-Test: Drei bekannte Marken mit bedenklichen Inhaltsstoffen - eine aus der Apotheke

In den Produkten „L’Oreal Reinigungsmilch kostbare Blüten“ und „Eau Thermale Avène Milde Reinigungsmilch“ fanden die Tester aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH). Diese können durch verunreinigte Paraffine in die Kosmetik gelangen und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Das sollte bei den als mild geltenden Reinigungsprodukten für empfindliche Gesichtshaut nicht sein - entsprechend gab es hier nur die Note „mangelhaft“.

Besonders ärgerlich sind kritische Inhaltsstoffe aber, wenn das Produkt in der Apotheke angeboten wird, wie die „Eau Thermale Avène Milde Reinigungsmilch“. Hier fanden die Tester MOAH und PEG/PEG-Derivate sowie synthetische Polymere.

Ebenfalls nicht überzeugt hat die Reinigungsmilch der Lifestyle-Marke L’Occitane. In diesem Produkt konnte das beauftragte Labor halogenorganische Verbindungen nachweisen. Allerdings waren diese als Konservierungsstoff Chlorphenesin auch auf der Verpackung deklariert. Dieser gilt als allergieauslösend und kann Hautreizungen verursachen.

Reinigungsmilch im Öko-Test: Produkt von Nivea mit kritischem Duftstoff Lilial

In der Reinigungsmilch von Nivea („ausreichend“) bemängeln die Tester zudem den kritischen Duftstoff Lilial, der nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf der Verpackung deklariert werden muss. In Tierversuchen hat sich Lilial als fortpflanzungsschädigend herausgestellt. Kontaktallergiker und Asthmatiker sollten den intensiven künstlichen Duftstoff besser meiden, da er Haut und Atemwege reizen kann und ein hohes Sensibilisierungs- und Allergiepotenzial hat. Lilial (in der Inhaltsliste als „Butylphenyl Methylpropional“ aufgeführt) wird häufig in Produkten großer Kosmetikkonzerne verarbeitet. Nivea teilte Öko-Test mit, die Rezeptur der Reinigungsmilch zu überarbeiten und künftig auf den Duftstoff zu verzichten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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