Man sieht eine Zigarette und Zigaretten-Qualm (Symbolbild).
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Dass Tabakrauch schädlich ist, steht fest – doch kann der Qualm auch Allergien auslösen? (Symbolbild)

Hohes Allergierisiko

Rauchen: So wirkt sich Zigarettenrauch auf Allergien aus

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Rauchen ist ungesund – vor allem für Menschen mit einer Vorerkrankung. Denn Tabakrauch kann die Entwicklung von Allergien und Asthma begünstigen.

  • Tabakrauch gehört zu den schädlichsten Umweltfaktoren für die Gesundheit.
  • Auch die Entwicklung von Allergie wie Heuschnupfen oder Asthma, wird häufig mit dem Einatmen von Zigarettenrauch in Zusammenhang gebracht.
  • Schon im Mutterleib beeinflusst der Rauch das Immunsystem eines Kindes.

München – Egal ob aktives oder passives Rauchen – Wer bereits unter einer allergischen Erkrankung wie Heuschnupfen oder Asthma leidet, sollte sich von dem schädlichen Qualm fernhalten. Denn Wissenschaftler sind sich einig, dass Zigarettenrauch das Risiko eine Allergie zu entwickeln deutlich erhöht. Erfahren Sie hier, warum Rauchen das Allergierisiko steigert und warum Sie so schnell wie möglich damit aufhören sollten.

Allergien und Rauchen: Genetische Veranlagung und Umweltfaktoren

Menschen mit einer Allergie haben ein überempfindliches Immunsystem. Bei ihnen reagiert der Körper nicht nur Krankheitserreger wie Viren und Bakterien, sondern auch auf harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaub, Tierhaare und Lebensmittel. Schon vor der Geburt werden die ersten Weichen gestellt. Denn die Veranlagung zur Entwicklung einer Allergie ist vererbbar.

Das heißt: Die Gene entscheiden, wie das Immunsystem auf Reize aus der Umwelt reagiert. Leidet bereits ein Elternteil unter allergischen Beschwerden, trägt auch der Nachwuchs ein erhöhtes Risiko, ebenfalls Allergiker zu werden. Noch größer ist die Wahrscheinlichkeit, wenn beide Eltern von einer allergischen Erkrankung, wie Heuschnupfen oder allergischem Asthma, betroffen sind.

Doch laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) tragen auch andere Faktoren dazu bei, wer im Laufe seines Lebens eine Allergie entwickelt und wer nicht: Dabei spielt in erster Linie die genetische Veranlagung aber auch Umweltfaktoren eine entscheidende Rolle. Tabak- und Passivrauchen gehören dabei zu den gefährlichsten Schadstoffen in der Umgebung.

Allergien und Rauchen: Dauer und Menge entscheidend

Aktives Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit an Asthma zu erkranken. Vor allem Raucher, die regelmäßig zum Glühstängel greifen, sind gefährdet. Wer besonders viele Zigaretten raucht, ist deutlich häufiger betroffen, als Gelegenheitsraucher. Doch nicht nur die Zahl der täglich konsumierten Zigaretten trägt zum Asthmarisiko bei, auch der Zeitraum des aktiven Rauchens spielt eine Rolle. Mit der Dauer und der Anzahl der gerauchten Zigaretten, steigt somit das Risiko an einer Allergie oder allergischem Asthma zu erkranken.

Wie wirkt sich Zigarettenrauch auf Allergien aus?

Vor allem für Menschen, die bereits unter einer Allergie leiden, ist der Zigarettenrauch Gift. Denn der Qualm trägt nicht nur dazu bei, dass sich bestehende Allergien wie Heuschnupfen oder allergisches Asthma verschlimmern. Allergiker, die über viele Jahre hinweg zur Zigarette greifen, laufen Gefahr, dass sich aus der ursprünglichen Pollenallergie eine chronische Asthma-Erkrankung entwickelt.

Die in der Zigarette enthaltenen Inhaltsstoffe – vor allem das Nikotin – sorgen dafür, dass die Atemwege ständig gereizt sind. Vor allem in der Pollensaison ist das für Heuschnupfen-Geplagte besonders lästig, da ihnen schon so das Atmen schwer fällt. Außerdem verursacht der Zigarettenrauch eine vermehrte Schleimbildung im Nasen- und Rachenraum.

Rauchen: Vor allem Kinder sind gefährdet – und das über mehrere Generationen hinweg

Wissenschaftliche Studien belegen es schon lange: Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft rauchten, haben ein höheres Risiko an Asthma zu erkranken, als Kinder von Nichtraucherinnen. Erschreckend ist, dass auch die nächste Generation noch davon betroffen ist. So konnten Forscher nachweisen, dass Rauchen während der Schwangerschaft ebenfalls einen Einfluss auf das Allergierisiko der eigenen Enkelkinder hat. Unklar ist bisher, wie genau Rauchen in der Schwangerschaft sich auf den Gesundheitszustand des Kindes auswirkt. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass bereits im Mutterleib Schädigungen des Immunsystems auf genetischer Basis durch den Zigarettenrauch als Auslöser für Allergien wirken.

Risikofaktor: Auch Passivrauchen ist gefährlich

Zu den wichtigsten Faktoren, die die Entwicklung von Asthma und Allergien fördern, gehört das Rauchen in der Schwangerschaft. Aber auch Passivrauchen ist für das ungeborene Kind enorm gefährlich. Experten warnen zudem, dass Kinder, die passivem Rauch ausgesetzt sind, ebenfalls häufiger unter Asthma leiden. So erhöht Passivrauchen das individuelle Risiko eines Kindes im Laufe seines Lebens an einer Allergie zu erkranken. Wissenschaftliche Studien zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß des Zigarettenrauchs, den Kinder einatmen müssen, und der Wahrscheinlichkeit, asthmatische Symptome zu entwickeln. Auch wer also den Rauch nur ungewollt einatmet, ist damit einem höheren Risiko für Atemwegserkrankungen sowie die Entstehung von Asthma, ausgesetzt.

Allergien bei Kindern und Jugendlichen

Heuschnupfen und allergisches Asthma gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Dabei ist das Risiko nicht nur bei Kindern rauchender Eltern erhöht, sondern auch bei Jugendlichen, die schon früh mit dem Rauchen beginnen.

Tabakrauch ist ebenfalls einer der Hauptauslöser für Asthmaanfälle bei bereits an Asthma erkrankten Kindern. So sollten Eltern, bei betroffenen Kindern, darauf achten, dass sie dem schädlichen Rauch nicht unnötig ausgesetzt sind. Schon wenige Minuten Passivrauchen können im schlimmsten Fall einen Asthmaanfall auslösen. Zudem gehören Kinder mit Neurodermitis, die genetisch bedingt ohnehin ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung weiterer Allergien haben, ebenfalls zur Risikogruppe.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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