Eine Frau in Lauf-Klamotten stoppt auf einem Waldweg und greift sich ans Zwerchfell (Symbolbild).
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Sport trotz Allergie? Kein Problem, wenn Allergiker ein paar Verhaltensregeln beachten (Symbolbild).

Was Allergiker beachten sollten

Sport trotz Allergie? 5 Tipps für ein beschwerdefreies Training

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Sport trotz Allergie: Bei der Wahl der richtigen Sportart, des richtigen Ortes und Zeitpunktes des Trainings kein Problem. Dann kann sportliche Aktivität die Beschwerden sogar lindern.

Berlin – Das spätsommerliche Wetter treibt viele Menschen für sportliche Aktivitäten ins Freie. Wer an einer Pollenallergie, Asthma oder anderen allergischen Erkrankungen leidet, sollte aber vorsichtig sein. Denn während Indoor-Sportarten das ganze Jahr über möglich sind, ist bei Sport unter freiem Himmel einiges zu beachten.

1. Sport trotz Allergien: Die richtige Sportart wählen

Prinzipiell ist Sport auch bei Allergien gesund und wird von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) ausdrücklich empfohlen. Besonders bei Asthma bronchiale wirkt er wie eine Atemtherapie, verbessert die Lungenfunktion, stärkt die Atemmuskulatur und das Immunsystem. Zudem hebt er die Stimmung und wirkt entspannend, was künftigen Asthma-Anfällen vorbeugen kann.

Während Indoor-Sportarten das ganze Jahr über geeignet sind, sollten Pollenallergiker und Asthmatiker Outdoor-Aktivitäten bei starker Pollenbelastung eher meiden. Besonders geeignet sind Sportarten, die die Kondition fördern und die Atem- und Oberkörpermuskulatur stärken, wie:

  • Tanzen
  • Gymnastik
  • Ballsportarten wie Basketball und Volleyball
  • Wassersportarten wie Rudern
  • Radfahren
  • Leichtes Joggen

Auch Schwimmen eignet sich gut, sofern der Chlorgehalt im Wasser nicht zu hoch ist, da er die Atemwege und die empfindliche Allergiker-Haut reizen kann. Beim Wintersport kann kalte Luft bei starkem Asthma zu Problemen führen. Bei einer Cholinergen Urtikaria können ein starker Anstieg der Körpertemperatur, Wärme und Schweiß Hautrötungen, Quaddeln und Juckreiz auslösen.

2. Sport trotz Allergie: Training mit einem Allergologen abstimmen

Um sich vor Allergenen beim Sport zu schützen, muss der genaue Allergie-Auslöser bekannt sein. So haben beispielsweise verschiedene Pollen unterschiedliche Flugzeiten. Während Frühblüher wie Hasel oder Erle bereits ab Februar blühen, können Gräserpollenallergiker bis in den Spätherbst mit Symptomen zu kämpfen haben. Ein Allergietest beim Arzt bringt Klarheit.

Eine wirksame Therapie, zum Beispiel durch Antihistaminika, kann die allergischen Reaktionen hemmen. Wer langfristig unbeschwert im Freien Sport treiben möchte, sollte mit seinem behandelnden Art über eine mögliche spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) sprechen. Bei dieser Form der Behandlung werden dem Patienten immer wieder kleine Mengen des Allergieauslösers verabreicht, bis das Immunsystem eine Toleranz gegenüber der Substanz entwickelt. Sie ist die einzige ursächliche Therapiemöglichkeit einer Allergie. Bei einer Pollenallergie kann durch die Hyposensibilisierung ein Etagenwechsel, also eine Verlagerung der Allergie in tiefere Atemwege (Asthma), verhindert werden.

3. Sport trotz Allergie: Trainingszeit und Trainingsort nach der Pollenbelastung ausrichten

Pollenallergiker, die gerne unter freiem Himmel trainieren, sollten ihre Trainingszeiten während der Blühzeit dem Pollenflug anpassen. So wirbelt trockenes, windiges und warmes Wetter die Pollen auf. Bei Regen werden sie hingegen auf den Boden gedrückt, weshalb sich die Stunden nach einem Regenschauer besonders zum Sport treiben eignen. Ebenfalls problematisch ist Gewitter, da durch die elektrostatische Ladung der Luft die Pollen platzen und mehr Allergene freisetzen. Wer an einer Schimmelpilzallergie leidet, sollte hingegen feucht-warmes Wetter meiden.

Wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) verweist, sollten Allergiker und Asthmatiker außerdem darauf achten, abseits von Autoabgasen und Industriegasen zu trainieren. In städtischen Ballungsgebieten sind die Pollen meist besonders aggressiv. Auch sehr trockene Orte sollten Allergiker besser meiden. Jogger sollten den Nadelwald gegenüber Laubwäldern, Feldern und Wiesen vorziehen.

Während die Pollenbelastung in Stadtgebieten morgens am niedrigsten ist, eignen sich auf dem Land eher die Abendstunden für sportliche Aktivitäten. Nach dem Sport sollten sich Allergiker von möglichen Allergenen befreien. Da sich die Pollen in der Kleidung verfangen können, ist es ratsam, die Kleidung nach dem Sport schnell zu wechseln. Duschen hilft außerdem, die Allergene aus den Haaren zu spülen. Eine Nasenspülung mit Salzwasser befreit die Schleimhäute von Allergen-Resten.

4. Sport trotz Allergie: Medikamente weiter einnehmen und richtig atmen

Um optimal auf den Sport vorbereitet zu sein, sollten Allergiker ihre Medikamente regelmäßig einnehmen. Asthmatiker sollten bei Bedarf immer ein Notfallspray zur Hand haben. Bei Outdoor-Sportarten wie Laufen und Radfahren kann eine Brille die Augen vor Pollen und anderen Allergenen schützen. Zudem ist es immer besser, durch die Nase zu atmen, da die feinen Nasenhärchen der Schleimhäute Allergene aus der Luft filtern und so verhindern, dass diese in die Lunge gelangen. Wer bei steigender Belastung durch den Mund zu atmen beginnt, sollte die Anstrengung reduzieren.

5. Sport trotz Allergie: Auf den eigenen Körper hören

Da beim Sport die Luft öfter und tiefer eingeatmet wird, gelangen Inhalationsallergene wie Pollen und Schimmelpilzsporen tiefer in die Lunge. Dabei gilt: je größer die Anstrengung, desto größer die Allergenbelastung in den Atemwegen. Allergiker sollten beim Sport deshalb immer auf ihren Körper hören. Fühlen sie sich geschwächt, sollten sie unbedingt eine Pause einlegen.

Wichtig ist auch, sich vor dem Sport aufzuwärmen und die Anstrengung langsam zu steigern. Denn eine plötzlich einsetzende starke Belastung kann zu einer Verengung der Atemwege führen. Aus diesem Grund eignen sich Sportarten mit zwischenzeitlichen Ruhephasen, wie Mannschaftssportarten, besonders gut.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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