Es ist ein Impfausweis und eine Impfung zu sehen (Symbolbild).
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Welche Impfung wann durchgeführt wurde, ist im Impfpass nachzulesen (Symbolbild).

Empfehlung der Ständigen Impfkommission

Alles rund um den Impfausweis: Die fünf häufigsten Fragen zum Impfpass

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Wer seinen Impfausweis verloren hat, sollte sich schnellstmöglich einen Neuen besorgen. Alles, was Sie zum Impfpass, Grundimmunisierung und der elektronischen Impfakte wissen sollten.

Berlin – Gerade während der Corona-Pandemie ist das Thema Impfen besonders präsent. Damit rückt auch der Impfausweis wieder mehr in den Fokus des Einzelnen. Doch nicht jeder hat seinen Impfausweis griffbereit. Wogegen Sie geimpft sind, welche Impfungen zur Grundimmunisierung gehören und wann die nächste Auffrischungsimpfung ansteht - all das kann man im Impfausweis, auch Impfpass oder Impfbuch genannt, nachlesen.

Impfpass: Die fünf häufigsten Fragen zum Impfausweis

Jede Impfung wird im Impfpass dokumentiert. Der Impfausweis gehört damit zu den wichtigsten Dokumenten, die man als Patient besitzt. Denn mithilfe des Impfbuches kann man im Blick halten, welche Impfungen bereits erfolgt sind und welche noch ausstehen. Welche Impfungen zur Grundimmunisierung gehören, was bei Verlust des Impfpasses zu tun ist und wann der elektronische Impfausweis kommt, erfahren Sie hier.

1. Impfpass: Welche Impfungen gehören zur Grundimmunisierung?

Impfungen gelten als wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten. Dabei gilt die Schutzwirkung nicht nur auf den Geimpften selbst, sondern auch das Umfeld profitiert, indem die geimpfte Person Infektionskrankheiten nicht weiter verbreiten kann. In Deutschland gibt es zwar keine Impfpflicht, trotzdem empfehlen Experten rund 14 Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene. Zur Grundimmunisierung gehören laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung (Polio) und Keuchhusten. Zudem sollte auch gegen Masern, Mumps und Röteln vorgesorgt werden*. 

Daneben gibt es die sogenannten Indikationsimpfungen, die bei Reisen ins Ausland oder bei einigen Berufen, empfohlen werden. Zu den Indikationsimpfungen zählen neben Reiseimpfungen auch Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken oder FSME. Eine Gelbfieber- oder Tollwutimpfung ist dagegen nur sinnvoll, wenn man auch vor hat, in entsprechende Gebiete zu reisen. Wer eine Auslandsreise plant, sollte daher seinen Impfschutz frühzeitig überprüfen lassen.

2. Impfpass: Was tun, wenn man den Impfpass verloren hat?

Wer seinen Impfpass verlegt oder verloren hat, sollte sich möglichst schnell um einen Neuen kümmern. Denn je länger man sich dafür Zeit lässt, umso schwieriger wird es, die nötigen Informationen zusammenzubekommen. So sollten Patienten zunächst versuchen, die Infos der bereits erfolgten Impfungen anhand der Patientenakte zu ermitteln. Dort sind alle Informationen zu Therapien und Behandlungen vermerkt. Die gesammelten Informationen werden dann in den neuen Impfausweis übertragen. Grundsätzlich kann jeder Arzt einen neuen kostenlosen Impfpass ausstellen.

Ist kein Impfpass vorhanden, kann der behandelnde Arzt nach der Impfung eine Impfbescheinigung ausstellen. Diese sollte man jedoch schnellstmöglich in den Impfausweis übertragen lassen.

3. Impfpass: Wann ist die nächste Impfung fällig?

Ist keine Impfung in der aktuellen Krankenakte vermerkt, kann man sich sicher sein, dass die nächste Impfung bald fällig ist. Denn einige Impfungen benötigen nach zehn Jahren eine Auffrischung. Um den Impfschutz weiterhin aufrechtzuerhalten, sollten Patienten daher regelmäßig ihren Hausarzt um Rat fragen. Liegen keine Dokumente oder nur unvollständige Infos über den Impfstatus vor, muss der Arzt einen Patienten als „ungeimpft“ einstufen und gegebenenfalls nachimpfen.

Wenn sich trotz Durchstöbern von Unterlagen und Befragung der behandelnden Ärzte nicht herausfinden lässt, welche Impfungen bereits erfolgt sind, kann theoretisch ein Bluttest helfen. Eine Untersuchung des Blutes kann Aufschluss über entsprechende Antikörper geben. Aber: Selbst wenn genügend Antikörper im Blut vorhanden sind, sagt dies noch nichts über die Dauer des Schutzes aus. Zudem entwickelt nicht jeder Mensch Antikörper, obwohl ein ausreichender Impfschutz vorhanden ist. Ein Bluttest kommt daher nicht für jeden infrage. So wird das Verfahren nur in Ausnahmefällen empfohlen. Eine Blutuntersuchung kann für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder schwangere Frauen durchaus hilfreich sein.

4. Impfpass: Ist eine doppelte Impfung gefährlich?

Wer seinen Impfausweis verloren hat oder Impfunterlagen nicht rekonstruieren kann, kann sich trotzdem impfen lassen. Denn auch eine doppelte Impfung ist keinesfalls schädlich. Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zu Nachholimpfungen bei unvollständigem oder unbekannten Impfstatus geht von zusätzlichen verabreichten Impfdosen generell kein Risiko aus.

Auch die Gabe von Kombinationsimpfstoffen ist daher meist unproblematisch. Nebenwirkungen wie Unverträglichkeitsreaktionen rund um die Einstichstelle sind nach Angaben der STIKO nur in Ausnahmefällen bei wiederholter Gabe von Totimpfstoffen möglich.

5. Impfpass: Kommt bald der elektronische Impfpass?

Schon vor der Corona-Pandemie wurde lange über einen elektronischen Impfausweis diskutiert. Bisher noch ohne Erfolg. Denn obwohl seit diesem Jahr das Patientendaten-Schutz-Gesetzwirksam ist und somit digitale Angebote wie das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte (ePA) nutzbar sind, bleibt der Impfpass erst mal auf Papier. Das könnte sich jedoch ab 2022 ändern.

Im Rahmen der elektronischen Patientenakte (ePA) können Patienten dann voraussichtlich auch den Impfausweis einsehen - wenn sie das wollen. Der elektronische Impfausweis soll alle Impfungen digital erfassen, empfohlene Impfungen vorschlagen und rechtzeitig an fällige Impfungen erinnern. Zudem sollen Arzt und Patient den digitalen Pass gemeinsam verwalten können. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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