1. 24vita
  2. Ratgeber
  3. Leben & Alltag

Corona-Studie: Kein höheres Risiko in Bahn und Bus für Covid-19-Infektion

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christine Pander

 Menschen stehen mit Mundschutz an einer Bushaltestelle (Symbolbild)

In Bus und Bahn soll das Risiko für eine Covid-Infektion nicht erhöht sein (Symbolbild) © Imago

Wer regelmäßig Bahn oder Bus fährt, hat offenbar dennoch kein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Corona-Virus. Das ist das Ergebnis einer Studie des ÖPNV, an dem es aber auch Zweifel gibt.

Berlin – Der öffentliche Nahverkehr leidet seit der Corona-Pandemie unter sinkenden Fahrgastzahlen. Wer kann, weicht offenbar zum Schutz vor einer Infektion auf das Auto oder Fahrrad aus. Dabei wäre das womöglich gar nicht unbedingt nötig: Einer Studie zufolge, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in Auftrag gegebenen hat, ist die Gefahr einer Coronavirus-Ansteckung im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) offenbar nicht höher als im eigenen Auto.

Corona-Studie: Offenbar keine höhere Ansteckungsgefahr in Bus und Bahn

Die Untersuchung wurde von der Charité Research Organisation durchgeführt. Federführend mitfinanziert wurde die zwei Millionen Euro teure Studie von elf Bundesländern. Für die Studie verglichen die Wissenschaftler im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) das Ansteckungsrisiko von Fahrgästen in Bussen und Bahnen mit dem von Pendlerinnen und Pendlern, die täglich mit dem Auto, dem Motorrad oder Fahrrad unterwegs waren. Im Februar und März 2021 wurden insgesamt 681 freiwillige Teilnehmer ohne bisherige Corona-Infektion im Alter von 16 bis 65 Jahren untersucht.

Nach der Testphase wurden die Probanden beider Gruppen auf Antikörper getestet. Das Ergebnis: Bei ungefähr gleich vielen Teilnehmern in jeder Gruppe konnten Antikörper nachgewiesen werden. Im ÖPNV waren demnach 325 Probanden unterwegs, von denen zwölf im Anschluss positiv getestet wurden. In der anderen Gruppe waren es 314, von denen 14 positiv wurden. Einige Probanden schieden während der Studie aus, weil sie inzwischen geimpft waren.

Corona-Studie: Ergebnisse werden auch kritisch betrachtet

Die Wissenschaftler ziehen daher das Fazit, dass das Infektionsrisiko mit der Nutzung des ÖPNV nicht steigt.* Andere Experten halten die Studie hingegen für weniger aussagekräftig, etwa weil die untersuchten Fallzahlen viel zu niedrig seien. Ob letztlich eine Infektion bei den positiv getesteten Teilnehmern in der Bahn oder an einem anderen Ort geschehen ist, kann die Studie nicht eindeutig beweisen. Blickt man besonders kritisch auf die Erhebung, könnte man sich auch fragen, inwieweit der Zufall bei den Infektionszahlen in Bezug auf die damalige Inzidenz eine Rolle gespielt haben mag.

Um sich vor einer Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen, sind die vom Gesundheitsministerium vorgeschlagenen Hygieneregeln wichtig:

Einige Länder-Verkehrsminister begrüßten das Ergebnis: „Wir haben nun wissenschaftliche Klarheit für die Fahrgäste, dass die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Verhältnis zu anderen Verkehrsmitteln nicht mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko verbunden ist“, teilte beispielweise Baden-Württembergs Verkehrsminister, Winfried Hermann, der Tagesschau mit. „Die Ergebnisse der Studie belegen, dass die Einhaltung der Hygieneregeln, häufige Reinigung und Lüftung der Fahrzeuge einerseits sowie Abstand halten und Maske tragen andererseits wirkungsvolle Mittel zum Infektionsschutz sind“, sagte der Grünen-Politiker.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant