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Marzipankartoffeln im Test: Qualitätsunterschiede lassen sich nur schwer erkennen

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Von: Laura Knops

Es ist eine Schale mit Marzipankartoffeln zu sehen (Symbolbild).

Sie gehören zu den beliebtesten Süßigkeiten in der Weihnachtszeit: Marzipankartoffeln (Symbolbild). © imago images / Shotshop

Marzipan gehört zur Adventszeit dazu. Pünktlich zu Weihnachten hat ein bekanntes Verbrauchermagazin Marzipankartoffeln genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Eine Marke ist nur eingeschränkt zu empfehlen.

Lübeck – Marzipankartoffeln zählen zu den Klassikern in der Weihnachtszeit. Neben Spekulatius, Lebkuchen und Schoko-Nikolaus gehören die Leckereien aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser für viele im Advent einfach dazu. Mittlerweile gibt es zahlreiche Hersteller, die die Süßigkeiten aus Mandeln in unterschiedlichen Zusammensetzungen und Konsistenzen verkaufen. Das ZDF-Verbrauchermagazin Wiso hat nun Marzipankartoffeln bekannter Marken unter die Lupe genommen. Darunter sowohl günstige als auch teure Produkte.

Marzipankartoffeln im Test: Ein beliebtes Produkt fällt durch

Insgesamt sechs Sorten Marzipankartoffeln wurden von den Wiso-Experten ausgewählt. Davon drei Marken-Produkte und drei Alternativen aus dem Supermarkt:

Marzipankartoffeln im Test: Je mehr Mandeln, umso besser

Getestet wurden die Süßigkeiten auf Geschmack und Qualität. Laut der Expertin Andrea Matt von der Liebenzeller Marzipanmanufaktur gab es dabei zunächst die verschiedenen Qualitätsstufen zu bewerten. Hochwertiges Marzipan erkennen Verbraucher demnach daran, an welcher Stelle die Mandeln in der Zutatenliste stehen. Sind sie weit vorne aufgelistet, kann man davon ausgehen, dass besonders viele Mandeln im Endprodukt zu finden sind*, wie auch merkur.de berichtet.

Dabei sind die Vorschriften für Produkte aus Marzipan streng: Mindestens 48 Prozent Mandeln, maximal 35 Prozent Zucker und bis zu 17 Prozent Feuchtigkeit darf Marzipanrohmasse enthalten. Das typische Aroma bringen jedoch Bittermandeln. Da diese allerdings giftige Blausäure bilden, darf nur ein Teil der Mandelmasse aus Bittermandeln bestehen.

Marzipankartoffeln im Test: Je mehr Mandeln, umso besser

Um aus der Rohmasse edle Süßigkeiten wie Marzipankartoffeln herzustellen, wird dem Gemisch noch mehr Zucker hinzugefügt. Dabei ist die Qualität der Marzipanprodukte umso höher, je mehr Mandeln und je weniger Zucker darin stecken. Ist das Verhältnis von Rohmasse zu zugegebenem Zucker besonders hoch, spricht man von „Edelmarzipan“.

Alle günstigen Produkte im Test enthalten zwar sehr viel Zucker - und gehören damit zur niedrigsten Qualitätsstufe - können geschmacklich jedoch trotzdem punkten. Auch die teuren Marzipankartoffeln von Niederegger und Zentis schmecken der Expertin. Doch obwohl sich in den Marken-Süßigkeiten deutlich weniger Zucker befindet, sind sie nicht unbedingt auch gesünder. Denn ein hoher Mandelanteil sorgt auch für mehr Kalorien. So kommen die Marzipankartoffeln von Niederegger auf ganze 477 Kalorien pro 100 Gramm, die Süßwaren von Netto dagegen nur auf 427 Kalorien pro 100 Gramm.

Marzipankartoffeln im Test: So erkennen Sie hochwertiges Marzipan

Neben dem Geschmack und den Inhaltsstoffen wurden die Marzipankartoffeln auch auf Keime, Schimmelpilzgifte und Pestizide untersucht. Da die Süßigkeiten einen großen Anteil an Mandeln enthalten und diese vor allem in warmen Regionen angebaut werden, kann es passieren, dass sich bei der Produktion Schimmelpilze bilden. Schimmelpilzgifte wie Aflatoxine haben in Lebensmitteln nichts zu suchen, denn sie gelten als krebserregend und können Allergien auslösen.

Die gute Nachricht: Nur in einem der getesteten Produkte konnte das Verbrauchermagazin Wiso giftige Schimmelpilze nachweisen. Ausgerechnet in den Marzipankartoffeln von Niederegger fand das Labor geringe Spuren von Aflatoxinen. Auf Nachfrage des Senders erklärt Niederegger in einer Stellungnahme: „Die von Ihnen ermittelten Aflatoxin-Werte liegen deutlich unter den gesetzlich zulässigen Werten. Zudem lassen wir diese Werte bei unserem Marzipan regelmäßig durch ein externes Labor kontrollieren.“ Da die Ergebnisse außerdem in einem zweiten Test nicht bestätigt werden konnten, können Verbraucher die Marzipankartoffeln trotzdem ohne Bedenken genießen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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