Eine Gruppe stößt mit Weißweingläsern an (Symbolbild).
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Alkoholische Getränke wie Weißwein können Allergien und Asthma verstärken (Symbolbild).

Umwelteinflüsse, Ernährung, Psyche

Allergie-Verstärker: 11 Dinge, die Asthma und Allergien verschlimmern können

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Umwelteinflüsse, Ernährung und Psyche können Allergie- und Asthma-Symptome verstärken. Ob und welche dieser Faktoren eine Rolle spielen, ist von Mensch zu Mensch verschieden.

  • Bei Allergien können verschiedene Faktoren die Symptome der Krankheit unterhalten
  • Neben Umweltreize können der Lebensstil, die Psyche und die Ernährung eine Rolle spielen
  • Ob und wenn ja welche Faktoren die Allergie verstärken ist individuell verschieden

Mönchengladbach – Wer von einer Allergie betroffen ist, reagiert auf bestimmte Auslöser, mit Haut-, Atemwegs- oder Verdauungsbeschwerden. Neben diesen sogenannten Allergenen gibt es eine Reihe von Faktoren, wie Umwelteinflüsse, Stress, Sport, die Ernährung, Lebensstil und Psyche, die allergische Beschwerden verstärken können.

1. Triggerfaktoren bei Allergien und Asthma: Duftstoffe

Sie sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken: Duftstoffe werden nahezu überall eingesetzt. Sie sind zum Beispiel enthalten in:

  • Lebensmitteln (z.B. Kaugummi, Eis, Limonade)
  • Kosmetikprodukten, Reinigungsmitteln, Waschmitteln
  • Duftkerzen, Parfums, Duftsäulen in öffentlichen (Verkaufs)räumen

Kommen sie mit der Haut in Kontakt, können sie bei Menschen mit einer Kontaktallergie Rötungen, Juckreiz und Bläschen auslösen. Bei Menschen mit empfindlichen Atemwegen, wie Asthmatiker, können Duftstoffe in der Luft als Triggerfaktoren die Atemwegsbeschwerden verstärken und sogar zu einem akuten Asthma-Anfall führen. Das gilt auch für stark duftende Zimmerpflanzen wie Magnolien, Hyazinthen, Maiglöckchen, Pfingstrosen und Jasmin, wie der Deutsche Allergie- und Asthmabundes (DAAB) verweist.

2. Triggerfaktoren bei Allergien und Asthma: (Passiv)rauchen

Im Rauch einer Zigarette sind zahlreiche Schadstoffe enthalten, die die Bronchien reizen. Sie können Erkrankungen wie (allergisches) Asthma und eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) auslösen und bereits bestehende Entzündungen in den Bronchien verstärken. Wer trotz Atemwegserkrankung raucht, muss mit vermehrten Asthma-Anfällen, einer schlechter werdenden Lungenfunktion sowie einem sich verschlechternden Krankheitszustand rechnen. Das gilt auch für Passivrauchen.

Darüber hinaus steht Tabakkonsum im Verdacht, ein möglicher Trigger für chronische Handekzeme zu sein. Darauf weisen die Ergebnisse einer Studie der Universität München hin. Wie der Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) erklärt, fügen viele Zigarettenhersteller den Glimmstängeln Duftstoffe (meist Perubalsam) bei, damit diese besser riechen. Bei sensibilisierten Menschen kann Perubalsam Symptome einer Kontaktallergie hervorrufen. Zwar reicht der Gehalt des Allergens in Zigaretten nicht aus, um eine Allergie zu induzieren. Sie wird auf einem anderen Weg erworben, kann sich durch das Rauchen aber verschlimmern.

3. Triggerfaktoren bei Allergien und Asthma: Das Wetter

Wer an einer Pollenallergie (Heuschnupfen) leidet, ist an regnerischen Tagen besser dran, als bei warmem, sonnigem und windigem Wetter. Der Grund ist einfach: Bei schönem Wetter ist die Pollenbelastung der Außenluft deutlich höher und Betroffenen leiden vermehrt unter Schnupfen, Niesreiz, gereizten Augen, Husten und Hautreaktionen.

Für allergische Asthmatiker sind extreme Wetterwechsel im Sommer gefährlich. Beim sogenannten Gewitter-Asthma, das noch nicht vollständig erforscht ist, kommt es nach Sommer-Gewittern zu besonders starken Atemwegsbeschwerden, wie Luftnot, Husten und Brustenge. Vermutlich kommt es aufgrund der elektrostatischen Ladung der Luft zu einer vermehrten Pollen-Freisetzung. Durch den Regen und die Luftfeuchtigkeit saugen sich die Pollen mit Wasser voll und platzen unmittelbar nach dem Gewitter. Dabei setzen sie große Mengen Allergene frei, die durch Wind und Regen aus den oberen Luftschichten auf den Boden gedrückt werden. Dort steigt die Pollenkonzentration stark an. Zudem gelangen die kleinen Allergenpartikel besonders tief in die Bronchien, wo sie schwere Asthma-Anfälle auslösen können.

4. Triggefaktoren bei Allergien und Asthma: Falsch duschen

Eine laufende oder verstopfte Nase, Husten und juckende Augen rauben manch einem Pollenallergiker, Hausstauballergikern und Tierhaarallergikern den Schlaf. Der Grund sind Pollen, Tierhaarallergene und Ausscheidungen winziger Hausstaubmilben, die sich tagsüber in den Haaren verfangen und auf diese Weise ins Bett gelangen. Wer am Abend duscht, ist Frühduschern gegenüber im Vorteil, denn beim Duschen werden die lästigen Allergene aus den Haare gespült und das Bett bleibt allergenfrei.

5. Triggerfaktoren bei Allergien und Asthma: Textilien

Wer an Heuschnupfen leidet, dem kann die Kleidung zum Verhängnis werden. Denn die winzigen Pollen können beim Aufenthalt im Freien an den Klamotten hängen bleiben und so ins Haus getragen werden. Bereits getragene Kleidung sollte während der Pollensaison deshalb nie mit ins Schlafzimmer genommen werden. Allergiker sollten außerdem darauf achten, ihre Wäsche regelmäßig zu waschen und dabei gründlich zu spülen. Um zu verhindern, dass sich sofort wieder Pollen in der frisch gewaschene Kleidung verfangen, sollte diese während des Pollenflugs nicht draußen getrocknet werden.

6. Triggerfaktoren bei Allergien und Asthma: Stress

Besonders bei atopischen Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis, allergischer Bindehautentzündung und Heuschnupfen können psychische Faktoren wie Stress, Konflikte, Selbstzweifel und belastende Lebensereignisse Krankheitsschübe auslösen. Sichtbare Allergie-Symptome können wiederum Stress und Unwohlsein bei Betroffenen bewirken.

Es gibt sogar wissenschaftliche Hinweise dafür, dass Stress der Mutter in der Schwangerschaft, das Risiko für die Entstehung dieser Erkrankungen erhöht.

7. Triggerfaktoren bei Allergien und Asthma: Alkohol

Alkohol kann Allergien und allergisches Asthma verstärken. Die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin weisen darauf hin, dass alkoholische Getränke allergische Symptome wie Niesattacken, Juckreiz, Kopfschmerzen, Husten und Asthma verstärken können. Meist ist dabei nicht der Alkohol selbst das Problem, sondern das in alkoholischen Getränken enthaltenen Histamin, das bei der Gärung von Hefepilzen und Bakterien gebildet wird. Histamin spielt als körpereigener Botenstoff eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Allergien des Soforttyps. Bei einer allergischen Reaktion, wird der Signalstoff in großen Mengen ausgeschüttet und löst die typischen allergischen Symptome aus.

Getränke wie Bier und Wein enthalten neben Histamin oft noch weitere potenzielle Allergieauslöser. Diese Allergene sind entweder natürlicherweise in den Getränken enthalten oder werden zur Herstellung beigemischt. So können zur Konservierung zugefügte Sulfite in Weißwein Asthma-Anfälle und andere allergische Symptome wie juckende Augen, Hauttauschlag und schlimmstenfalls einen anaphylaktischen Schock auslösen. Rotwein enthält zudem oft Tyramin, das bei der Zersetzung von Eiweißen entsteht und Kopfschmerzen und/oder Migräne auslösen kann. Bei Bier können neben glutenhaltigem Getreide oft auch Eiweißstoffe, die zur Filterung beigemischt werden, allergieauslösend wirken.

8. Triggerfaktoren bei Allergien und Asthma: Ernährung

Auch Lebensmittel kommen als Verstärkungsfaktor einer Allergie (sogenannte Augmentationsfaktoren) infrage. Neben Alkohol kann laut Allergieinformationsdienst auch Weizen allergische Symptome bei einer weizenabhängigen, anstrengungsinduzierten Anaphylaxie verursachen. Bei dieser besonderen Form der Allergie werden Weizen und weizenhaltige Lebensmittel an sich vertragen. Erst in der Kombination mit Sport bzw. körperlicher Anstrengung kommt es zu den typischen Anaphylaxie-Symptomen. Bei welcher Menge des Getreides es zur Anaphylaxie kommt, ist von Betroffenen zu Betroffenen verschieden.

Tritt eine Neurodermitis in Zusammenhang mit einer Nahrungsmittelallergie auf, können bestimmte Lebensmittel die Erkrankung triggern und Ekzeme verschlimmern. Untersuchungen zeigen, dass jedes zweite Kind mit Neurodermitis auf bestimmte Nahrungsmittel sensibilisiert ist. Haben bestimmte Lebensmittel bzw. Lebensmittelbestandteile Einfluss auf den Krankheitsverlauf, sollten sie vom Speiseplan gestrichen werden.

9. Triggerfaktoren bei Allergien und Asthma: Infekte

Bei Asthmatikern können eine Erkältung oder ein grippaler Infekt zu einer dauerhaften Verschlechterung (Exazerbation) des Asthmas führen. Bei Kleinkindern kann Asthma auch durch eine Erkältung ausgelöst werden, da die Atemwege noch besonders empfindlich sind und häufig mit Verengungen (Obstruktion) reagieren. Bei vielen Kindern geht dieses sogenannte „Infekt-Asthma“ mit zunehmenden Alter zurück, 20 bis 30 Prozent entwickeln jedoch ab dem Grundschulalter allergisches Asthma.

10. Triggerfaktoren bei Allergien und Asthma: Sport

Tatsächlich gibt es allergische Reaktionen, die nur in Verbindung mit Sport auftreten. Kommt es bei Anstrengungen zu Hautausschlag, Juckreiz und Atembeschwerden, spricht man vor einer anstrengungsinduzierten Anaphylaxie. Sie kann mit oder ohne den Verzehr von potenziell allergieauslösenden Nahrungsmitteln vor dem Sport auftreten und lebensbedrohlich werden. Auch wenn die Mechanismen bei anstrengungsinduzierten Anaphylaxien noch nicht geklärt sind, ist mittlerweile einiges über sie bekannt: Laut der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) tritt etwa jede zehnte anaphylaktische Reaktion in Verbindung mit Sport auf - meist erstmals in einem Alter von 10 bis 30 Jahren. Frauen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Männer. Bei mindestens einem Drittel der Fälle wurde zuvor potenziell allergene Nahrungsmittel, wie Nüsse, Tomaten, Meeresfrüchte und Schalentiere oder Getreideprodukte verzehrt. Zudem scheinen hormonelle Schwankungen, Temperaturwechsel und bestimmte Medikamente die anstrengungsindizierte Anaphylaxie zu triggern.

11. Triggerfaktoren bei Allergien und Asthma: Zimmerpflanzen

Wenn in der Wohnung immer wieder Allergie-Beschwerden auftreten, kann das neben Hausstaubmilben oder Tierhaaren auch an Zimmerpflanzen liegen. Zum einen können die Gifte und Pollen der Pflanzen bei Kontakt mit der Haut oder den Atemwegen zu Hautreaktionen und Atemwegsbeschwerden führen, zum anderen kann die Erde im Blumentopf durch zu viel Gießen schimmeln. Die nicht sichtbaren Sporen des Schimmels gelangen dann in die Raumluft und dringen in die Atemwege ein, wo sie Entzündungsreaktionen auslösen.

Grund für die allergischen Reaktionen auf Zimmerpflanzen sind meist Kreuzreaktionen. So reagieren Menschen mit einer bestehende Latexallergie zum Beispiel auf Gummibäume, Duftstoffallergiker auf Hyazinthen und Pollenallergiker auf Schnittblumen und blühende Zimmerpflanzen.

Allergische Reaktionen sind bekannt bei:

  • Blühende Zimmerpflanzen und Schnittblumen (z.B. Tulpen, Primeln, Topf-Hyazinthen)
  • Korbblüter (z.B. Gänseblümchen, Margeriten, Sonnenblumen)
  • Maulbeergewächsen (z.B. Birkenfeige und Gummibaum)
  • Wolfsmilchgewächse (z.B. Christusdorn und Weihnachtsstern)
  • Farnen, Tradescantien, Weihnachtskakteen 

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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