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Kollagen gegen Hautalterung: Was Kollagendrinks versprechen - und was sie wirklich bringen

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Von: Laura Knops

Nahrungsergänzungsmittel mit Kollagen gelten als Wundermittel für eine jugendliche Haut und einen schönen Teint. Wissenschaftlich belegt ist das jedoch nicht.

Düsseldorf – Bei Models und Influencern sind die Drinks überaus beliebt und auch in Drogerien sind sie mittlerweile erhältlich. Nahrungsergänzungsmittel auf Basis von Kollagen gelten als das neue Wundermittel gegen erste Zeichen der Hautalterung. Doch sind Kollagendrinks wirklich als Anti-Aging-Mittel geeignet?

Kollagen gegen Hautalterung: Was Kollagendrinks versprechen - und was sie wirklich können

Zahlreiche Hersteller werben sowohl im Internet als auch im Handel mit den Nahrungsergänzungsmitteln. Die Versprechen klingen dabei immer ähnlich: So soll Kollagen nicht nur die Haut optisch verbessern, sondern auch Falten verringern und die natürliche Hautalterung aufhalten.

Während jedoch Hersteller mit ihren Werbeversprechen bereits einige Influencer und Models begeistern konnten, sind Verbraucherschützer bisher skeptisch. Denn die Wirksamkeit der Nahrungsergänzungsmittel mit Kollagen ist keinesfalls belegt.

Kollagen gegen Hautalterung: Was ist Kollagen?

Kollagen ist ein Eiweiß, das nicht nur im Bindegewebe, sondern auch in Haut, Knochen und Knorpeln steckt. Dort sorgt es für straffe Haut, stärkt die Haarstruktur und unterstützt die Darmschleimhaut. Da sich das Protein überall im Körper befindet, kommt es in zahlreichen Varianten vor. Experten unterscheiden dabei grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Typen Kollagen: Während die menschliche Haut größtenteils aus dem Kollagen Typ 1 besteht, gehört das Kollagen in Lebensmitteln wie Haut und Knochen von Schweinen und Rindern sowie Geflügel oder Fischreste zum Typ 2.

Was viele nicht wissen: Tierisches Kollagen wird unter anderem zur Herstellung von Gelatine, Nahrungsergänzungsmitteln und Pflegeprodukten verwendet. Das in Nahrungsergänzungsmitteln enthaltene Kollagen stammt in der Regel aus Schlachtabfällen von Schweinen und Rindern. Meist wird es als wasserlösliches Kollagenhydrolysat in kollagenhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln wie Trinkampullen verarbeitet.

Kollagen gegen Hautalterung: Für wen ist Kollagen geeignet?

Die Kollagenmoleküle Prolin und Glycin werden vom Körper selbst hergestellt. Sie müssen daher nicht über die Nahrung aufgenommen werden. Allerdings nimmt die Fähigkeit des Körpers, Kollagen zu produzieren, mit dem Alter ab, wie die Deutsche Apotheker Zeitung berichtet.

Zudem kann es passieren, dass Sonneneinstrahlung oder andere Umwelteinflüsse die Kollagenstrukturen in den tieferen Hautschichten schädigen. Die Folge: Natürliche Alterungsprozesse setzen ein, die Haut verliert an Spannkraft. Daran können laut der Verbraucherzentrale NRW auch Nahrungsergänzungsmittel nichts ändern.

Kollagen gegen Hautalterung: Das sagt die Wissenschaft

Während Hersteller von Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln bislang zahlreiche Produkte mit Kollagen auf den Markt gebracht haben, warnt die Verbraucherzentrale NRW vor allzu viel Vertrauen in die Kollagendrinks. So gibt es zwar einige Studien, die eine geringe Verbesserung der Faltentiefe und Hautelastizität durch die Einnahme von Kollagen zeigen. Ob diese kleinsten Veränderungen mit dem Auge wahrgenommen werden, ist allerdings äußerst fraglich.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat zudem gesundheitsbezogene Angaben über Kollagen in Lebensmitteln, die sich auf eine verbesserte Hautstruktur und Gelenkgesundheit beziehen, aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Beweise abgelehnt. Mit diesen Angaben darf daher nicht geworben werden.

Kollagen gegen Hautalterung: Das sollten Sie beachten

Wer sich abwechslungsreich ernährt, ist in der Regel nicht auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen*. Bei einer ausgewogenen Ernährung wird der Körper mit ausreichend Eiweiß und Vitamin C, welches er für die Bildung von Kollagen benötigt, versorgt. In der Regel sollten Menschen, die sich ausgewogen ernähren, keine zusätzlichen Mittel benötigen*, wie merkur.de berichtet.

Verbraucher, die trotzdem zu einem Kollagen-Präparat greifen, sollten sich an folgende Tipps halten:

*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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