Kohlgemüse ist für seine blähende Wirkung bekannt - doch auch andere Lebensmittel können für einen aufgelähten Bauch sorgen (Symbolbild).
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Kohlgemüse ist für seine blähende Wirkung bekannt - doch auch andere Lebensmittel können für einen aufgelähten Bauch sorgen (Symbolbild).

Das hilft gegen Luft im Bauch

Verdauungsbeschwerden: Auf diese 11 blähenden Lebensmittel sollten Sie verzichten

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Luft im Bauch? Wer immer wieder unter Blähungen und Magenschmerzen leidet, sollte auf bestimmte Nahrungsmittel besser verzichten. Welche Lebensmittel dem Darm besonders zu schaffen machen.

Bonn – Rumort es im Darm, ist das für die meisten Menschen sehr unangenehm. Denn ein aufgeblähter Bauch ist nicht nur unschön, sondern kann auch sehr schmerzhaft sein. Wer immer wieder unter Blähungen und Magenschmerzen leidet, sollte auf bestimmte Nahrungsmittel besser verzichten. Abhängig von der individuellen Darmflora, bestehenden Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten, aber auch der Zubereitung treten die Beschwerden bei manchen Menschen häufiger als bei anderen auf. Welche Lebensmittel Blähungen hervorrufen, ist daher von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Folgende Lebensmittel sind jedoch dafür bekannt, dass sie dem Darm zu schaffen machen:

1. Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Bohnen, Erbsen und Linsen gehören zu den Klassikern unter den blähenden Lebensmitteln. Denn obwohl Hülsenfrüchte sehr gesund sind, wirken sie stark blähend. Wer empfindlich auf Linsen und Co. reagiert, sollte daher möglichst nur kleine Portionen davon essen oder ganz verzichten. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfiehlt: Lassen Sie sich beim Essen Zeit und kauen Sie ausreichend. Zudem machen Gewürze wie Kümmel, Anis, Fenchel und Ingwer Hülsenfrüchte leichter verdaulich.

2. Milch und Milchprodukte

Auch Vollmilch und Milchprodukte zählen zu den Lebensmitteln, die blähend wirken können. Wer neben einem aufgeblähten Bauch, sondern auch Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung oder Übelkeit leidet, bei dem liegt möglicherweise eine Laktoseintoleranz oder Allergie gegen Milch vor. Bei wem eine Intoleranz oder Allergie diagnostiziert wurde, sollte möglichst auf Milch verzichten. Eine Alternative sind pflanzliche Milchersatzprodukte aus Hafer, Mandeln oder Soja. Doch nicht immer muss eine Unverträglichkeit oder Milchallergie hinter den Symptomen stecken. So können auch gesunde Menschen hin und wieder unter den Beschwerden leiden.

3. Brot und Vollkornprodukte

Getreideprodukte aus Vollkorn sind aufgrund der enthaltenen Ballaststoffe eine gesunde Alternative zu herkömmlichen Produkten aus Weizenmehl. Das macht sie nicht nur so gesund, sondern auch für manche Menschen sehr schwer verdaulich. Gelangen die Ballaststoffe in den Darm, verwerten dort Darmbakterien die löslichen Ballaststoffe. Dabei entstehen vermehrt Gase - die bekanntlich zu unangenehmen Blähungen führen. Wer regelmäßig Vollkornbrot ist, gewöhnt sich daran - Blähungen entstehen dann nur noch selten. Wichtig ist, außerdem den Magen-Darm-Trakt langsam an die ballaststoffreichen Sattmacher zu gewöhnen. Fangen Sie mit kleinen Mengen an und steigern sie nach und nach den Anteil an Vollkornprodukten in ihrer Ernährung.

4. Fleisch und Eier

Fettige Gerichte mit Fleisch bringen unseren Magen-Darm-Trakt meist an seine Grenzen - sie liegen nicht nur schwer im Magen, sondern produzieren häufig auch unangenehme Gase. Auch Eierspeisen wie das Frühstücksomelette regen die Bildung von Gasen im Verdauungstrakt an. Grund dafür ist, dass Eier sehr viel Proteine (Eiweiß) und bestimmte Schwefelgruppen enthalten. Wer zu Blähungen neigt, sollte daher Eier nur in Maßen genießen. Seltener lassen sich die Verdauungsbeschwerden auf eine Allergie gegen Hühnereier zurückführen. In diesem Fall müssen Betroffene strickt auf Eier und Produkte die Eier enthalten, verzichten.

5. Getränke mit Kohlensäure

Kohlensäurehaltige Getränke wie Sprudelwasser, Limonade, Cola und Saftschorlen blähen den Darm auf. Schuld daran ist das enthaltene Gas, aus dem die Kohlensäure besteht. Besser sind Getränke ohne zugesetzte Kohlensäure oder Tee. Auch alkoholische Getränke mit viel Kohlensäure können Blähungen auslösen. Dazu zählen beispielsweise Weizenbier und dunkle Biersorten. Schuld an den Problemen sind die enthaltene Gerste und Hefe. Zudem greift Alkohol den natürlichen Schutz des Magens an, dass kann zu unangenehmen Bauchschmerzen führen.

6. Kaffee

Obwohl Kaffee viele gesunde Eigenschaften besitzt, reagieren manche Menschen empfindlich auf das Heißgetränk. Vor allem wer sehr viel Kaffee trinkt, kann die Schleimhäute im Verdauungstrakt damit reizen. Grund dafür ist, dass Kaffee die Säureproduktion im Magen anregt.

7. Zuckeraustauschstoffe

Stark zuckerhaltige Lebensmittel, aber auch zuckerfreie Süßungsmittel wie Sorbit, Mannit und Xylit können unseren Darm reizen. Diese verstecken sich beispielsweise in Diät- und Lightprodukten, aber auch in Gummibärchen, (zuckerfreien) Kaugummis und Süßigkeiten. Grund dafür ist, dass die Austauschstoffe im Dünndarm nur langsam über die Schleimhaut aufgenommen werden. Bei großen Mengen überfordert das den Dünndarm, die Zuckerstoffe gelangen unverdaut in den Dickdarm und verursachen dort Blähungen.

8. Unreifes Obst und Beeren

Frisches Obst gehört auf jeden Speiseplan: Es liefert wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Doch auch unreifes Obst und Beeren gelten als Verursacher von Blähungen. Wer große Mengen davon isst, leidet im schlimmsten Fall unter Verdauungsbeschwerden wie Durchfall. Bei Menschen, die unter einer Fruchtzuckerunverträglichkeit (Fructoseintoleranz) leiden, kann der Körper den im Obst enthaltenen Fruchtzucker nicht richtig verdauen. Das führt bei Betroffenen zu teils heftigen Verdauungsproblemen.

10. Fast Food

Stark verarbeitete Lebensmittel wie Burger, Pommes frites und Chips enthalten sehr viel Fett und Zucker. Wird es zudem schnell und hastig verschlungen, kann das die Verdauung schnell überfordern. Der Magen-Darm-Trakt wird immer träger, es kommt zu einem unangenehmen Völlegefühl und teilweise zu starken Bauchschmerzen. Am einfachsten lassen sich diese Beschwerden durch Verzicht sowie eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung verhindern.

11. Gemüse

Rohkost eignet sich nicht nur als Snack für zwischendurch, sondern ist auch sehr gesund. Doch rohe Möhren, Paprika oder Gurken sind auch schwer verdaulich und sollten daher nur in Maßen gegessen werden. Kohlsorten wie Brokkoli, Blumenkohl und Weißkohl enthalten schwer verdauliche Faserstoffe, die bei der Verdauung zu unangenehmen Gasen führen können. Auch milchsauer vergorene Lebensmittel wie Sauerkraut sind zwar zum einen verdauungsfördernd - verursachen manchmal jedoch Flatulenzen.

10. Zwiebeln, Knoblauch und scharfe Gewürze

Zwiebeln und Knoblauch sind wegen ihrer blähenden Wirkung bekannt. Zwiebelgewächse wie Lauch und Porree enthalten Zucker, die beim Abbau zu einer vermehrten Bildung von Gasen führt. Beim Knoblauch sorgen die scharfen Öle für Unruhe im Darm.

Auch stark gewürzte Speisen reizen den Verdauungstrakt. Vor allem empfindliche Menschen reagieren daher beim Verzehr scharfer Gewürze mit Blähungen oder Durchfall. Wer seinen Magen kennt, sollte daher auf diese Gewürze verzichten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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