Kalium, Kalzium, Vitamin D – Nahrungsergänzungsmittel, die gefährlich für Ihre Organe werden können
Nicht jedes Nahrungsergänzungsmittel darf langfristig eingenommen werden. Eine Reihe von Vitaminen kann man überdosieren – auch Organschäden sind so möglich.
Nahrungsergänzungsmittel sind Produkte, die Vitamine, Mineralstoffe, Kräuterextrakte oder andere Nährstoffe in konzentrierter Form liefern, um die tägliche Ernährung zu ergänzen. Sie werden oft verwendet, um (vermutete) Nährstoffmängel auszugleichen. Beliebte Nahrungsergänzungsmittel sind Vitamin C zur Stärkung des Immunsystems, Omega-3-Fettsäuren zur Unterstützung der Herzgesundheit und Proteinpräparate für Sportler.
Nahrungsergänzungsmittel sind nicht rezeptpflichtig und können in Drogerie, Apotheke oder Internetshops erworben werden. Doch das birgt Gefahren. So können die Präparate – vor allem die aus dem Ausland – hinsichtlich Qualität und Reinheit mangelahft sein. Außerdem droht bei einigen Mikronährstoffen wie Vitaminen oder Mineralstoffen eine Überdosierung. Daher sollten Sie die Einnahme immer mit einem Arzt oder Ernährungsberater absprechen. Gewissenhaft eingesetzt, kann beispielsweise Vitamin D hilfreich sein, um eine Demenz hinauszuzögern oder gar zu verhindern. Letztlich bleibt ein ausgewogener Ernährungsplan die beste Quelle für die meisten Nährstoffe.
Kalzium und Kalium: Gefährliche Überdosis möglich
Wer etwa Kalzium in Form von Nahrungsergänzungsmitteln überdosiert, riskiert einen Herzinfarkt. Das sagt der Lübecker Professor für Pharmakonutrition Martin Smollich im Interview mit dem Wissensportal Spektrum: „Ab einer Tagesdosis von mehr als 1.500 Milligramm Kalzium steigt das Risiko nachweislich“.
Auch eine Kalium-Überdosis kann lebensgefährlich sein. Darmverschluss, Muskelschwäche und -lähmung, Lungenversagen sowie Herzrhythmusstörungen können die Folge sein, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Über die Ernährung werden in der Regel nicht mehr als fünf bis sechs Gramm Kalium pro Tag aufgenommen, heißt es weiter. Bei intakter Nierenfunktion sei diese Menge unbedenklich.

Im Spektrum-Beitrag wird außerdem die Verbraucherschützerin Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW zitiert: Den Dosierungsempfehlungen der Hersteller sei streng Folge zu leisten, „weil bei einer Überdosis der Stoffwechsel erheblich aus dem Tritt geraten kann. Ohne ärztlichen Rat sollte die Tagesdosis von Vitaminen und Mineralstoffen 100 Prozent der Referenzmenge nicht überschreiten“.
Auch Vitamine kann man überdosieren
Wie die AOK mitteilt, sollten Sie auch bei der Einnahme folgender Vitamine vorsichtig sein, da sich diese im Körper anreichern und so zu Beschwerden führen können. Eine Überdosis hat folgende Symptome zur Folge:
- Vitamin A (nicht Provitamin A): abnehmende Knochenstabilität und Schädigung des ungeborenen Kindes bei Schwangeren
- Vitamin B3 (Niacotinsäure): Hautrötungen, Kopfschmerzen, Blutdruckabfall, Durchfall, Herzbrennen, Bauchschmerzen, Leberschädigung
- Vitamin B6: Nervenstörungen und infolge Gangunsicherheit
- Vitamin D: hoher Kalziumspiegel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Muskelschwäche, Nierensteine bis hin zur Schädigung der Nieren, Verkalkungen und Herzrhythmusstörungen
- Vitamin E: Blutungsneigung
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

