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Gepflegte Zähne dank Zahnseide: Deshalb sollte sie täglich genutzt werden

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Von: Christine Pander

Eine Frau nutzt Zahnseide, die Zähne sind sehr gepflegt (Symbolbild)

Zahnseide hält die Zwischenräume sauber (Symbolbild) © Andrey Popov/Imago

Täglich morgens und abends Zähne putzen, das reicht aus für gesunde Zähne. Oder? Leider nein, sagen Zahnärzte. Denn an manche Stellen gelangen die Bürsten nicht, Bakterien aber durchaus.

Berlin –  Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen: Diesen Spruch kennt jedes Kind. Doch genauso wichtig wie das Zähneputzen ist auch die Reinigung der Zahnzwischenräume. „Es gibt bestimmte Bereiche, die eine normale Zahnbürste nicht erreicht“, erklärt Professor Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Schwachstellen sind überall dort, wo sich beispielsweise Zahn an Zahn reiht.

Zahnseide: Jeden Abend Zahnzwischenräume reinigen

In den kleinen Zwischenräumen fühlen sich Bakterien besonders wohl, dort verursachen sie Karies und Parodontitis. Das gilt selbst für das schönste Gebiss, in dem die Zähne dicht an dicht stehen. Der Zahnmediziner Professor Stefan Zimmer plädiert daher dafür, täglich abends nach dem Zähneputzen die Zahnzwischenräume zu reinigen. „Alles, was man täglich macht, vergisst man nicht“, sagt der Sprecher der Informationsstelle für Kariesprophylaxe.

Für die abendliche Reinigung spricht auch, dass der Speichel im Mund antibakterielle Stoffe enthält und er dadurch der Kariesentstehung entgegenwirkt. „In der Nacht ist der Speichelfluss geringer und damit der Schutzmechanismus reduziert“, erläutert Oesterreich. Umso wichtiger ist also, dass die Zähne und die Zwischenräume beim Schlafen stets sauber sind. Sinnvoll könnte unter Umständen auch die Nutzung von Mundspüllösungen sein, um an knifflige Stellen zu kommen.

Zahnseide: Auf die vorsichtig gleitende Technik kommt es an

Das bekannteste Hilfsmittel, um die Zahnzwischenräume zu reinigen, ist die Zahnseide. Sie zu benutzen, ist laut Oesterreich kein Hexenwerk. Bei falscher Anwendung kann das Zahnfleisch jedoch in Mitleidenschaft gezogen werden. „Ziel bei der Reinigung mit Zahnseide ist es, an den gekrümmten Zahnflächen entlangzugleiten“, sagt der Experte. „Wenn man einfach hin und her scheuert, verletzt man das Zahnfleisch.“ Insbesondere bei Jüngeren und Menschen im mittleren Lebensalter hält er den Einsatz der dünnen Fäden für sinnvoll. Bei ihnen liegt das Zahnfleisch im Zwischenraum eng an den Zähnen an.

Für Ältere sind nach Ansicht des Zahnarzts hingegen Interdentalbürsten meist besser geeignet.* „Im Laufe des Lebens zieht sich das Zahnfleisch etwas zurück, auch Parodontitis kommt häufiger vor, so dass die Zahnzwischenräume offener liegen“, sagt er. Die kleinen Bürsten können dort effektiver reinigen.

Diese verschiedenen Hilfsmittel eignen sich Experten zufolge am besten zur Reinigung der Zahnzwischenräume:

Es gibt sie in unterschiedlichsten Größen und Formen und von verschiedenen Anbietern. Am besten zeigt der/die behandelnde ZahnärztIn oder ein Prophylaxeassistent die richtige Anwendung. „Die Bürste sollte nicht mit zu extremem Druck, aber auch nicht zu leicht durchgehen“, beschreibt Oesterreich. Wer es gründlich machen möchte, schiebt die kleine Bürste sowohl von außen als auch von innen in den Spalt zwischen den Zähnen. Das Gerät kann mehrmals benutzt werden, wie bei der Zahnbürste auch ist aber ein regelmäßiger Wechsel ratsam.

Stefan Zimmer rät zu Interdentalsticks. „Das ist eine Art dünner Zahnstocher aus Kunststoff, von einer Silikonschicht mit Noppen ummantelt.“ Diese gibt es in unterschiedlichen Dicken. Die Sticks kann man nach Gebrauch abspülen und wiederverwenden. „Sie reinigen genauso wie eine Zahnseide, sind aber einfacher in der Handhabung“, sagt Zimmer. Entsprechend geringer ist die Verletzungsgefahr. Neben all diesen Hilfsmitteln ist auch die Verwendung einer geeigneten Zahnpaste, entsprechend dem Alter des Anwenders, sinnvoll, (mit Material der dpa). * Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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