Tierische Lebensmittel wie Eier, Milch und Fleischwaren (Symbolbild).
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Keime in Lebensmittel können zu unangenehmen Beschwerden führen (Symbolbild).

Was tun bei einer Lebensmittelvergiftung?

Lebensmittelvergiftung: Ursachen, Symptome und Behandlung

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Lauern Krankheitserreger im Essen, kann es schnell zu einer Lebensmittelvergiftung kommen. Wie Sie bei einer Lebensmittelvergiftung frühzeitig Anzeichen und Symptome erkennen, um eine optimale Behandlung zu ermöglichen.

  • Lebensmittelvergiftungen werden durch mit Giftstoffen, Viren, Bakterien oder anderen Erregern verunreinigte Nahrungsmittel ausgelöst.
  • Neben Durchfall sind die häufigsten Symptome Erbrechen, Übelkeit und Bauchkrämpfe.
  • Der Krankheitsverlauf ist stark vom gesundheitlichen Zustand des Betroffenen, der Art des Erregers oder Giftstoffes und der aufgenommenen Menge abhängig.

Berlin – Bei einer Lebensmittelvergiftung handelt es sich um eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, bei der Betroffene Giftstoffe, Viren oder Bakterien über die Nahrung oder Getränke zu sich genommen haben. Diese Stoffe lösen im Körper eine Abwehrreaktion aus. Je nach Art und Menge der aufgenommenen Erreger beziehungsweise Giftstoffe variieren die Anzeichen und Symptome. So können Lebensmittelvergiftungen völlig ohne Symptome verlaufen. Doch nicht immer ist eine Lebensmittelvergiftung völlig harmlos. Bei manchen Patienten kann es zu schwerwiegenden Beschwerden kommen, die sogar lebensbedrohlich werden können.

Lebensmittelvergiftung: Ursachen und Symptome

Zu den bekanntesten Auslösern einer Lebensmittelvergiftung zählen Bakterien wie Salmonellen oder Listerien, die meist über Fisch und Eier aufgenommen werden. Aber auch Giftstoffe, wie sie in manchen Fischen enthalten sind, Schadstoffe wie Schwermetalle, giftige Pilze und Pflanzen können beim Verzehr eine Vergiftung auslösen. Häufige Auslöser sind:

  • Salmonellen: rohes Ei, Produkte mit Eiern, Milchprodukte, rohes Fleisch, verpackte Salate
  • Listerien: Rohmilch, Rohmilchkäse, rohes Fleisch
  • Campylobacter: nicht ausreichend gegartes Geflügelfleisch, Produkte mit rohem Hühnerei
  • Escherichia: rohes Rindfleisch, Hühnerfleisch oder Rohmilch

Da die Ursachen sehr vielfältig sind, sind auch die Symptome sowie die Dauer, mit der diese auftreten, variabel. Die häufigsten Beschwerden bei einer Lebensmittelvergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe. Besonders Durchfall und Erbrechen sind dabei typische Abwehrreaktionen des Körpers, um die Giftstoffe und Krankheitserreger möglichst schnell loszuwerden.

Verschlimmert sich der Verlauf der Lebensmittelvergiftung und tritt eine zusätzliche Schwächung des Patienten ein, können weitere Symptome bemerkt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Kreislaufprobleme
  • Kopfschmerzen und Gliederschmerzen
  • Fieber und Schüttelfrost

Da die Symptome nicht krankheitsspezifisch sind, ist eine genaue Diagnose anhand der Anzeichen meist schwer. So können auch Magen-Darm-Infekte oder Nahrungsmittelallergien oben genannte Beschwerden auslösen.

Lebensmittelvergiftung: Behandlung bei leichten Verläufen

Bei der Behandlung einer Lebensmittelvergiftung kommt es vor allem auf die Schwere der auftretenden Symptome an. Je nach Auslöser kann laut Robert-Koch-Institut eine Lebensmittelvergiftung einige Stunden bis einige Tage andauern. Meist verläuft eine Lebensmittelvergiftung jedoch eher mild. Bettruhe und viel Flüssigkeit helfen, bis die Symptome wieder abschwellen. Die meisten Vergiftungen bei Erwachsenen dauern ein bis zwei Tage.

Lebensmittelvergiftung: Behandlung bei schweren Verläufen

Bei bestimmten Personengruppen können Lebensmittelvergiftungen jedoch durchaus einen schweren Verlauf annehmen. Vor allem kleine Kinder und Babys, Schwangere und Senioren, gehören zur Risikogruppe. Grund dafür: Bei Babys und Kleinkindern ist das Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt, ältere Menschen leiden häufig unter einem geschwächten Immunsystem und sind deshalb anfälliger für schwere Verläufe.

Vergiftungen, ausgelöst durch Bakterien und Viren, können ansteckend sein. Deshalb sind entsprechende Vorkehrungen wie häufiges Händewaschen und Abstand wichtig. Eine medikamentöse Behandlung der Lebensmittelvergiftung oder ein Aufenthalt im Krankenhaus sind nur bei sehr schweren Fällen notwendig. So kann der Arzt etwa Medikamente zur Verhinderung von Durchfall und Erbrechen verabreichen. Dies kann zu einer Verbesserung des Zustandes einer stark geschwächten Person führen, verhindert aber gleichzeitig die Ausscheidung der Erreger. Ist die Vergiftung bakteriell bedingt, können daneben auch Antibiotika zum Einsatz kommen.

Lebensmittelvergiftung: So können Sie eine Lebensmittelvergiftung vorbeugen

Schon beim Einkauf frischer Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und Eiern sollten Sie darauf achten, dass verderbliche Nahrungsmittel mit einem gültigen Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ausgezeichnet sind. Ist die Verpackung beschädigt oder ausgewölbt, lassen Sie lieber die Finger von den Produkten.

Auch beim Kochen können Sie ein paar Tipps beachten, um einer Lebensmittelvergiftung vorzubeugen. Waschen Sie Obst und Gemüse gründlich mit Wasser, so können Bakterien nicht ins Essen gelangen. Fleisch und Fisch muss vor dem Verzehr gut durchgebraten werden, das Erhitzen tötet gefährliche Bakterien vollständig ab.

Lebensmittelvergiftung: Hausmittel zur schnellen Besserung

Sprechen die Symptome für eine Lebensmittelvergiftung, ist es ratsam vorsichtshalber ein Arzt aufzusuchen. Auch für Schwangere, ältere und immunschwache Menschen, sowie bei schweren Krankheitsverläufen ist ein Arztbesuch verpflichtend. Abhängig davon, wie stark die Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall ausfallen, sollten Sie unbedingt darauf achten, die Flüssigkeitsreserven des Körpers wieder aufzufüllen und den Mineralstoffhaushalt auszugleichen. Dazu eignen sich neben Wasser besonders beruhigende Kräutertees wie Kamille oder Pfefferminze.

Um dem angeschlagenen Immunsystem bei der Genesung zu helfen, empfiehlt sich außerdem die Einhaltung einer Bettruhe und gegebenenfalls die Einnahme von Elektrolytlösungen, die etwa in der Apotheke erhältlich sind. Auch bei der Ernährung sollten Betroffene vor allem auf leichte Kost wie Bananen, Weißbrot und Zwieback zurückgreifen. Zusätzlich können Hausmittel wie Kohletabletten und Probiotika helfen. Dabei soll Aktivkohle helfen, die Giftstoffe im Darm zu binden und schneller aus dem Körper zu schleusen. Probiotika, wie in Joghurts, sollen die Darmflora stärken.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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