Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), äußert sich bei einer Pressekonferenz des Robert Koch-Instituts zum Stand der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland (Symbolbild).
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Seit 2015 ist Lothar H. Wieler (59) Präsident des Robert Koch-Instituts (Symbolbild).

Aktuelle Lage und Risikobewertung

Robert Koch-Institut: Aufgaben, Forschung und Wissenschaft - Alles über die Bundesbehörde

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Das Robert Koch-Institut ist die erste Instanz, wenn es um das Erkennen, Verhüten und Bekämpfen von Krankheiten in Deutschland geht.

  • Das Robert Koch-Institut wurde bereits 1891 gegründet.
  • Am 30. Jahrestag der Entdeckung des Tuberkelbakteriums wurde das Institut zu Ehren Robert Kochs umbenannt.
  • Das RKI als Bundesbehörde ist dem Gesundheitsministerium unterstellt.

Berlin – Das Robert Koch-Institut, kurz RKI, ist eine selbstständige Bundesbehörde und dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt. Hauptaufgabe des Instituts, dessen Präsident Lothar Wieler (59) ist, ist die rechtzeitige Erkennung, Erforschung und Verhütung von Krankheiten. Zuletzt ist das Robert Koch-Institut vor allem durch seine Aufklärungsrolle während der Corona-Pandemie (COVID-19) in Erscheinung getreten. Das RKI ist hat seinen Hauptsitz in Berlin.

Robert Koch-Institut (RKI): Aufgaben und Organisation der Bundesbehörde

Eine der wichtigsten Aufgaben des Robert Koch-Instituts ist das Gesundheitsmonitoring. Die Bundesbehörde ist damit beauftragt, gesundheitliche Trends in der Bevölkerung zu analysieren und zu überwachen. Ziel des Monitorings ist, die Ausbreitung von ansteckenden und potenziell gefährlichen Krankheiten zu verhindern. Durch die regelmäßige Auswertung der Gesundheitsdaten der Bevölkerung ist das RKI in der idealen Position, Trends frühzeitig zu erkennen und mit Gesundheitsempfehlungen und Maßnahmen gegenzusteuern. Die Bundesbehörde kann daher als gesundheitlicher Seismograph bezeichnet werden.

Präsident des Instituts ist seit 2015 Lothar Heinz Wieler (59). Zusammen mit Vizepräsidenten Lars Schaade (54) ist er für die Leitung des Robert Koch-Instituts verantwortlich. Lothar Wieler und Lars Schaade traten während der Corona-Krise 2020 regelmäßig auf den Pressekonferenzen des Instituts auf und informierten die Bevölkerung über die aktuellen Entwicklungen in der Bekämpfung der Ausbreitung des ansteckenden Coronavirus COVID-19. Die Öffentlichkeitsbriefings wurden auch auf den Social-Media-Kanälen des Robert Koch-Instituts geteilt. Der Institutsleitung unterstellt sind sieben Verwaltungseinheiten mit folgenden Schwerpunkten:

  1. Infektionskrankheiten
  2. Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring
  3. Biologische Gefahren und spezielle Pathogene
  4. Internationaler Gesundheitsschutz
  5. Methodenentwicklung und Forschungsinfrastruktur
  6. Zentrale Verwaltung

Robert Koch-Institut (RKI): Forschung und wissenschaftlicher Fortschritt in der Allergologie

Um Gesundheitstrends in der Bevölkerung zu erkennen, ermittelt das Robert Koch-Instituts auch Daten zu Allergien und atopischen Erkrankungen wie Asthma. Vor einigen Jahren schon haben die Forscher des Instituts in einer Studie festgestellt, dass seit den 1970 die Häufigkeit allergischer Erkrankungen in der gesamten westlichen Welt zugenommen hat. Grund hierfür sind veränderte Ernährungsweisen und Lebensstile. Im Rahmen des Gesundheitsmonitorings hält das RKI vor allem Gesamtfallzahlen der chronischen Erkrankungen, allergischen atopischen Erkrankungen und häufigsten Allergien im Erwachsenenalter in Deutschland fest. Diese sind:

  • Heuschnupfen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Neurodermitis
  • Insektengiftallergie
  • Nesselsucht (Urtikaria)
  • Kontaktekzeme

Die Forschung zu diesen Allergien prüft auch mögliche Faktoren und Einflüsse auf die Entstehungen der allergischen Erkrankungen. Inwiefern Allergien mit der Stillzeit als Baby, dem Aufwachsen in ländlicher oder urbaner Umgebung, Frühgeburten oder älteren Geschwistern zusammenhängt, wird in Studien untersucht.

Robert Koch-Institut (RKI): Standorte und Geschichte

Die Gründung des Robert Koch-Institut wurde auf dem 10. Internationalen Medizinischen Kongress 1890 in Berlin beschlossen. Am 1. Juli 1891 nahm der Vorgänger, das Königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten, seine Arbeit auf. Anlass für die Schaffung eines solchen Forschungsinstituts, in dem die Mediziner ungestört vom eigentlichen Krankenhausbetrieb forschen konnten, war die damals noch bahnbrechende Begründung der Bakteriologie. Robert Koch (66, †1910) stellte 1882 seine Entdeckung des Tuberkelbakteriums vor. Damit machte er den Auslöser der damals grassierenden Tuberkulose bekannt und half mit seiner Forschung, über die tödlichen Krankheit aufzuklären. Am 30. Jahrestag der Entdeckung des Tuberkelbakteriums wurde das Institut zu seinen Ehren in das Robert Koch-Institut umbenannt.

Das RKI befindet sich noch heute an seinem ursprünglichen Sitz in Berlin. Deutschlandweit gibt es aber eine Vielzahl nationaler Referenzzentren, in denen Fallzahlen und Trends bezüglich unterschiedlicher Infektionserreger auf regionaler Ebene überwacht werden. Die Zahlen der Referenzzentren und Konsiliarlabore werden am Berliner Hauptstandort zu Deutschlandtrends zusammengeführt. Es gibt heute 20 nationale Referenzzentren und 37 Robert Koch-Labore in ganz Deutschland.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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