Einige Zigaretten sind auf einem grauen Tisch ausgebreitet, sie bilden den Schriftzug No  (Symbolfoto).
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Allergiker sollten unbedingt aufhören zu rauchen (Symbolfoto).

Rauchentwöhnung

Stiftung Warentest: Das sind die besten Methoden, um endlich Nichtraucher zu werden

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Allergiker und Asthmatiker sollten ihre Atemwege nicht zusätzlich belasten, deshalb ist es sehr wichtig, nicht zu rauchen. Die Stiftung Warentest hat gängige Methoden zur Rauchentwöhnung überprüft.

Berlin – Wer eine Rauchentwöhnung bereits versucht oder hinter sich hat, weiß, wie schwer das ist. Gerade für Allergiker ist es aber besonders wichtig, auf das Rauchen zu verzichten. Denn Tabakrauch kann Allergien oder Asthma auslösen oder verschlimmern. Die gute Nachricht ist: Aufhören lohnt sich Studien zufolge immer, egal in welchem Alter. Wichtig ist jedoch, dass sich Betroffene gut auf die Zeit der Entwöhnung vorbereiten und sich auch mental auf die Abstinenz einstellen.

Rauchentwöhnung bei Allergie: Nikotinverzicht lohnt immer

Dem Tabakatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums zufolge raucht in Deutschland derzeit jeder Vierte, davon 26 Prozent Männer und 19 Prozent Frauen. Und obwohl die Zahlen seit 2003 kontinuierlich sinken, werden bei allen Todesfällen immer noch 13 Prozent im Zusammenhang mit Nikotin angegeben.

Es gibt daher zahlreiche gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören, vor allem für Betroffene, die unter Heuschnupfen oder Asthma leiden. Doch viele stellen sich dabei die Frage, wie sie die gesundheitsschädliche Gewohnheit wieder loswerden können. Da es sich um eine Sucht handelt, ist das Experten zufolge auch gar nicht so einfach.

Rauchentwöhnung bei Allergie: Die besten Methoden

Die Experten der Stiftung Warentest wollen mit einem Test-Spezial Hilfestellung bei der Wahl der passenden Methode geben. Das Ergebnis: Reicht alleine die Eigenmotivation nicht aus, können Medikamente die Erfolgs­aussichten nahezu verdoppeln. Kurse zur Entwöhnung haben ähnliche Erfolgs­raten. Und kombiniert wirken die Maßnahmen noch effektiver: Daher raten die Experten dazu, verschiedene Methoden, die für den jeweiligen Nutzer passen, zu kombinieren.*

Der Nikotinentzug kann sich nach Angaben der Deutschen Geschäftsstelle für Suchtfragen folgendermaßen äußern:

  • Reiz­barkeit, depressive Stimmung, Angst­zustände, Frustration
  • Müdig­keit, Schlaflosig­keit, Konzentrations­schwierig­keit
  • starkes Verlangen nach einer Zigarette
  • erhöhter Appetit, Hungergefühl, Gewichts­zunahme, Verdauungs­störungen
  • Herz­klopfen, nied­riger Blut­druck.

Es gibt einen Grund, warum die Bekämpfung dieser Sucht so schwierig ist: Das liegt vor allem am Pflanzengift Nikotin, das beim Raucher entspannende und euphorisierende Effekte auslösen kann. Daher ist es besonders wichtig, am Anfang durchzuhalten.

Nach Angaben der Deutschen Geschäftsstelle für Suchtfragen sind die schlimmsten Entzugserscheinungen nach 2 Wochen überstanden. Dennoch berichten ehemaligen Raucher, dass sie teilweise nach Monaten oder Jahren noch in Versuchung geraten sind.

Rauchentwöhnung bei Allergie: Medikamente, Kaugummis & Co.

Die Experten der Stiftung Warentest haben einige Methoden genauer unter die Lupe genommen, die die Abstinenz erleichtern sollen:

1. Medikamente zur Rauchentwöhnung

Arzneien erhöhen der Stiftung Warentest nach die Chance, dauer­haft mit dem Rauchen aufzuhören. Mittel mit den Wirkstoffen Vareniclin und Bupropion sind beispielsweise verschreibungs­pflichtige Medikamente, die das Verlangen nach Nikotin dämpfen sollen. Nutzer starten mit der Einnahme, solange sie noch rauchen, und lassen ein bis zwei Wochen später die Ziga­retten weg.

2. Rezeptfreie Pflaster

Rezept­frei erhältlich sind Nikotinersatzpräparate wie Pflaster, Lutschtabletten und Kaugummis. Sie versorgen den Körper mit Nikotin und mildern Entzugs­erscheinungen. Sie geben jeweils das Nikotin über die Mundschleimhaut schnell an den Körper ab. Die Krankenkassen kommen für die Kosten nicht auf. Es gibt Pflaster in unterschiedlichen Stärken. Die Start­dosis hängt von der Zahl der gerauchten Ziga­retten ab. Nutzer wechseln nach einigen Wochen zur nächst nied­rigeren Dosis. Kosten: etwa 100 Euro pro Monat, Kassen beteiligen sich nicht. Die Therapie dauert etwa drei Monate.

3. Nichtraucherkurse

Nicht­raucher­kurse laufen meist in Gruppen ab. So können die Teilnehmer Erfahrungen austauschen und sich in kritischen Phasen unterstützen. Selbst Onlineforen ohne gezielte therapeutische Anleitung könnten etwas bewirken. Anteil­nahme, Ermutigungen und Glück­wünsche für über­standene Wochen und Monate ohne Zigarette können zum Weitermachen motivieren.

4. Akupunktur, Hypnose, E-Zigaretten

Bei Aku­punktur und Hypnose ist die Studien­lage nicht eindeutig. Es gibt Berichte über beide Varianten, dass sie Betroffenen gut geholfen haben. Wissenschaftlich erwiesen ist es aber nicht. Nach Angaben der Warentester lässt sich auch noch nicht final sagen, ob ein Umstieg von Tabakzigaretten auf E-Zigaretten zielführend ist. Es fehlen Studien zu lang­fristigen Auswirkungen auf die Gesundheit.

5. Kostenlose Hilfe aus dem Netz oder via Telefon

Wer keine Therapie zur Rauchentwöhnung machen möchte, kann auch Angeboten im Internet nutzen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hat dazu ein gutes Angebot. Das Programm „Rauch­frei“ ist gratis und dauert mehrere Wochen. In dieser Zeit dokumentieren Teilnehmer ihre Erfolge und erhalten Tipps und Motivations­hilfen zum Durch­halten. Wer will, kann auch mit Experten chatten oder seine Erfahrungen im Forum teilen. Unter der Nummer 0 800/8 31 31 31 bietet die BzgA außerdem eine kostenlose Telefonberatung zur Raucher­entwöhnung.

Wer mit dem Rauchen aufhört, hat nach Angaben des Krebsinformationsdienstes übrigens bereits nach kurzer Zeit positive Effekte:

  • Nach drei Tagen bessert sich die Funk­tion der Atemwege
  • Nach einer Woche sinkt der Blut­druck
  • Binnen weniger Jahre verringert sich das Risiko für Krebs- und Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen, teil­weise auf das Niveau lebens­langer Nicht­raucher.
  • Wer bereits an einer nikotinbedingten Krankheit leidet, erhöht durch den Stopp die Erfolge der Therapie.
  • Studien deuten darauf­hin hin, dass Raucher ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben. Aufhören lohnt sich auch hier in jedem Fall

Rauchentwöhnung bei Allergie: Fazit der Warentester

Für allen Mitteln zur Tabakentwöhnung gilt, dass sie am besten wirken, wenn Nutzer sich mentale Unterstüt­zung suchen. Sie allein kann die Chance, dass der Ausstieg gelingt, ungefähr von 5 auf 10 Prozent verdoppeln. Mit einem zusätzlichen Nikotin­ersatz­präparat liegen die Erfolgs­raten insgesamt zwischen 16 und 20 Prozent. Ähnlich gut ist die Wirkung, wenn starke Raucher Nikotinersatzprodukte kombinieren, also zum Beispiel Pflaster und nied­rig dosierte Kaugummis zeitgleich verwenden. E-Zigaretten oder Shisha-Rauchen ist zur Rauchentwöhnung für Allergiker nicht geeigent. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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