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Alkohol-Studie: Hier wird am meisten getrunken – Platz Eins überrascht

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Von: Jennifer Köllen

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Freunde freuen sich und trinken Bier in einer Bar. (Symbolbild)
Eine weltweite Studie zu Alkoholkonsum hat festgestellt, in welchen Ländern besonders viel Alkohol konsumiert wird. (Symbolbild) © Monkey Business/Imago

Einer weltweiten Studie zufolge waren die Menschen in Coronazeiten in einem Land viel häufiger betrunken als jede andere Nation. Etwa die Deutschen?

Sydney – Denkt man an die Feiernden und Betrunkenen auf dem Oktoberfest in München oder der Hamburger Reeperbahn, könnte man denken, die Deutschen sind im internationalen Vergleich ganz vorne mit bei den Stark-Trinkern dabei. Doch, Überraschung: Ganz andere Länder nehmen die Spitzenplätze ein.

Der Global Drug Survey hat 2020 mehr als 32.000 Menschen aus 22 Ländern zu ihrem Drogen- und Alkoholkonsum befragt. Das Ergebnis: Während die Franzosen die meiste Zeit pro Woche Alkohol konsumierten, betranken sich die Australier durchschnittlich 27 Mal im Jahr. Damit sind sie mit Abstand klare Spitzenreiter im Trinken. Denn das ist fast das Doppelte des weltweiten Durchschnitts.

Alkohol-Studie: In diesen Ländern wird am meisten getrunken

Man kann also sagen, dass Australier im Jahr 2020 mehr Zeit betrunken verbracht haben als jede andere Nation. Im Durchschnitt tranken sie an zwei Abenden pro Woche Alkohol und waren etwa alle zwei Wochen stark betrunken. Unter der Woche haben die Franzosen aber häufiger Alkohol genossen: Sie griffen dreimal pro Woche zum Glas.

Interessant: Neuseeländer tranken zwar seltener als alle anderen, aber etwa dreimal pro Woche häufiger als Australier – dafür dann eben weniger. Die Dänen und Finnen haben nach den Australiern mit 23,8-mal im Jahr die meiste Zeit mit übermäßigem Trinken verbracht. An dritter Stelle kamen die Amerikaner, welche sich 2020 durchschnittlich 23-mal berauscht haben, gefolgt von den Briten (22,5-mal). Warum es auch nicht gesund sein soll, gar keinen Alkohol zu trinken, lesen Sie hier.

In diesen Ländern wird am meisten Alkohol getrunken:

Alkohol-Studie: Ergebnisse „besorgniserregend“

Das klingt zwar nach viel Spaß, ist es aber nicht immer, wie folgende Zahlen zeigen: Die Australier haben auch den weltweiten Durchschnitt bei der Suche nach einer Notfallversorgung verdreifacht – wegen ihres Alkoholkonsums (3,9 Prozent gegenüber dem weltweiten Durchschnitt von 1,2 Prozent). Ob aber Cannabis oder doch Alkohol besser ist, erklärt ein Arzt hier.

Die Geschäftsführerin der „Foundation for Alcohol Research and Education“, Caterina Giorgi, findet die Statistiken „besorgniserregend“. „Australien ist weltweit führend, sowohl bei der Häufigkeit, mit der Menschen betrunken sind, als auch bei der Suche nach medizinischer Notfallbehandlung wegen Alkohol. Beide Indikatoren deuten darauf hin, dass die Menschen auf einem ziemlich riskanten Niveau trinken“, erklärt sie in einem Bericht der englischen Zeitung „The Guardian“.

Ebenfalls alles andere als lustig: „Wir haben einen steilen Anstieg gesehen, der die Hilferufe bei Drogen- und Alkohol-Hotlines und die zunehmende Beteiligung von Alkohol bei Gewalteinsätzen in der Familie unterstützt hat“, sagt Giorgi.

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Alkohol-Studie: Höherer Konsum wegen Corona

Offenbar ist die Corona-Pandemie für den Anstieg des schädlichen Alkoholkonsums mitverantwortlich. „Es zeichnet sich ab, dass ein erheblicher Anteil von Menschen derzeit riskanter trinkt, um mit Stress und Angstzuständen fertig zu werden“, sagt Giorgi.

Eine Studie von Turning Point, Australiens führendem nationalen Zentrum für Suchtbehandlung, in Zusammenarbeit mit der Monash University, ergab: Die Anfrage nach Krankenwagen wegen alkoholbedingter Schäden ist während der Corona-Beschränkungen 2020 im australischen Bundesstaat Victoria um neun Prozent gestiegen. Ob Sie nach der Corona-Impfung Alkohol trinken dürfen, lesen Sie hier.

„Wir haben gesehen, wie die psychische Gesundheit der Menschen während dieser Pandemie stark gelitten hat. Insbesondere dann, wenn wir strenge Maßnahmen ergriffen haben, die unsere normalen Aktivitäten und die Verbindung mit Unterstützungsnetzwerken eingeschränkt haben“, sagt der geschäftsführende klinische Direktor von Turning Point, Prof. Dan Lubman. „Alkohol am Ende des Tages wurde oft als Belohnung und als Mittel zur Bewältigung beworben.“

Die Forscherin der Global Drug Survey, Dr. Monica Barratt, berichtet, Australiens hohe Trunkenheitsrate könnte damit zusammenhängen, dass der größte Teil des Landes im Jahr 2020 im Corona-Lockdown war. Auch in Bayern nahm während der Corona-Beschränkungen der Alkohol-Konsum vor einem Jahr stark zu. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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