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Alkohol und Rauchen: Warum Alkohol Lust auf Zigaretten fördert

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Von: Kristina Wagenlehner

Männer gehen mit Bollerwagen auf einer Straße im Grünen; sie trinken und rauchen (Symbolbild)

Trinken und Rauchen gehört irgendwie zusammen. Warum eigentlich? (Symbolbild) © Nordpool/Imago

Alkohol fördert die Lust zu rauchen. Aber warum ist das so? Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, erklären wir hier.

München – Wenn es etwas zu feiern gibt, wird auch oft Alkohol dazu getrunken. Wetten, dass an diesem Tag auch besonders viele zur Zigarette greifen? Warum Alkohol die Lust zu rauchen fördert.

Alkohol und Rauchen: Alkohol enthemmt

Alkohol wirkt auf die Nervenzellen in unserem Körper. Er enthemmt. Manche werden euphorisch, andere redselig. Manche werden einfach nur entspannt. Oft ist es aber so, dass Dinge, die man sich fest vorgenommen hat – die klassischen Neujahrsvorsätze – sich nach zwei Gläsern Rotwein oder Bier in Alkohol auflösen. Und schon qualmt die Zigarette, während man auf den Döner wartet.

Alkohol und Rauchen: Die Rolle des Dopamin

„Das Gehirn sendet ein belohnendes Signal, wenn wir etwas tun, das unser Wohlsein fördert“, sagt Dr. John A. Dani, Neurowissenschaftler der University of Pennsylvania, gegenüber der WELT. Wenn wir Alkohol trinken, schüttet der Körper das Glückshormon Dopamin aus. Nicht nur Alkohol lässt den Dopaminspiegel in die Höhe schießen, auch Nikotin. Forscher sprechen von einem Belohnungssystem: Durch das Dopamin fühlen wir uns gut. Der Körper merkt sich das und verknüpft Rauchen und/oder Trinken mit diesem guten Gefühl. Dieses Gefühl wollen wir immer wieder haben. Trinken wir nun Alkohol, erinnert uns der Körper quasi daran: Hey, die Zigarette letztens war doch auch super! Wenn die enthemmende Wirkung des Alkohols dazu kommt, verschwinden auch schnell die guten Vorsätze, nicht mehr zu rauchen. Es gibt sogar ein Wort dafür – Partyraucher. Eine Sucht entsteht aber nicht allein dadurch. Weitere Faktoren, wie zum Beispiel der soziale Kontext, spielen auch eine Rolle.  

Alkohol und Rauchen: Befeuern sich gegenseitig

Alkohol macht aber nicht nur redselig und aktiv, er macht auch müde. Studien haben ergeben, dass Nikotin der Müdigkeit entgegenwirkt. Deshalb ist die Kombination zwischen Rauchen und Trinken so häufig. Hinzu kommt: Bekommt der Körper zeitgleich Alkohol und Nikotin, stoppt er die Dopaminausschüttung und das Glücksgefühl fehlt. Um diese Lücke zu füllen, verlangt der Körper nach etwas, das den Dopaminspiegel wieder hochfährt. Und schon ist die nächste Zigarette angezündet.

Rauchen verändert auch die Haut und kann Allergien begünstigen. Doch der Alkohol vernebelt in diesen Momenten die Sicht. Denn es ist bekannt: Wer mit dem Rauchen aufhört, lebt gesünder und ist sogar glücklicher. Sogar Stiftung Warentest hat die besten Methoden, um Nichtraucher zu werden, getestet. Wer Nichtraucher werden möchte*, sollte vor allem in der ersten Zeit versuchen, auf Alkohol zu verzichten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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