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Studie zeigt – Menschen, die nie „was trinken“, sterben früher

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Von: Jennifer Köllen

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Alkoholiker haben eine kürzere Lebenserwartung. Ganz auf Alkohol verzichten sollte man aber offenbar auch nicht, meint zumindest eine Studie.

Texas – Um das gleich zu Beginn klarzustellen: Sehr viel Alkohol zu trinken, ist absolut ungesund. Und an dieser Aussage gibt es auch nichts zu rütteln. Alkoholiker haben eine um 20 Jahre kürzere Lebenserwartung als Gelegenheitstrinker, zeigt eine Langzeitstudie.

Wissenschaftler aus Lübeck und Greifswald haben dafür über 14 Jahre hinweg die Gesundheitsdaten von Alkoholabhängigen ausgewertet. Das Ergebnis: Die Sterberate von Alkoholikern war um das 1,9-fache erhöht, die von Alkoholikerinnen sogar um fast das Fünffache (4,6-fach erhöht). Frauen, die alkoholabhängig waren oder sind, sterben durchschnittlich mit 60 Jahren.

Für viele Menschen ist das ein Grund, komplett auf Alkohol zu verzichten. Schließlich sei auch ein bisschen Alkohol bereits ungesund, so die Annahme. Doch eine Studie beweist das Gegenteil.

Studie zeigt – Menschen, die nie „was trinken“, sterben früher

Eine wissenschaftliche Langzeitstudie der University of Texas zeigt: Menschen, die gar keinen Alkohol trinken, sterben früher als Gelegenheitstrinker. (Lesen Sie auch „Arbeiter sterben früher als Beamte“)

Für die Studie wurden 1.824 Teilnehmern zwischen 55 und 65 Jahren über 20 Jahre lang immer wieder untersucht. In dieser Zeit starben 41 Prozent der Gelegenheitstrinker vor Ende der durchschnittlichen Lebenserwartung, also vorzeitig. Bei den Menschen, die ganz auf Alkohol verzichteten, waren es ganze 69 Prozent.

Freunde stoßen bei einem Gartenfest mit Alkohol an. (Symbolbild)
Mit Freunden ab und zu ein Glas trinken? Warum nicht! Denn eine überraschende Studie zeigt: Menschen, die nie Alkohol trinken, sterben früher. (Symbolbild) © Monkey Business/Imago

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Das kann man kaum glauben. Doch die Studie war mit den knapp 2.000 Teilnehmern groß genug, um aussagekräftig zu sein. Außerdem beachteten die Wissenschaftler auch alle Störfaktoren, welche das Ergebnis hätten verzerren können. Sie rechneten lebensverkürzende Faktoren heraus, wie frühere Alkoholprobleme, Vorerkrankungen, soziodemografische und soziale Merkmale sowie Geschlecht und Alter. Außerdem berücksichtigten sie noch andere Faktoren: Wie viel Sport die Probanden trieben, wie viel Geld sie verdienten, und wie zufrieden sie allgemein waren.

Die Studie gilt als aussagekräftig. Denn die positiven Effekte eines gelegentlichen Alkoholkonsums auf die Sterblichkeit konnten unabhängig von verschiedenen Einflussfaktoren nachgewiesen werden. 

Alkohol: Darum leben Gelegenheitstrinker länger

Gelegentlich Alkohol zu trinken, verlängert also offenbar das Leben. Eine Erklärung dafür fanden die Forscher allerdings nicht. Sie vermuten, dass unter anderem dieser Grund dafür verantwortlich ist: Menschen, die gelegentlich trinken, machen das in Gesellschaft. Und ein erfülltes Sozialleben wirkt sich positiv auf die Lebenserwartung aus. Auch andere Studien ergaben bereits, dass Menschen, die gar keinen Alkohol trinken, öfter depressiv sind. Auch das kann ein Hinweis darauf sein, dass sie weniger Freunde haben.
(Lesen Sie auch: Detox-Diät: Entgiften der Leber)*

Manchmal mit Freunden etwas trinken, ist offenbar in Ordnung. Aber nicht vergessen: Zu viel Alkohol schadet der Gesundheit. Das ergab auch die Studie aus Texas: Bei starken Trinkern lag hier das Sterblichkeitsrisiko 45 Prozent über dem der gelegentlichen Trinker.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Alkohol: So viel ist in Ordnung

Aber wie viel Alkohol ist ok? In Deutschland empfehlen Ärzte und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, an mindestens zwei Tagen pro Woche keinen Alkohol zu trinken.

Empfohlen wird,...

(Quelle: Holahan et al.: Late-Life Alcohol Consumption and 20- Year Mortality, Alcohol Clinical and Experimental Research, Vol 34, No 11, 2010: PP 1961-1971)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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