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Hygienespüler bei Allergien: Lieber auf desinfizierende Waschmittel verzichten

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Von: Christine Pander

Eine Frau mit Jeans-Latzhose sitzt vor ihrer geöffneten Waschmaschine und ist von Schaumblasen umgeben

Allergiker sollten auf Hygienespüler lieber verzichten, sie können die Haut unnötig reizen (Symbolfoto). © imago images/imageBROKER/

Sollte während der Corona-Pandemie die Wäsche mit Hygienespüler gereinigt werden? Experten zufolge ist das nicht notwendig – auch dann nicht, wenn Covid-19-Erkrankte mit im Haushalt leben. Vor allem Allergiker verzichten besser darauf.

Berlin – Corona ist das alles beherrschende Thema seit einigen Monaten. Zusätzlich zu den empfohlenen Hygienemaßnahmen fragen sich viele, ob sie vielleicht auch ihre Kleidung mit Hygienespüler desinfizieren sollten. Die Antwort vom Robert-Koch-Instituts (RKI) dazu ist klar und eindeutig: nein.

Selbst für Haushalte, in denen an Covid-19-Erkrankte Menschen leben, reicht es aus, die Wäsche bei mindestens 60 Grad zu waschen. Die Experten raten zudem zu Vollwaschmittel, da es zusätzlich zu den Tensiden, die den Schaum herstellten, auch Bleichmittel enthalten, die gut gegen das Virus wirksam sind. Wichtig ist auch, die Wäsche sorgfältig zu trocknen.

„Legen Sie kontaminierte Wäsche in einen Wäschesack“, raten die Experten beim RKI. Verschmutze Wäsche von Covid-19-Erkrankten sollte nicht geschüttelt werden, direkter Kontakt mit der Haut und kontaminierten Materialien, also Schmutzwäsche, muss vermieden werden. Auf trockener Wäsche ist das Virus maximal 10 Tage aktiv.*

Was aber tun mit empfindlichen Fasern wie Seide oder Wolle? Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfahlen weiß Rat: Behüllte Viren wie Corona-Viren sind empfindliche gegen Tenside, so dass auch länger einwirkende schäumende Waschmittel für Wolle oder Seide, ebenso wie die Seife beim Händewaschen, zur Deaktivierung des Virus führen sollten.“

Allergie und Hygienespüler: Vorsicht, Kontaktallergie!

Allergiker sollten sich dem Risiko durch Hygienespüler jedenfalls nicht unnötig aussetzen, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen. Waschmittel können bestehende Allergien verstärken oder eine Kontaktallergie auslösen. Bei diesem Allergietyp treten Symptome erst nach zwei bis drei Tagen auf.

Das liegt daran, dass der Körper nach dem Kontakt mit dem Waschmittel bestimmte Zellen bildet, die dann die allergischen Symptome auslösen. Bis zu 72 Stunden kann es dauern, bis sich erste Symptome einer Waschmittel-Allergie zeigen.

Allergie und Hygienespüler: Symptome einer Kontaktallergie

Bei anderen Allergien wie zum Beispiel Heuschnupfen zeigen sich die Symptome bereits nach wenigen Minuten. Daher bringen viele Betroffene die Symptome zunächst gar nicht mit Waschmittel in Verbindung.

Das sind die Symptome einer Kontaktallergie auf Waschmittel:

Meist verlaufen Kontaktallergien, beispielsweise durch Waschmittel ausgelöst, mild. Sobald der Allergieauslöser, in dem Fall die Kleidung, entfernt wird, verringern sich die Symptome. Nur selten kommt es zu einem anaphylaktischer Schock, der lebensbedrohlich werden kann.

Aber: Wenn ein Stoff vom Körper erst einmal falsch eingestuft wurde, kann es bei Hautkontakt mit dem Stoff immer wieder zu allergischen Reaktionen kommen. Die Symptome treten dann häufiger auf.

Folgende Stoffe in den Waschmitteln gelten als potentielle Allergieauslöser:

Wer unter einer Kontaktallergie auf Waschmittel leidet, kann sich bei der Suche nach alternativen Produkten an Siegeln orientieren: Das „European Centre for Allergy Research Foundation“ (Ecarf) hat ein Siegel für hautfreundliche Waschmittelfür Allergiker entwickelt.

Dieses Siegel enthalten nur Waschmittel, die besonders hautfreundlich sind, deutlich weniger allergene Stoffe enthalten, frei von Parfum und Konservierungsmitteln sind und auf gängige Inhaltsstoffe verzichten, die für Allergiker problematisch sein können.

Allergie und Hygienespüler: Diese Siegel helfen beim Einkauf

Ein weiteres Siegel für Allergiker ist das DAAB-Siegel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund, das ebenfalls allergenarme Produkte auszeichnet. Manche Verbraucher nutzen auch gerne Waschnüsse und kombinieren den Umweltaspekt mit der Reduzierung des Allergiepotentials. Diese Waschnüsse sollen auf „natürliche Weise“ funktionieren.

Als Faustregel gilt: Je mehr Inhaltsstoffe ein Waschmittel aufweist, desto höher ist das Risiko, dass sich darunter eine Substanz befindet, die das Entstehen einer allergischen Reaktion auf Waschmittel begünstigt. Und : Je höher die Temperatur ist, mit der gewaschen wird, desto besser werden die Keime bekämpft. So kann weniger Waschmittel verwendet werden, um die Rückstände in der Kleidung zu minimieren. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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