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Ansteckung mit Corona: Sind Geldscheine und Münzen Überträger?

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Von: Christine Pander

Die Pommes im Tierpark sind bezahlt und dann passiert es: Die nicht desinfizierte Hand wandert mit den Pommes zum Mund. Kann Geld Corona übertragen?

Berlin – Selbst nach mehr als einem Jahr in wechselnden Stadien der Corona-Pandemie gehen eingefleischten Hypochondern die Fragen zu den Infektionswegen des Virus nicht aus. Wie es allgemein mit der Ansteckungsgefahr an Oberflächen aussieht, wissen wir inzwischen. Und wir wissen sowieso, dass Geld schmutzig ist, weil es durch vielerlei Hände geht.

Ansteckung mit Corona: Welche Erreger sich auf Geldscheinen tummeln

Aber wäre es prinzipiell vorstellbar, dass man sich über Münzgeld oder Scheine mit dem Corona-Virus ansteckt? Denn dass sich auf Geld viele verschiedene Keime und Erreger tummeln, ist bekannt. Wissenschaftler der New York University (NYU) haben beispielsweise schon vor Jahren mehr als 3000 unterschiedliche Keime auf Geldscheinen entdeckt. Achtzig Ein-Dollar-Scheine haben sie dafür bei einer Bank in Manhattan abgeholt, um sie zu untersuchen.

Insgesamt förderten die Scheine 1,2 Milliarden DNA-Segmente zu Tage. Zusammengefasst haben die Forscher ihre Ergebnisse im sogenannten „Dirty Money Project“. Mit Abstand am häufigsten fanden die Forscher Bakterien auf den Scheinen, die Akne verursachen. Andere könnten Magengeschwüre, Lungenentzündungen, Lebensmittelvergiftungen und Staphylokokkeninfektionen verursachen, berichten die Forscher.

Ansteckung mit Corona: Münzgeld eher antibakteriell wegen Legierung

Das Fazit der New Yorker: Organismen sind häufiger auf Scheinen aus Baumwollfasern nachzuweisen als auf Münzen, da ihre Messing- oder Kupferlegierung leicht antibakteriell wirken kann. Ein Forschungsüberblick der medizinischen Fakultät der Universität Marseille in Frankreich aus dem Jahr 2014 zeigte außerdem, dass sich auf Bargeld sogar mehrfach resistente Staphylokokken-Stämme tummeln, wie das „Handelsblatt“ berichtete.

Man kann sich also relativ sicher sein, dass mehrere hundert Bakterien den Besitzer wechseln, wenn ein Geldschein übergeben wird. Logischerweise reisen darauf auch noch mehr blinde Passagiere mit, je älter der Geldschein ist. Denn mit der Zeit wird das baumwollfaserige Material der Scheine immer abgenutzter. Ein Milieu, das offenbar viele Keime mögen. Kleinere Stichproben von Forschern haben außerdem ergeben: Je geringer der Wert einer Banknote, desto höher die Zahl der darauf lebenden Keime. Das leuchtet auch ein: Denn diese Scheine wechseln viel häufiger ihre Besitzer als Banknoten mit höherem Wert.

Ansteckung mit Corona: Kaum Gefahr durch Geldscheine und Münzen

Eindeutig belegt ist nun also, dass Keime Geld mögen. Wie sieht es nun aber mit dem Corona-Virus aus? Schon im März 2020, zu Beginn der Corona-Pandemie, beschäftigte sich der Virologe Professor Christian Drosten, Lehrstuhlinhaber und Institutsdirektor an der Charité in Berlin im NDR-Podcast mit der Frage: „Das auf dem Geldstück klebende Virus würde ich mal weitgehend vergessen”. Demnach ist es eher unwahrscheinlich, dass man sich über Geldscheine oder Münzen mit Corona anstecken kann.

Um eine Ansteckung mit dem Corona-Virus zu vermeiden, sollten die vom Gesundheitsministerium vorgeschlagenen Aha-Regeln dennoch immer eingehalten werden:

Auch Abseits der Corona-Pandemie sollten Sie sich lieber die Hände waschen, wenn Sie Ihr Geld gezählt haben. Frisches Automatengeld ist zunächst weniger mit Keimen belastet, dafür ist die Tastatur des Bankterminals zum Geldabheben und auch des eigene Smartphones vermutlich schmutziger als ein Toilettensitz, wenn man eine Studie der britischen Versicherungsfirma „Insurance2go“ zitieren mag. Die richtige Handhygiene ist wichtig, damit auch beispielsweise das eigene Smartphone nicht zur Keimschleuder wird.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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