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Anti-Aging-Tipps im Check: Das bringen teure Cremes und gesunde Ernährung

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Von: Jennifer Köllen

Zwei schöne Frauen schauen in die Kamera, eine davon ist jünger, eine älter (Symbolbild)
Das Altern lässt sich leider nicht aufhalten. Oder doch? (Symbolbild) © Imago

Halten Dinner Cancelling und Zuckerverzicht jung? Wir haben die bekanntesten Anti-Aging-Tipps geprüft. Und sagen, wie die Haut schön bleibt.

München – Schön, voller Energie und faltenlos: Ewig jung bleiben, das würden wohl die meisten Menschen gerne. Viele Unternehmen werben daher mit teuren Cremes, Büchern, Nahrungsergänzungsmitteln und Diäten. Zielgruppe sind alle Menschen über 30. Denn in diesem Alter sind bei den meisten die ersten Falten sichtbar und es wird einem bewusst: Man wird nicht ewig jung bleiben. Auch für die Psyche ist es besser, diesen Fakt anzunehmen. Auch, weil die Faltenbildung größtenteils genetisch bedingt ist, was bedeutet: Wir können sie ohnehin nur wenig beeinflussen. Doch es stimmt: Ein bisschen kann man dem Alterungsprozess entgegenwirken. Doch welche Anti-Aging-Versprechen bringen wirklich etwas? Und was kann man sich sparen? Hier kommt der Faktencheck.

Anti-Aging-Tipps im Faktencheck: Hilft eine (teure) Creme gegen Falten?

Stars wie Jennifer Lopez, die mit ihren 52 Jahren 20 Jahre jünger aussieht, werben für teure Cremes ihrer Eigenmarke. Und die bekannten Luxuscremes versprechen Wunder für die Haut, sind dafür aber sehr teuer. Kann man sich Schönheit erkaufen? Zumindest bei Cremes lautet die Antwort von Hautärzten und Experten: nein! Denn Cremes erreichen keine Tiefenwirkung in der Haut. Ihre Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure oder Q 10 sind zwar gut für die Haut, die Moleküle der Wirkstoffe sind aber meist zu groß, um durch sie hindurch zu dringen. Die Folge: Die wertvollen Pflegestoffe bleiben auf der Haut, statt in der Haut zu wirken. Und das bedeutet: Außer einem Pflegeeffekt der äußeren Hautschicht wird kein Anti-Aging-Prozess in Gang gesetzt. Und das unabhängig davon, wie teuer die Creme ist. Eine Creme für 100 Euro ist also nichts anderes als Geldverschwendung.

Zum diesem Urteil gelangte auch die Stiftung Warentest. 270 Frauen haben sich für den Test vier Wochen lang morgens und abends eingecremt. Auf die eine Gesichts­hälfte trugen sie ein Test­produkt auf, auf die andere eine gute Feuchtig­keitscreme. Vor und nach der Test­phase wurden beide Gesichts­hälften fotografiert. Für die Beurteilung zogen die Experten Ausschnitte der Augen­partien heran, denn vor allem dort zeichnen sich Falten ab. Das Ergebnis: Keine der Cremes konnte Fältchen oder gar tiefere Falten so mildern, dass mit bloßem Auge eine Verbesserung zu sehen war. Bedeutet im Klartext: Eine gute Feuchtigkeitscreme tut’s auch.

Anti-Aging-Tipps im Faktencheck: Ist ein Verzicht auf Zucker gut für die Haut und hilft gegen Falten?

Dass Zucker uns wirklich schneller altern lässt, ist wissenschaftlich nicht wirklich erwiesen. Dennoch gibt es zahlreiche Artikel und Bücher darüber, wie Menschen durch Zuckerverzicht zu einem schöneren Aussehen gekommen sein möchten. Tatsächlich lässt Zucker den Blutzuckerspiegel sehr stark ansteigen. Auch, wenn es dafür keine endgültigen wissenschaftlichen Beweise gibt, wird davon ausgegangen, dass Zuckerverbindungen die elastischen Bindegewebsfasern „glykolisieren“ können. Glykation ist eine Überzuckerung von Gefäßen und Membranen. Dadurch altern wohl die Zellen schneller, die Haut verliert an Spannkraft. Auszuschließen ist es also nicht, dass Zucker die Faltenbildung begünstigt. Im Umkehrschluss heißt das: Wenn wir raffinierten Zucker reduzieren, kann dies einen Anti-Aging-Effekt haben. Unsere Haut wird vermutlich langsamer altern.

Anti-Aging-Tipps im Faktencheck: Macht uns Dinner Cancelling jünger?

Die Essenspause beim Dinner Cancelling ist eine Methode des Intervallfastens. Viele schwören darauf, mit dieser Methode ihr Gewicht zu reduzieren – obwohl sich Ärzte uneinig sind und es noch keine wirklichen wissenschaftlichen Beweise dafür gibt. Aber, was (noch) interessanter ist: Dinner Cancelling gilt als Anti-Aging-Methode.

Das Abendessen ausfallen zu lassen, soll ein wahrer Jungbrunnen sein. Denn die Absenkung des Blutzuckerspiegels soll die nächtliche Produktion insbesondere jener Hormone anregen, denen man nachsagt, den biologischen Alterungsprozess verlangsamen zu können: Somatropin und Melatonin. Diese beiden Hormone werden vor allem produziert, wenn wir jung sind. Mit zunehmendem Alter nimmt die Ausschüttung ab. Doch was machen die Hormone eigentlich genau? Dem Wachstumshormon Somatropin wird nachgesagt, die Regeneration der Körperzellen zu fördern und das Immunsystem zu stärken. Das Schlafhormon Melatonin soll für die Verlangsamung der Zellteilung verantwortlich sein.

In Tierversuchen mit Mäusen und Ratten konnte ein direkter Zusammenhang zwischen einer verringerten Melatoninproduktion und einem beschleunigten Alterungsprozess gezeigt werden. Bei Studien mit Menschen konnte dieser Zusammenhang bisher aber nicht ausreichend belegt werden. Alle Beschreibungen basieren auf Annahmen. Eine weitere lautet, dass sich bei der Verdauung von Speisen freie Radikale bilden. Diese sind in unserem Körper unter anderem für die Alterung der Zellen verantwortlich. Und wenn wir nichts verdauen müssen, entstehen keine freien Radikale. Anhängern ist es egal, warum und wie es funktioniert. Sie schwärmen nach einem Abend und einer Nacht ohne Nahrung von ihrem frischen Aussehen. Fazit: Probieren Sie es selbst aus. Außer einem knurrenden Magen kann nichts Negatives passieren. Und vielleicht hilft es ja. Auch, wenn es noch nicht endgültig wissenschaftlich belegt ist.

Anti-Aging-Tipps im Faktencheck: Das wirkt wirklich gegen Falten – alle Tipps auf einen Blick

Sie müssen sich kein Botox und Hyaluron spritzen lassen. Diese Tipps helfen auch.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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